In einem Interview nahm Marvel Studios' Kevin Feige Stellung zur Whitewashing-Kontroverse und verteidigte die Entscheidung, Tilda Swinton in einem Gender- und Race-Bending-Act als die Uralte besetzt zu haben. Es sei keineswegs eine politische, sondern, wie von Anfang an kommuniziert, eine kreative Entscheidung gewesen.

Doctor Strange - Kevin Feige versichert: Tilda Swinton-Besetzung keine politische Entscheidung

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Kevin Feige steht dazu, dass Tilda Swinton eine kreative Entscheidung war
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Zu Beginn war es nur eine Überraschung, als Marvel Studios verkündete, die Rolle des Uralten, eigentlich tibetischen Ursprungs, an Tilda Swinton vergeben zu haben. Im Zuge der Besetzung immer mehr Rollen mit Frauen war dies zunächst wie eine typische Hollywood-Entscheidung angesehen worden. Doch dann leuchtete einigen auf, dass erneut und einmal mehr eine Rolle, die von einem asiatischen Darsteller hätte besetzt werden können, von eben jener Traumfabrik ausradiert wurde, die doch ansonsten Diversität gelobt. Die Wut der Fans ließ nicht lange auf sich warten. Mittlerweile machen auch namhafte Prominente wie George Takei mobil gegen das Whitewashing.

"Marvel denkt, wir sind alles Idioten"

Über Facebook meldete er sich zu Wort und kritisierte diese, seiner Meinung nach billige Ausrede:

"Nur damit ich es richtig verstehe, ihr besetzt die Rolle mit einer weißen Darstellerin, damit ihr der Auswertung nicht schadet - in Asien? [Takei bezieht sich hierbei auf die Aussage von Doctor Strange-Drehbuchautor C. Robert Cargills Aussage, man habe politische Gefahrenzonen umschiffen wollen, indem man das Thema Tibet aus dem Film streicht] Dieses Zurückrudern ist fast genauso peinlich wie die Besetzung. Marvel denkt wohl, wir sind alles Idioten."

Als Begründung führt Takei an, dass Marvel die Handlung und den Uralten bereits aus Tibet nach Nepal verlegt habe, weswegen sich die politische Brisanz bereits von selbst gelöst habe. Das Problem liege einfach darin, dass Hollywood systematisch asiatischen Darstellern die Rollen wegnehme, eine Praxis, die im Gegensatz zur Lage der Schwarzen totgeschwiegen werde. Das könne und dürfe man so nicht hinnehmen.

Marvel bleibt dabei: Tilda Swinton war eine kreative Entscheidung

Bereits kurz nach den Aussagen von Cargill hatte sich ein Sprecher Marvel Studios' zu Wort gemeldet und mitgeteilt, dass die Besetzung Swintons als Uralte keineswegs eine politische, sondern vielmehr eine kreative Entscheidung gewesen sei. Etwas, das auch Marvel Studios-Präsident Kevin Feige bereits mitgeteilt hat. Nun verteidigte er diese Entscheidung erneut.

"Wir treffen alle Entscheidungen bei allen unserer Filme", so Feige auf die Frage, ob die Besetzung tatsächlich aus finanziellen Beweggründen heraus getroffen wurde. "Bei Doctor Strange erfolgte sie aus kreativen, nicht aus politischen Gründen. Das war schon immer der Fall gewesen. Ich habe immer daran geglaubt, dass es die Filme selbst sein würden, die Grenzen einreißen und dafür sorgen, dass sich die Menschen mit diesen Superhelden identifizieren, wir wollten keines der teilweise über 50 Jahre alten Klischees aus den Comicbüchern bedienen. Die Idee des Geschlechterwechsels für den Uralten fanden wir großartig. Sie öffnete Möglichkeiten, und es war eine völlig neue Art, an diesen alten und ziemlich typischen Storyfaden anzuknüpfen."

Doctor Strange - Kevin Feige versichert: Tilda Swinton-Besetzung keine politische Entscheidung

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Wird es Doctor Strange aufgrund des Whitewashings schwer haben?
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Die Vorstellung, aus dem Uralten eine Uralte zu machen, gefiel dem Filmteam. "Wir haben andere Rollen aus ähnlichen Gründen verändert. So wurde aus Chiwetel Ejiofor Mordo. Und jemand namens Wong, der eine große Rolle in den Comics einnimmt, wird von diesem atemberaubenden asiatischen Schauspieler Benedict Wong verkörpert."

Feige versichert, dass man die Reaktion der Fans registriert und man ihnen zugehört habe.

In Regisseur Scott Derricksons Doctor Strange spielen neben Benedict Cumberbatch in der Titelrolle als Doctor Strange noch Chiwetel Ejiofor als Baron Mordo, Scott Adkins als Mordos Handlanger, Tilda Swinton als der Uralte sowie Mads Mikkelsen und Rachel McAdams in noch weitestgehend unbekannten Rollen mit. Mikkelsen wird neuen Details zufolge den Hauptbösewicht geben, während McAdams Doctor Stranges Love Interest darstellt.

Doctor Strange soll am 27. Oktober 2016 in die Kinos kommen und stellt einen Film der Marvel Phase 3 dar.

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