Freezer, der Obermacker aus Dragonball Z, ist zurück. Kaum von den Toten auferstanden, überkommen ihn Rachegedanken an Son-Goku und die anderen Sayajins, die dem außerirdischen Planetenzerstörer damals den Garaus gemacht haben. Nun ist er stärker als je zuvor, grausamer – aber nicht unbedingt intelligenter.

Dragonball Z: Resurrection F - Deutscher Trailer

Wenn ich so darüber nachdenke, ist es schon verblüffend, wie lange es gebraucht hat, bis endlich mal einer der bösen Buben auf die Idee kam, Gebrauch von den Wünsche erfüllenden Dragonballs zu machen, um ihresgleichen wiederzubeleben. Noch verblüffender ist, dass sich Son-Goku und seine Freunde ernsthaft darüber wundern, wie es nur möglich sein kann, dass einer ihrer getöteten Erzfeinde wieder unter den Lebenden weilt. Schließlich haben die Helden über Jahre hinweg immer wieder dasselbe getan, um die Schäden der Superschurken rückgängig zu machen. Aber das ist nicht die einzige Sache, über die man sich bei diesem Film wundern wird.

Mehr Dragonball Z oder Dragonball Super?

Wer auf das Serienwissen der ersten beiden Staffeln zurückgreifen kann, wird es trotz der Fülle an bekannten und teils unbekannten Charakteren nicht ganz so schwer haben, in „DragonBall Z: Resurrection F“ einzusteigen. Zumindest sei denjenigen aber noch vorher geraten, sich den Vorgängerfilm „Dragonball Z: Kampf der Götter“ anzuschauen, der sechs Monate vor den Ereignissen des aktuellen Films spielt. Neben den altbekannten Charakteren aus Z gibt es auch ein Wiedersehen mit Beerus, dem Gott der Zerstörung, und seinem Gehilfen Whis, die sich damals mit den Erdlingen angefreundet haben.

Dragonball Z: Resurrection F - Die nächste Evolutionsstufe kommt mit Goldlack und blauen Haaren

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Und der Oscar für die absurdeste Transformationsstufe geht an... Freezer!
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Durch die vernünftig eingeführten Neuzugänge funktioniert „Kampf der Götter“ als ein eigenständiger Pilotfilm zur neuen Serie „Dragonball Super“ ganz gut. „Resurrection F“ wirkt dagegen eher noch wie eine handlungsübergreifende Fortsetzung zur Serie, da bereits im Vorfeld einige neue Charaktere etabliert wurden, mit denen die Helden schon vertraut sind. Beide Filme können sozusagen als kurz gefasste Handlungsbögen der Serie gesehen werden und als solche kommen sie entsprechend sehr kurzweilig daher.

Wieder muss vor der ultimativen Auseinandersetzung erst einmal eine ganze Stadt zu Asche verwandelt werden, damit die Helden die neue Bedrohung wahrnehmen und wie so oft müssen Gokus Freunde aufgrund seiner Abwesenheit den Feind zunächst in Schach halten. Der tut nämlich das, was er schon immer getan hat: auf anderen Planeten trainieren. Und weil er ausgerechnet bei seinem neuen Meister Whis trainiert, dessen Planet irgendwo ein, zwei Sternengalaxien weiter entfernt liegt, dauert es mit seiner Rückkehr ein Weilchen. Aber Freezer nimmt sich die Zeit. Schließlich will er ja Rache an Goku nehmen und die Erde zerstören. Ist ja nicht so, als könne er es in umgekehrter Reihenfolge machen.

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Das Kanonanfutter weiß noch nicht, was ihm auf der Erde blüht. Immerhin gehören die Massenkämpfe gegen Freezers Abkömmlinge zu den bestaussehenden Actionszenen des Films.
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Von Synchro-Macken und Massenschlachten

Als Verfolger der neuen Serie habe ich tatsächlich etwas an den Handlungssträngen der Filme zu schätzen gelernt: Sie kommen in Sachen Kämpfe schnell zur Sache und verlieren sich auch nicht in irgendwelchen verlängerten Expositionen und Vorbereitungsphasen. Genau das ist nämlich die größte Schwäche der nach wie vor laufenden Super-Serie. Selbst nach mehreren Dekaden und einer langen Pause zwischen den Generationen bleibt das Motto „Stark, stärker, am stärksten“ unverändert und der Fokus liegt natürlich immer noch auf den Kämpfen. Die Filme präsentieren und visualisieren diese aufgrund ihrer begrenzten Erzählzeit etwas anders. Vor allem enden sie entsprechend schnell wie sie begonnen haben. Und genau das tut dem Erzählfluss insgesamt ganz gut. Es gibt keine unnötigen Hänger, aus dem Kampf reißende Szenenwechsel oder die besagten langatmigen Aufbaumomente, in denen erst auf einen Kampf hingearbeitet wird.

