Gerade auf DVD und Blu-ray erschienen, ist „Dragon Age: Dawn of the Seeker“, ein Animationsfilm, an dem auch das Entwicklerstudio Bioware beteiligt ist. In manchen Ländern kam dieser Spin-off zum zweiten Spiel schon 2012 auf den Markt, allzu lange musste man aber auch hierzulande nicht auf den Release warten.

Der computeranimierte Film, der teilweise klassischen Zeichentrick imitiert – bei den Gesichtern –, hat eine passable, aber wenig originelle Fantasy-Geschichte zu bieten. Aber: Fans der Spiele dürften abseits der Action wegen den Inkonsistenzen zum bereits etablierten „Dragon Age“-Universum wenig erfreut sein.

Bei amazon: Dragon Age: Dawn of the Seeker

Ein junges Mädchen ist von den Blutmagiern entführt worden. Von den Suchern wird das Kind befreit, doch Byron ist überzeugt, dass das Mädchen Avexis in Gefahr und innerhalb der Kirche eine Verschwörung am Werk ist. Darum nimmt er sich des Mädchens an, wobei er von der Sucherin Cassandra begleitet wird. Doch bevor die zwei das Mädchen an einen sicheren Ort bringen können, werden sie von Blutmagiern angegriffen. Byron stirbt und das Mädchen wird abermals entführt.

Die Kirche und die Templer glauben nun, dass die Sucher Byron und Cassandra sie verraten haben. Man schickt Leute aus, sie gefangen zu nehmen. Derweil suchen Cassandra und Regalyan, an den Byron das Mädchen übergeben wollte, da es bei ihm sicher gewesen wäre, nach dem Kind und finden heraus, wofür die Blutmagier es überhaupt brauchen. Avexis besitzt die Fähigkeit, Drachen zu kontrollieren – eine Fertigkeit, die die Blutmagier nutzen wollen, um die Herrschaft an sich zu reißen.

Dragon Age - Dawn of the Seeker - Episch? Der Film zum Spiele-Epos

alle Bilderstrecken
Drachen gibt's, aber wie in den Spielen halten sie sich sehr zurück.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 5/71/7

Blutmagier sind gefährlich?

Das größte Problem des Films ist, dass die Blutmagier, die in den Erzählungen als besonders mächtig und dementsprechend gefährlich dargestellt werden, in der Praxis eigentlich ziemlich lahme Gegner sind. Denn von ihrer Magie, die sie laut Templern so gefährlich macht, ist hier nicht viel zu sehen. Tatsächlich stehen die Blutmagier meist herum, nutzen keinerlei Magie und werden von ihren Gegnern zuhauf niedergemacht.

Packshot zu Dragon Age - Dawn of the SeekerDragon Age - Dawn of the Seeker kaufen: ab 43,98€

Während sie in den Spielen wahrlich mächtig und dementsprechend gefährlich sind, funktionieren sie im Film nicht – und das weder für Spieler noch für „Zivilisten“, die einfach nur einen Fantasy-Film sehen wollen. Erstere wissen es besser und Letztere wundern sich, was das ganze „Die Blutmagier sind so gefährlich“-Gedöns eigentlich soll.

Actionreicher Fantasy-Film mit schöner Optik, aber vorhersehbarer Geschichte und Inkonsistenzen mit der etablierten Dragon-Age-Mythologie.Fazit lesen

Wenig Handlung, viel Action

Wo die Geschichte nur wenig hat, mit dem sich punkten lässt, ist es in Sachen Action gänzlich anders. Die Kampfchoreographie ist ansprechend und höchst dynamisch, wobei einige Bewegungsmomente sehr authentisch wirken, gerade so, als sähe man echte Menschen vor sich. Bei den zahlreichen Kämpfen mit allerhand unterschiedlichen Gegnern gibt es reichlich Abwechslung, so dass Wiederholung nicht vor- und Langeweile erst gar nicht aufkommt.

Dragon Age - Dawn of the Seeker - Episch? Der Film zum Spiele-Epos

alle Bilderstrecken
Dafür gibt's eine Menge Blut - genau wie in den Spielen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden2 Bilder

Die Animation der Gesichter ist dank des Zeichentricklooks nicht nur optisch interessant, sondern strahlt auch Charme aus. Die Mimik ist nicht so prägnant wie bei echten Schauspielern, aber erkennbar vorhanden. Dazu kommt im Deutschen eine hochwertige Synchronisation, bei der namhafte Schauspieler zu hören sind, beispielsweise Klaus-Dieter Klebsch (Hugh Laurie in „Dr. House“) oder Karin Buchholz (Sigourney Weaver).

Alle Drachen sind schon da

Gemäß der Hintergrundgeschichte aus den Spielen sind Drachen – trotz des Titels „Dragon Age“ – Wesen, die man nur selten sieht. Im Film gibt es davon gleich mehrere, die am Ende für Verheerung sorgen sollen. Damit nicht genug, ist die Hauptfigur Cassandra Mitglied eines Drachenjägerclans. Ein höchst interessanter Clan, wenn es kaum Drachen gibt, die man jagen könnte. Und wenn dann doch mal einer da ist, dann wird er besiegt, indem man auf seine Rücken springt und ihn ersticht. Also nichts, was nicht jeder x-beliebige Actionheld genauso gut könnte ...