Wenn ein europäischer Regisseur nach Hollywood geht, dann ist das immer mit Vorsicht zu genießen. Zu oft hat man miterleben müssen, wie innovative Filmemacher dem Ruf des Geldes folgten und dann einen Film ablieferten, der nicht die Qualitäten ihres früheren Werks besitzt.
Dementsprechend interessant war es zu sehen, was der Däne Nicolas Winding Refn mit seinem US-Debüt „Drive“ machen würde. Sein erster englischsprachiger Film ist es nicht, aber weder „Bronson“ noch „Valhalla Rising“ sind US-Produktionen. Ungewöhnlich an „Drive“: Nicolas Winding Refn hat nicht wie üblich selbst das Skript verfasst.
Im Mittelpunkt steht ein Namenloser. Driver (Ryan Gosling) ist ein Profi - ob in seinem Tagesjob als Mechaniker, als gelegentlicher Hollywood-Stuntman oder als Fluchtwagenfahrer bei Nacht. Er ist ein Einzelgänger: schweigsam und verschlossen. Alles in seinem Leben läuft glatt, doch dann lernt er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) kennen.
Ryan Gosling: mehr Steve McQueen als Vin Diesel.Zarte Bande der gegenseitigen Zuneigung werden geknüpft, doch nach nur wenigen Tagen erhält Irene die Nachricht, dass ihr Ehemann Standard (Oscar Isaac) aus dem Gefängnis entlassen wird. Wenig später muss Driver miterleben, wie Standard von ein paar Leuten aufgemischt wird. Er schuldet ihnen aus seiner Zeit im Gefängnis noch Geld – und nun soll er es abarbeiten. Tut er das nicht, geht es Irene und dem gemeinsamem Sohn Benicio an den Kragen.
Driver beschließt, Irene und damit auch Standard zu helfen. Er wird der Fluchtfahrer bei dem Coup, den Standard abziehen soll. Eigentlich eine einfache Sache. Einen Pfandleiher ausrauben, schnell verschwinden, die Schulden bezahlen, doch dann geht etwas schief. Menschen sterben und Driver steht plötzlich auf der Abschussliste. Fliehen oder aufräumen – eine andere Wahl bleibt ihm nicht.
Anders als vielen seiner Kollegen ist es Refn gelungen, seinen eigenen Stil zu bewahren. Er fand auch ein Projekt, das für seine Stärken wie geschaffen ist. Hossein Amini hat James Sallis‘ Roman sehr gekonnt als Skript umgesetzt, aber es ist Refns filmische Gestaltung, kombiniert mit der phänomenalen Darstellung von Hauptdarsteller Ryan Gosling, die „Drive“ zum Erlebnis werden lässt.
Der Film beginnt mit einer Action-Sequenz, die an „Transporter“ erinnert, aber diesen auch sofort in seine Schranken verweist. Refn hat seine filmische Ausbildung nicht von überdrehten Action-Vehikeln erhalten, sondern von den Klassikern. Schon in den ersten Minuten denkt man bei „Drive“ mehr an „Bullitt“ als „Fast & Furious“ - und das nicht nur, weil er mit seiner rasanten Verfolgungsjagd an die nicht minder aufregenden Geschwindigkeitsduelle dieses Films erinnert, sondern weil Gosling wie die Reinkarnation von Steve McQueen erscheint.
Staub statt Glitzer: Drive huldigt den Klassikern.Refn nennt Michael Scorsese als eines seiner großen Vorbilder und seine Inspiration. Das spürte man schon bei seinen „Pusher“-Filmen, wird hier aber noch stärker offenbar, erinnert der namenlose Driver mitunter doch an Travis Bickle: ein stiller, unscheinbarer Mann, in dem ein Hang zur Gewalt brodelt.
Zugleich gestaltet Refn seinen Film als eine Hommage an das Crime-Kino der 80er Jahre à la „Leben und Sterben in L.A.“ oder „8 Millionen Wege zu sterben“. Ein knallharter Thriller mit den Manierismen eines Film noir, aber vor tagheller, sonnendurchfluteter Kulisse.
