Zombies sind einfach überall. Wir leben im Zeitalter der Zombies. Keine Woche ohne neue DVD-Releases, kein Jahr ohne neue Rekord-Einschaltquoten von „The Walking Dead“. Und das ist längst nicht alles. Games, Comics, Roman – man kann den Zombies einfach nicht mehr entkommen. Das merkt man spätestens dann, wenn eine Dokumentation sich mit dem Phänomen befasst. Der Name: „Doc of the Dead“, die am 28. November auf DVD und Blu-ray erscheint.

Doc of the Dead - Teaser Trailer #1

Das Thema ist interessant, keine Frage, der Ansatz von „Doc of the Dead“ ist aber einigermaßen fahrig. Denn so ganz ist man nie sicher, was diese Dokumentation nun eigentlich erreichen will. Sie hat eine Laufzeit von knapp 80 Minuten und versucht, zu viel in überschaubarer Zeit abzuarbeiten.

Denn einerseits möchte man einen Abriss der Zombie-Film-Historie seit „White Zombie“ im Jahr 1932 geben, andererseits wird der Fokus auch auf den popkulturellen Aspekt des Zombies gelegt. Beide Ansätze sind interessant, in der Kombination schwächen sie jedoch einander.

Doc of the Dead - Wir leben im Zeitalter der Zombies

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Die Dokumentation erscheint am 28.11.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Vielversprechender Anfang

In den ersten Minuten wird eine Meta-Ebene eröffnet. Politiker sprechen über die Zombie-Apokalypse, Menschen wie Bruce Campbell oder Simon Pegg warnen Fernsehzuschauer vor den wandelnden Toten und erklären, wie man sich gegen sie wehrt. Für ein paar Minuten glaubt man, dass der Ansatz einer Fake-Dokumentation deutlich interessanter wäre als alles, was danach kommen kann.

Und man hat Recht. Eine Fake-Dokumentation, die untersucht, wie eine Zombie-Apokalypse aussehen könnte, wäre interessant gewesen.

In der jetzigen Form kann „Doc of the Dead“ mit dem aber nicht mithalten. Denn die Historie des Zombie-Films wird nicht tiefgehend analysiert, sondern nur oberflächlich angerissen. Es gibt hier praktisch nichts, was man nicht ohnehin schon gehört hätte. Zwar kommen Leute wie George A. Romero, Stuart Gordon, Brian Yuzna oder Bruce Campbell zu Wort, aber sie haben nichts zu sagen, das sie nicht schon tausende Male in Interviews erklärt hätten.

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Schöne Idee. Leider schwächelnd umgesetzt.
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Voodoo-Wurzeln

Ein weiterer Teil der Dokumentation befasst sich mit den Voodoo-Wurzeln des Zombies. Auch hier wird aber nichts wirklich Neues geboten. Wenn Details wie die Information, dass es in Haiti per Strafgesetz verboten ist, jemanden in einen Zombie zu verwandeln, schon als Highlight gelten, dann kann man sich denken, dass irgendwas nicht stimmt.

Schnell oder langsam

Eine größere Strecke der Dokumentation befasst sich mit der Frage, ob Zombies langsam oder schnell sein sollten. Jeder der Interviewten hat natürlich eine Idee, warum Zombies schnell oder langsam sein müssen. Das ist auch alles vollkommen in Ordnung, aber ist das wirklich ein Thema, das bis ins kleinste Detail ausdiskutiert werden muss?

Durchwachsen, weil kein Thema richtig aufgearbeitet, sondern erratisch zwischen verschiedenen hin und her gesprungen wird.Fazit lesen

Aber eines muss man dem Film zumindest lassen: Die Befürworter schneller Zombies bringen interessante Argumente vor. Das ist immerhin etwas.

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Eine Mockumentary wäre vielleicht die bessere Umsetzung gewesen.
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Zombie-Walks

So sprunghaft, wie diese Dokumentation ist, befasst man sich natürlich auch mit Zombie-Walks und versucht, den popkulturellen Wert des Zombies einzuordnen, wobei die diffuse Apokalypse-Stimmung der Jahrtausendwende als mögliche Erklärung herangezogen wird. Darüber hinaus werden die Interviewten auch gefragt, was sie selbst in einer Zombie-Apokalypse tun würden.

Robert Kirkman glaubt, er würde von einem Haus springen, da er echt keine Lust hat, richtig hungrig zu sein, während Bruce Campbell sich aus dem Staub machen und seine Kinder sich selbst überlassen würde. Immerhin kommt bei diesen Interviews der Humor von Campbell ganz gut zur Geltung.