Es war noch gar nicht so lange her, als wir mit einem kleinen Special zu "Dragon Ball Super" ein paar Vermutungen bezüglich der Handlung abgegeben haben. Bekannt war lediglich, dass die neue Serie die Geschichte um die Wünsche erfüllenden Drachenkugeln und den allerseits bekannten Affenjungen Son-Goku fortsetzt. Wir haben grob vorausgesagt, dass die Geschehnisse der aktuellen "Dragon Ball Z"-Filme eventuell Einfluss auf die Serienhandlung ausüben könnten. Und siehe da: Genau das ist nun der Fall.

Dragonball Z: Kampf der Götter - Deutscher Movie TrailerEin weiteres Video

Viele "Dragon Ball"-Fans dürften die japanische Erstausstrahlung der lange ersehnten Nachfolgerserie vor einigen Wochen verfolgt haben und sich vielleicht sogar ein wenig nostalgisch gefühlt haben. 18 Jahre ist es immerhin schon her, als das große Anime- und Manga- Epos um die übermenschlich starken Saiyajin-Krieger ein vorübergehendes Ende gefunden hatte. Zwischenzeitlich erschienen einige Filme, die vom gleichen verantwortlichen Studio Toei Animations produziert wurden und nur lose an die Originalgeschichte anknüpfen.

Dragonball Z: Kampf der Götter - Der bestmögliche Kompromiss für Allzeit-Fans und diejenigen, die rausgewachsen sind

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Der stets gutgelaunte Son-Goku kann der Herausforderung abermals nicht widerstehen und lässt sich einmal mehr von seinem Gegner verprügeln. Manche Dinge ändern sich nie.
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Bei der Produktion jener Filme hatte Akira Toriyama, der allerweltbekannte Schöpfer des "Dragon Ball"-Universums, nur eine minimale Aufsichtsfunktion inne, was eventuell kein unbedeutender Grund war, warum diese bei den meisten Fans unterm Tisch gefallen sind. Ähnlich belächelt wurde auch die Fortsetzungsserie "Dragon Ball GT", bei der Toriyama lediglich die Grundideen sowie das Character-Design lieferte. Aus diesem Grund zählen die Fans sowohl die Serie als auch die Filme nicht zum allgemeinen Kanon dazu.

Ob ein Ableger als Teil des Serienkanons akzeptiert wird, hängt auch stark damit zusammen, wie gut gewisse Kontinuitäten aufrechtgehalten werden und sich die einzelnen Handlungen ergänzen. Gerade weil die GT-Serie in der Hinsicht starke Diskontinuitäten zur Hauptszenario aufweise, galt jene Fortführung als weniger gelungen, so zumindest der allgemeine Tenor. Daher schürt die neue Serie, "Dragon Ball Super" umso größere Erwartungen bei Serienkennern, da sich Toriyama persönlich für die Geschichte verantwortlich zeichnet. Interessant wird die Kanon-Diskussion im Bezug auf den Film "Dragon Ball Z: Kampf der Götter", der letztlich den Grundstein für die Serie legte, da große Teile der Handlung übernommen wurden.

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Der erste Eindruck täuscht. Beerus, der Gott der Zerstörung (rechts) und sein Diener Whis wirken zunächst wie Schema-F-Bösewichte, entwickeln sich aber zu den geheimen Stars des Films.
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Sehr konventionell und doch erfrischend

Wie so oft in "Dragon Ball" läuft die Rahmenhandlung hier wieder auf einen Kampf zwischen Son-Goku und einer außerirdischen Lebensform hinaus, die die Erde vernichten will. Wobei der Grund in dem Fall nicht banaler sein könnte. Diesmal bekommt es unser Lieblings-Saiyajin mit einem waschechten Gott zu tun, der um eine Portion Pudding betrogen wurde und aus Frust die Welt dem Erdboden gleichmachen will. Jepp, richtig gelesen: Aufgrund eines Puddings schweben Son-Gokus Freunde und sämtliche Bewohner des blauen Planeten in Gefahr.

Dass sich die Handlung stellenweise aufgrund vieler Absurditäten nicht zu ernst nimmt - zumindest nicht so todernst wie bei den Vorgängerfilmen - und mit gewissen Serien-Insidern spielt, mag mitunter tatsächlich ein Grund sein, warum "Dragon Ball Z: Kampf der Götter" kurzweiliger daherkommt und selbst ehemalige Fans mit einem gewissen Augenzwinkern anspricht, die mit dem generischen Kampf-Shounen-Genre nichts mehr anfangen können. So ist zum Beispiel Beerus, der besagte Gott, kein boshafter Antagonist im eigentlichen Sinne. Zwar wird er im Film ehrfürchtig von den anderen Charakteren als Gott der Zerstörung betitelt, der in der Vergangenheit aufgrund seiner launischen Art bereits mehrere Galaxien vernichtet hat, doch eigentlich ist er nicht mit ursprünglich böswilligen Intentionen auf die Erde gekommen.

