Der deutschen Titelschmiede muss man attestieren, dass man die Komödie „Welcome to the Jungle“ bestmöglich an den Mann zu bringen versucht. Mit dem „Dschungelcamp“, wie man es kennt, hat das Ganze natürlich nichts zu tun, aber irgendwie ist die Vorstellung schon reizvoll, Jean-Claude van Damme im Camp zusehen. Das bekommt man hier natürlich nicht geboten. Genau genommen gibt es auch nicht allzu viel van Damme, auch wenn er auf dem Cover dieser DVD-Premiere prominent eingesetzt ist.

Dschungelcamp - Welcome to the Jungle - Exklusive Szene: Aufstand im Dschungel2 weitere Videos

Alles beginnt in einer Werbeagentur, in der Chris (Adam Brody) eine tolle Idee für einen Kunden hatte, ihm diese aber von Phil (Rob Huebel) gestohlen wurde. Viel Zeit, sich darüber aufzuregen, hat er jedoch nicht. Denn der Chef hat beschlossen, dass alle Angestellten an einer teambildenden Maßnahme teilnehmen müssen. Er hat den harten Hund Storm (Jean-Claude van Damme) angeheuert, der die Gruppe auf eine einsame Insel bringt, wo sie sich im harten Dschungelleben bewähren und über sich selbst hinauswachsen sollen.

Dschungelcamp - Welcome to the Jungle - Jean-Claude van Damme muss in den Dschungel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 8/111/11
Jean-Claude Van Damme muss nun auch ins Dschungelcamp.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Schon bald stellt sich ein heftiges Problem ein: Der Pilot, der sie zu Insel gebracht hat, verstirbt. Aber das Leben kann noch viel gemeiner sein: Ein Tiger treibt auf der Insel sein Unwesen und attackiert Storm, der mit ihm zusammen über eine Klippe stürzt.

Da die Leute keine Ahnung haben, wann oder ob sie gerettet werden, müssen sie sich auf der Insel einrichten. Es geht nun wirklich ums Überleben. Das ist bei weitem nicht einfach nur so dahergeredet, denn während die Gruppe erst Chris zum Anführer wählt, beginnt Phil mit dem Intrigieren, um einige Gruppenmitglieder hinter sich zu bringen. Was folgt, ist urwüchsig. Das ist der Herr der Fliegen, Baby, aber mit Erwachsenen!

Derbe Zoten sind da nicht nur zu erwarten, sondern sogar Pflicht. In den USA mag man mit dem Gossenjargon aber mehr schocken können als hierzulande.

Blödsinn um des Blödsinns Willen

Die Grundidee mag noch ganz nett sein, wenn man den Film als Parodie auf „Der Herr der Fliegen“ versteht. Aber selbst unter dieser Voraussetzung beginnt der Sitten- und Zivilisationsverfall viel zu schnell. Damit einher geht eine Charakterisierung, für die das Wort eindimensional noch zu hochgestochen wäre. Alle Handlungsträger sind wandelnde Klischees.

Dschungelcamp - Welcome to the Jungle - Jean-Claude van Damme muss in den Dschungel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 8/111/11
Die Komödie erscheint bei uns am 25.03.2014 auf Blu-ray/DVD.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Als Zuschauer weiß man lange vor ihnen, was sie tun werden und wie sich diese Geschichte entwickeln wird. Selbst der schnelle Abschied von Jean-Claude van Damme ist genauso, wie man das erwartet. Mittlerweile ist der Belgier wohl dazu übergegangen, jeden Gagenscheck mitzunehmen, egal, wie groß die Rolle ist oder was der Film zu bieten hat. Aber bleiben wir fair: Van Damme ist das mit Abstand Beste an diesem Film.

Das Highlight stellt einerseits der abstruse Kampf mit dem Tiger, andererseits seine Dia-Präsentation zum bevorstehenden Abenteuerwochenende dar. Dumm nur, dass diese Szenen mit der Halbstundenmarke auch schon abgehandelt sind. Was danach folgt, ist eine uninspirierte, auf derbe Zoten setzende Komödie, die gerne so richtig politisch inkorrekt wäre, aber eigentlich nur nervt (und van Damme wieder ins Spiel bringt - viel zu tun hat er aber trotzdem nicht).

Schöner Titel, lahmer Film. Mehr als eine halbgare Parodie auf Der Herr der Fliegen ist hier nicht drin.Fazit lesen

Wenn „Dschungelcamp“ versucht, für Aufregung zu sorgen, dann mit ein paar unglaublich rassistischen Szenen, die mit Häuptling Phil und seinem persönlichen Sklaven Troy zu tun haben. Das sind Szenen, bei denen man nur kontinuierlich den Kopf schütteln kann.

Dschungelcamp - Welcome to the Jungle - Jean-Claude van Damme muss in den Dschungel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 8/111/11
Leider ist an dieser Komödie nicht sonderlich viel wirklich "lustig".
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Witze, die nicht zünden

Das größte Problem des Films ist, dass er eigentlich lustig sein will, es aber nicht ist. Man merkt ihm zwar an, wie er immer wieder Gags vorbereitet, aber wenn dann die Zeit gekommen ist, zünden sie einfach nicht. Das gilt für Slapstickmomente ebenso wie für Dialoge, die scheinbar pointiert sein sollten, aber dümmlicher kaum sein könnten.

Bisweilen fühlt man sich wie einer Parodie des Horror-Duos Jason Friedberg und Aaron Seltzer. Deren Filme sind auch frei von jedem Humor und eignen sich zum Fremdschämen. Gleiches kann man auch „Dschungelcamp“ unterstellen, der das an sich gute Ensemble komplett im Regen stehen lässt.

Sowohl Adam Brody („O.C. California“) als auch Megan Boone („The Blacklist“) sind an und für sich gute, solide Schauspieler, aber hier müssen sie sich an Dialogen und Szenen abarbeiten, bei denen niemand gut wegkommen kann.