Klassische Dragonball-Z-Actionkost zur kurzweiligen Berieselung, dessen einziger Schauwert aus einigen wenigen Kämpfen besteht.Fazit lesen

Der serientypische Akira-Toriyama-Pipi-Kacka-Humor kommt ebenso oft genug zum Einsatz. Vielleicht liegt es daran, dass er hier etwas penetranter und aufgesetzter wirkt als im Vorgänger. Jedenfalls war der Fremdschämfaktor gefühlt höher. Entweder man mag es nach wie vor oder eben nicht. Etwas komischer, wenn auch vielleicht eher unfreiwillig, sind die Dialoge, die manch einen Charakter dümmlicher wirken lassen, als er eigentlich ist.

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Kleines Beispiel: Gokus nasenloser Kumpel Krillin bekommt vor dem bevorstehenden Schlagabtausch mit Freezer von der ehemaligen Cyborgdame und seiner jetzigen Ehefrau C18 den Rat, mit ihr zu tauschen, da sie stärker ist als er. Er rät ihr daraufhin, lieber zurückzubleiben, da Freezer ja augenscheinlich auch stärker geworden sei.

Der sonst schnell zu reizende Freezer selbst ist ausnahmsweise sehr umgänglich, wenn ihm die kecke Bulma eine Beleidigung nach der nächsten an den Kopf wirft, und wartet geduldig auf Gokus Ankunft, da er laut eigener Aussage zufolge ohnehin 1,5 Millionen mal stärker geworden ist. An anderer Stelle erklärt Whis seinen Kampflehrlingen Vegeta und Son-Goku, dass beide viel stärker werden könnten, wenn sie nur aufhören würden, im Kampf viel nachzudenken. Tolle Idee, waren gerade die beiden Haudraufrivalen ja seit jeher für ihren Intellekt bekannt. Als Zuschauer tut man jedenfalls gut daran, diesen Ratschlag ebenfalls zu beherzigen und die inhaltliche Logik der Gespräche nicht zu hinterfragen.

Dragonball Z: Resurrection F - Die nächste Evolutionsstufe kommt mit Goldlack und blauen Haaren

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Nach rot folgt also blau. Welche Farbe werden die Haare der nächsten Transformationsstufe wohl haben? Pink? Giftgrün? Regenbogenfarben?
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Mal abgesehen davon funktionieren die Actioneinlagen, wie man es als Fan von der Marke Dragonball auch erwartet. „Resurrection F“ bietet viele brachiale Momente, die eingefleischten Fans immer noch ungewohnte Schauwerte bieten. So einen richtigen Massenkampf gegen mehrere hundert Gegner gab es in der Serie beispielsweise nie. Geschulte Augen werden schnell Freezers CGI-animierte Schergen von den normal gezeichneten Hanseln unterscheiden. Erstere kommen aber meist nur bei den Großaufnahmen vor oder bleiben dezent im Hintergrund, wo sie innerhalb der riesigen Masse ohnehin kaum auffallen. Ebenso eindrucksvoll inszeniert sind die ungewöhnlich vielen Verfolgungsjagden, in denen Goku und Co. vor den Handlangern wegfliegen und fast schon wie in einem Railshooter unzähligen Geschossen ausweichen. Ein bisschen Nostalgiefaktor ist auch dabei, wenn manch eine fast schon in Vergessenheit geratene Kampftechnik zum Einsatz kommt. Wer Dragonball Z also schon immer wegen der Kämpfe verfolgt hat (und wer hat das nicht?), wird auch hier reichlich davon zu sehen bekommen und nicht enttäuscht.

Ein wenig schade ist nur, dass die humorigen Szenen nicht mit denen im Vorgängerfilm mithalten können. Gerade die Auflockerung immer gleich gebliebener Stereotypen verlieh dem versteiften, insgesamt recht facettenlosen Cast ein wenig Frische. Letzten Endes bleibt aber alles beim Alten und je nachdem, wie viel man davon verträgt, macht man mit „Resurrection F“ entsprechend wenig falsch.