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Als Prinz Pilaw gegenüber den Drachen Shen-Long für sich und seine Untergebenen Mai und Shu den Wunsch äußerte, die ewige Jugend zu erlangen, hatte er sich die darauffolgende Entwicklung sicher anders vorgestellt...
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Alles was er lediglich wollte, ist seine Stärke mit dem legendären Super-Saiyajin-Gott in einem Kampf zu messen, der ihm öfters in seinen Träumen erscheint. Da Beerus glaubt, dass es sich um eine Vorhersage handelt und laut seinem Diener die letzten noch verbliebenden Saiyajins auf der Erde leben, beschließt er dort etwas über jenen göttlichen Krieger in Erfahrung zu bringen. Dabei platzt er zufällig in Bulmas Anwesen vorbei, die mit sämtlichen Freunden aus Son-Gokus Riege ihren Geburtstag feiert.

Unter den Anwesenden ist auch Bulmas Ehemann und Saiyajin Vegeta, der sich vor Beerus aufgrund einer früheren, unangenehmen Begegnung fürchtet. Zu seinem Pech hält die naive Bulma den Gott für einen alten Freund ihres Mannes und lädt ihn prompt dazu ein, sich an dem Geburtstags-Buffet zu beteiligen. Da Beerus ein leidenschaftlicher Gourmet ist, nimmt dieser die Einladung freudig an. Zur gleichen Zeit schleichen sich der aus den frühen Staffeln bekannte Bösewicht Prinz Pilaw und seine Gefolge in Bulmas Villa, um sich abermals die Dragon Balls an sich zu reißen. Was darauf folgt ist eine Kettenreaktion chaotischer Momente, bei denen besonders Freunde des typischen Toriyama-Humors auf ihre Kosten kommen werden.

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"Dragon Ball Z: Kampf der Götter" erscheint am 21.08.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Schlägst du etwa meine Fraaaaaaaaaaaaauuuuuu?!

Im Großen und Ganzen spricht der Film in erster Linie diejenigen unter den "Dragon Ball"-Fans an, die den Comedy-Anteil neben der Kämpfen zu den wesentlichen Faktoren der Serie zählen. Sternstundenmomente, in denen die Charaktere ihre vertrauten Macken und Eigenheiten zum Besten geben, gibt es jedenfalls genug. Viele davon sahnt Griesgram Vegeta ab, der sich unter anderem mit einer kurzen Tanzeinlage vor allen anderen zum Affen machen muss, um Beerus von seinen Wutausbrüchen abzulenken oder in einer anderen Szene sekundenschnell seine stärkste Saiyajin-Stufe aus Wut erreicht, nachdem seine Frau vom zuvor noch gefürchteten Gott eine gescheuert bekommt.

Ein überraschend bodenständiger und kurzweiliger Film, der sämtlichen Anime-Adaptionen gebührend Respekt zollt.Fazit lesen

So kurzweilig der Film, so unvermeidbar ist auch die teilweise zu kurz geratene Screentime beliebter Charaktere. Als Fan wird man sich trotzdem über die kleineren Rollen von Mr. Satan, Piccolo, Gotenks, dem Herr der Schildkröten, Saiyaman und Boo freuen. Letzterer ist sogar dafür verantwortlich, dass Vegetas mühevolles Unterfangen, Beerus bei Laune zu halten, nach vielen Versuchen scheitert, nachdem er ihm den Pudding wegisst. Was den griesgrämigen Saiyajin wiederum ärgert, da er sich umsonst die Blöße gegeben hat.

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Ideal für einen Trinkspiel-Filmabend: Wann immer einer im Film "Gott der Zerstörung" sagt....
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Auch an die "Dragon Ball GT"-Fans wurde gedacht, da im Laufe der Geschichte einem bestimmten Charakter aus ebenjener Serie eine bedeutungsvolle Rolle zukommt. Wenn man letzten Endes vielleicht etwas vermissen könnte, wäre das wohl die bis zum Ende gar nicht so wirklich zum Tragen kommende Destruktivität von Beerus. Der bleibt zwar sogar bis zum Ende selbst für Son-Goku ein überlegender Gegner, mausert sich dennoch aufgrund seiner Leidenschaft fürs Essen und seiner witzigen Interaktionen mit den anderen Charakteren zu einem der größten Sympathieträgern des Films.

Ka-Me-Ha-Me-Ha-Kampfgebrüll damals wie heute

Ein großes Plus verdient der Film auch bezüglich der ausgeglichen, eingestreuten Kampfszenen. Besonders das Finale liefert in puncto Kamerafahrten und Choreographien optisch ansehnliche Action-Momente. Diese lassen die im Gegenteil dazu unschön geratenen, dominant auffälligen CGI-Hintergründe leicht verschmerzen. Auch auf einige wenige plump daherkommende Dialogabschnitte, die selbst einem Weisheitsredner wie Optimus Prime fremdschämen lassen, hätte man bei den Kämpfen verzichten können.

Ansonsten gibt es inhaltlich an den Dialogen nicht viel zu kritisieren, da sie unter anderem auch aufgrund von kleinen Freiheiten bei der Lokalisierung maßgeblich zur Unterhaltung beiträgt. Gerade diejenigen, die die damaligen deutschen Stimmen von Son-Goku und Co. noch gut in Erinnerung haben, werden sich über vertraute Sprecher wie Tommy Morgenstern, Oliver Siebeck und andere alte Sprecher freuen.

Generell sollten "Dragon Ball Z"-Fans sich den Film nicht entgehen lassen, sofern sie auch an der neuen Serie "Dragon Ball Super" interessiert sind. Im Grunde genommen fungiert der Film als eine Pilotfolge, da die Serie die gleiche Rahmenhandlung aufgreift und auch die Charaktere aus dem Film einführt.