Fortsetzungen, Remakes, Neuauflagen. Die Welt des Kino wird mit ausgelutschten Ideen überschwemmt, seit es ebendieses in seiner modernen Form gibt. Die Kunst ist es, die Hoffnung nie aufzugeben und bereit zu sein, auch im tiefsten, dunkelsten Wasser, nach Perlen zu suchen, die das Vertrauen in die großen Hollywood-Firmen wiederherstellen. Das ist oftmals gar nicht so leicht. Doch manchmal … Wird man überrascht.

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Willkommen zurück in Berk

Vier Jahre sind in das Land gezogen. Nicht nur für uns. Auch für die tapferen Wikinger auf der kleinen Insel Berk. Unsere Helden von damals sind erwachsen geworden. Manche reifer. Andere … Einfach nur älter. An ihnen ist die Zeit genausowenig spurlos vorbeigezogen, wie an uns selbst. Gerade das macht den Film schon ab der ersten Minute sympathisch.

Drachenzähmen leicht gemacht 2 - Oh, Gott sei dank. Sie haben es nicht versaut.

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Die Fortsetzung läuft bei uns am 24.07.2014 in den Kinos an.
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Und wenn wir schon bei „sympathisch“ sind, nutzen wir diesen schrecklich schlechten Übergang doch auch und konzentrieren uns auf den Helden dieser Geschichte: Ohnezahn. Oder war es Hicks? Eigentlich egal, denn die beiden sind seit damals jede Sekunde zusammen gewesen. Und erkunden gemeinsam die Welt, die ihnen zur Verfügung steht. Länder wollen entdeckt werden, Karten gezeichnet und Abenteuer erlebt.

Doch manchmal, ist das traute Heim ein Ort, den man nicht verlassen sollte. Denn dort draußen gibt es böse Menschen. Menschen, die Drachen unterwerfen und nur Krieg und Zerstörung suchen. Auf solche Leute trifft auch unser liebenswertes Duo … Und die Geschichte nimmt einen neuen Lauf.

Die zwei stolpern mitten in einen langanhaltenden Disput zwischen einem bösen, ruchlosen Mann der Drachen unterwirft und einer mysteriösen Drachenreiterin, die es sich zur Aufgaben gemacht hat, die liebenswerten Wesen zu beschützen. Eigentlich kein Streit, in den Hicks mit reingezogen werden möchte … Wäre diese Drachenreiterin nicht seine lang verschollene Mutter.

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Wikinger-Fürst Bludvist - Ein übler Zeitgenosse.
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Och, Gott. Wie niedlich!

Die Geschichte von „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ geht nicht unbedingt neue Wege, weiß sich selbst aber in einem frischen Licht zu präsentieren. Der Film spielt die gesamte Zeit über mit den Erwartungen der Kinozuschauer und umgeht diese geschickt, nur um immer wieder eine ganz andere Richtung einzuschlagen. Seien es Stereotypen, Handlungsstränge, die man schon tausendmal gesehen hat, oder sogar sexistisches Schubladendenken.

Mindestens genauso gut wie der erste Teil. Auch wenn sich die Stärken und Schwächen im Vergleich zum Vorgänger leicht verschoben haben.Fazit lesen

Im Mittelpunkt stehen natürlich wieder die Drachen, die mit ihrer Mischung aus Hunde- und Katzenverhalten das Herz eines jeden Tierfans im Sturm erobern. Nicht selten kam aus den Rängen ein langgezogenes „Oooooh“, gefolgt von einem tief bewegten „Aaaaaah“. Die kleinen (und großen) Biester sind einfach zu niedlich.

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Hicks und Ohnezahn merken schnell, dass sie noch viel lernen müssen.
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Trotzdem verschwendet dieser Film nicht unnötig viel Zeit (aber durchaus einige) mit kitschigen Sentimentalitäten und Tränendrüsen-Gedrücke, sondern bringt Minute für Minute die Geschichte voran und erzählt diese aufregend und höchst interessant weiter. Der Humor, aber auch der ernste Unterton des Erstlingswerk wird dabei beibehalten. Jedoch nicht erneut hochgewürgt und wiedergekäut, sondern mit echten eigenen Ideen und neuen Situationen, die es so weder in „Drachenzähmen leicht gemacht“, noch in „Die Reiter von Berk“ zu sehen gab.

Dabei ist die Fortsetzung an mancher Stelle sogar so mutig, Wendungen einzubauen, die erhebliche Konsequenzen für die eben erwähnte Serie mit sich ziehen werden.

Nicht alles was glänzt...

So schön der zweite Teil rund um den Nachtschatten Ohnezahn und seinen besten Freund Hicks auch ist und so voller Abenteuer und „Action“ er auch steckt, es gibt trotzdem ein paar wenige Punkte, die nicht hätten sein müssen.

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Viele Wendungen, die sich nur wenige Animationsfilme trauen würden.
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Vorneweg das leidige Thema 3D. Ernsthaft Leute. Es ist zwar nicht störend in dem Sinne, jedoch auch nicht von Nöten gewesen. Und in den schnellen, temporeichen Passagen verdirbt es einem teilweise sogar die Freude, da man den Bewegungen dank diesem tollen, innovativen 3D, kaum mehr folgen kann.

Außerdem kämpft „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ mit einigen Storyschwächen, die der erste Teil nicht hatte. Wer der Geschichte mit offenen Augen und wachen Verstand folgt, wird sich leider mehr als einmal die Frage stellen, ob auf das Gesehene noch eine Erklärung folgt. Oft ist das leider nicht der Fall. Man könnte meinen, dass sich diese Antworten in der nächsten Staffel von „Die Reiter von Berk“ verstecken werden … Aber das macht es in dem Moment, wo man diesen Film guckt, nicht besser. Und ein bisschen – entschuldigt den Ausdruck – arschig wäre es auch.