Für Quentin Tarantino ist Brian Trenchard-Smith einer der besten Regisseure überhaupt. Er selbst findet, dass er wichtige Geschichten schrullig erzählt. Manchmal aber auch unwichtige, doch auch die schrullig. Seine neue Actionkomödie „Drive Hard“ ist nicht wichtig, der kapitalismuskritische Unterton ist so minimiert, dass er nicht weiter ins Gewicht fällt. Stattdessen hat man eine herrlich schräge Buddy-Geschichte mit zwei ungleichen Männern, die sich irgendwie zusammenraufen müssen.

Drive Hard - Deutscher TrailerEin weiteres Video

Simon Keller (John Cusack) will Fahrunterricht von Peter Roberts (Thomas Jane), einem ehemaligen Rennfahrer. Tatsächlich braucht er keinen Fahrunterricht, da er selbst ganz gut fahren kann, aber was er braucht, ist ein exzellenter Fluchtfahrer. So wird zu einer Bank gefahren, Keller stiehlt neun Millionen Dollar in Wertpapieren, und los geht’s mit der Flucht.

Die Polizei glaubt, dass Roberts Teil des Raubüberfalls ist, Keller wiederum hat einen Plan, wie er mit dem Geld entkommen kann. Und nicht nur das, er will Roberts auch etwas abgeben und dafür sorgen, dass dieser nicht ins Gefängnis gehen muss.

Drive Hard - John Cusack und Thomas Jane sind Fast and Furious

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Der Film erscheint bei uns am 21.11.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Auf der Flucht geschehen die irrsten Dinge. Die Zwei werden von Söldnern verfolgt, Zivilisten wollen sie verhaften und die Kugeln fliegen ihnen nur so um die Ohren, aber das ist alles nichts, was ein durchgedrücktes Gaspedal nicht richten könnte…

Wenn’s an der Originalität hapert, muss es wenigstens flott sein

Sicher, die Geschichte ist nicht dazu angetan, Blumentöpfe zu gewinnen. Das ist alles nicht neu, sondern nur eine Ansammlung von Buddy-Movie-Versatzstücken. Das wirkt heutzutage ein klein bisschen frischer, weil es diese Art Filme anders als in den 1980er Jahren nicht mehr im Übermaß gibt. Brian Trenchard-Smith wiederum ist im Geiste aber immer noch ein Kind der 1980er Jahre.

Damals hat er seine größten Erfolge gefeiert, war Teil der Ozploitation, der australischen B-Filmwelt, und lieferte ein paar Mittelklasse-Klassiker ab. In den letzten Jahren ist sein Oeuvre deutlich verflacht. Er ist noch immer fleißig, seine große Zeit liegt aber hinter ihm. „Drive Hard“ erinnert auf angenehme Art und Weise daran.

Drive Hard - John Cusack und Thomas Jane sind Fast and Furious

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Will eigentlich keinen Ärger: Peter Roberts (Thomas Jane).
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Aus wenig viel machen

Brian Trenchard-Smith ist dafür bekannt, aus kleinen Budgets das Maximalmögliche herauszuholen. Das merkt man „Drive Hard“ schon an, dessen Budget wohl großteils in die zwei Stars geflossen ist. Der Rest reichte Trenchard-Smith aber, um eine Verfolgungsjagd zu inszenieren, die nur selten einmal einen Gang herunterschaltet. Wenn die zwei Hauptakteure nicht gerade PS-stark unterwegs sind, dann gibt es Momente, die alles andere als ruhig sind.

Die wenigen Telefongespräche, die Janes Figur führt, sind noch die ruhigsten Momente, leben aber auch von einem albernen Sinn für Humor. Cusack und Jane lassen sich gegenseitig genug Raum. Es mag sein, dass sie nicht die beste Chemie zueinander haben, aber ihre Figuren mögen sich schließlich auch nicht – und das gilt sogar noch am Ende. Denn Freunde – Buddys – werden die zwei wirklich nicht.

Tatsächlich gibt es auch eine Szene mit einem Revolver, die zugleich lustig und dramatisch ist. Weil der eine zu schießen droht und der andere bedeutungsschwanger bis Fünf zählt, auch wenn’s eigentlich Sechs ist. Es ist dieser absurde Humor, der Trenchard-Smiths Filme schon immer ausgezeichnet hat und auch hier dazu beiträgt, einen kleinen B-Film reizvoller zu gestalten.