Regie: Nicolas Winding RefnGenre:Thriller, ActionFilmstart: Darsteller:Bryan Cranston, Carey Mulligan, Ryan Gosling
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"Cooler Streifen; Thriller abseits vom üblichen Hollywood-Overkill, der leise und mit starken Bildern zu überzeugen weiss =)"
Das habe ich gestern nach dem Film geschrieben, den ich ohne eine unsinnige Erwartungshaltung besuchte und mit einem starken Film belohnt wurde.
Zugegeben die Handlung erscheint nicht neu, entwickelt sich aber wie im gamona-Fazit angesprochen doch anders, als man zunächst erwartet.
Im Endeffekt sind es die starken und nicht wie üblich überbelichteten Charaktere, die den Film ausmachen.
Ich schaue auch gerne Popcorn-Kino, wie Transporter, Transformers und Co., aber es sind solche Filme die in Erinnerung bleiben ;)
Ich fand Miami Vice Ganz Cool, man darf da aber nicht an die 80er denken, sondern ihn als ein anderen Film genießen und keine vergleiche zu den echten ziehen.
Gibt es die Serie eigentlich auf DVD?(gleich mal suchen) Ich schaue da jedes mal nur 2min und bin sofort Back To The 80s...geil.
nicht unbedingt wegen der Schauspielerischen Leistung, sondern eher weil der optisch schon mal nen Brett war, immerhin, da war die Nacht auch Nacht und kein Blaufilter und die Shaky cam hat auch nicht genervt, das kennt man nun zuhauf schlechter
Wenn du Michael Mann kritisierst,
Wenn du Michael Mann kritisierst, kritisierst du "Heat" und spätestens da hörts bei mir dann auf. Niemand kritisiert mein "Heat"!
:)
Positiv, Garry, ...und mehr noch: Er war dazu auch (ganz nebenbei mal erwähnt), noch maßgeblich daran beteiligt, eher unbekannte Begriffe wie "?Drogen*o_O*", "?Dealer*o_O*" und "?Miami*o_O*" letztendlich salonfähig zu machen. Und ja, plötzlich aufblitzende Herrenmodetrends wie etwa das "Sockenlose" Slippertragen gehörten auch dazu. Die wohl beste Serie aus den 8zigern möchte ich nie missen wollen, ebenso wie den (etwas später) folgenden gleichnamigen Film von Michael Mann. Also, der Mann sollte NIE für seine(n) Ideen & Regiestuhl jemals nur annähernd angezweifelt werden, sonst zweifel ich an meiner Kindheit, sie je erlebt zu haben.o_O-xD
Bitte bitte, zieht keine Vergleiche zu Transporter oder F&F, wenn ihr ihn nicht gesehen habt.
Kamera, Soundtrack (!), Schauspieler, Stil - Einfach top!
9/10
Wenn du Michael Mann kritisierst, kritisierst du "Heat" und spätestens da hörts bei mir dann auf. Niemand kritisiert mein "Heat"!
:)
Die hat er mit Tower Heist nicht gleich wieder eingebüsst? Du wirst weich, Rajko.
"Greenberg" ist ein Geschenk. Seitdem hat Stiller Narrenfreiheit bei mir.
was aber auch daran liegen könnte das viel mehr von dieser Sorte Film angeboten wird, immerhin sind Studiobosse schon ziemlich Konservativ
Ich glaube, es ist mehrheitlich eine Altersfrage, ob man den Film nun grandios oder langweilig findet.
ich würde eher sagen dass das eine Frage des guten oder schlechten geschmacks ist
und ich würde schon sagen dass das vorziehen von so Effektblender nicht wirklich von einem guten geschmack zeugen läßt
Ich glaube, es ist mehrheitlich eine Altersfrage, ob man den Film nun grandios oder langweilig findet.
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Ich glaub ich guck mir den auch mal an
am anfang ist es ein Verbrecher Film, dann ein rennfahrer.... dann ein liebes .... dann ein killer movie, alles zusammen gwurschtelt :D
befürchte aber, dass refn auch hier wieder seinem stil treu bleibt und nen sehr sperrigen und teilweise kaugummizähen film abliefert:( pusher, bronson und valhalla rising leben ganz klar vom setting und deren grandiosen darstellern keine frage aber, diese filme sind doch alles andere als unterhaltsam...