Disneys Shoppingtour geht munter weiter: Der Medienkonzern befindet sich in Verhandlungen für den Kauf großer Teile von 21st Century Fox. Damit stünde Crossovern zwischen den Avengers und den X-Men nichts mehr im Wege.

Disney - Gigantendeal: Disney will 21st Century Fox kaufen, Crossover-Filme in Aussicht

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Bald gehört Disney halb Hollywood
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Wer erinnert sich noch an Joss Whedons The Avengers: Age of Ultron? Im zweiten Superhelden-Meetup tauchten mit Elizabeth Olsen als Wanda Maximoff a.k.a. Scarlet Witch und Aaron Taylor-Johnson als Pietro Maximoff a.k.a. Quicksilver zwei eigentlich den X-Men angehörige Charaktere auf. Allerdings gab es weder einen Bezug auf ihre Mutantenherkunft noch galten sie als Kinder von Magneto.

Reichlich seltsam, wenn man bedenkt, dass die X-Men und die Avengers allesamt zum Marvel-Universum gehören. Jedoch wurden die X-Men- und Fantastic-Four-Filmrechte 1993 an 20th Century Fox verkauft, Marvel Studios hat demnach keine Handhabe in der Sache. Für The Avengers: Age of Ultron musste also noch ein Deal ausgehandelt werden. In naher Zukunft könnte sich das für die Marvel Phase vier des Marvel Cinematic Universe allerdings erledigt haben, denn wie berichtet wird, befindet sich Disney, Mutterkonzern von Marvel Studios, in Verhandlungen für einen Kauf des Medienriesen 21st Century Fox.

Disney auf Shoppingtour

Das Unternehmen 21st Century Fox unter Leitung des prominenten Medienmoguls Rupert Murdoch will aber nicht ganz in Disney aufgehen. Vielmehr drehen sich die Verhandlungen in erster Linie um den Verkauf der Unternehmensbereiche Film und Fernsehen (unter anderem 20th Century Fox, Fox Television sowie deren internationale Niederlassungen und Tochterunternehmen wie Fox 2000 Pictures oder Fox Searchlight Pictures) sowie einzelner Sparten wie National Geographic und FX Networks and Productions. 21st Century Fox will damit also das Portfolio entschlacken und sich ganz auf die Bereiche Broadcast Network mit Fokus auf die Nachrichtenkanäle und Fox Sports konzentrieren.

Als Grund wird angeführt, dass sich die Führungsriege des Medienunternehmens außerstande sieht, in der sich stark gewandelten Medienlandschaft mit neuen Konkurrenten wie Netflix und Amazon mitzuhalten.

Für Disney kommt das gelegen. Das Unternehmen befindet sich seit Jahren in einem regelrechten Kaufrausch. Neben Pixar und Marvel Studios hat der Micky-Mouse-Konzern zuletzt 2012 Lucasfilm für 4,05 Milliarden Dollar gekauft. Zusammen mit 20th Century Fox würde Disney nahezu alle bekannten Filmmarken unter einem Dach vereinen: Indiana Jones, Star Wars, Avengers, X-Men, Aliens, Predator, Avatar, Akte X, nicht zuletzt die hauseigenen Ikonen sowie die Pixar-Traumlandschaften - eine schier unendliche Kombinationsvielfalt für potenzielle Crossover.

Andererseits muss man sich dann auch fragen, ob das im Umkehrschluss nicht auch weitreichende Konsequenzen für das X-Men-Universum bei 20th Century Fox haben könnte. Dank des Erfolgs von Deadpool und Logan - The Wolverine richtet das Studio weitere Filme wie Deadpool 2, X-Force und The New Mutants bewusst auf ein erwachsenes Publikum aus. Kevin Feige, Präsident von Marvel Studios, hat indes klargestellt, dass ein R-Rating prinzipiell zwar nicht ausgeschlossen, aber nicht angestrebt werde bei ihren Produktionen. Im Grunde muss sich Disney nun also nur noch Sony Pictures einverleiben - dann ist Spider-Man wirklich zuhause angekommen.