Läutete Disney vergangenen Mittwoch das Ende von handgezeichneten Zeichentrickfilmen ein? Disney-CEO Bob Iger sagte während einer Hauptversammlung am Mittwoch, dass man derzeit nicht an neuen 2-D- bzw. handgezeichneten Filmen arbeite [und auch keine Pläne dafür existieren], er schließt eine Rückkehr in den Bereich aber immerhin nicht aus.

Disney - Das Ende von Zeichentrickfilmen?

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In den nächsten Jahren stehen bei Disney computeranimierte Filme im Vordergrund.
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Laut Iger würde es derzeit zwar Teams geben, die an Handgezeichnetem arbeiten, doch diese Projekte seien zum Großteil fürs TV gedacht. Da sich derzeit keine neuen, handgezeichneten Filmprojekte in Arbeit befinden, dürften potentielle Zeichentrickfilme mehrere Jahre auf sich warten lassen.

Wie Disneys John Lasseter erst vor wenigen Jahren erklärte, wären 2-D-Filme heutzutage kaum gefragt, stattdessen gehe der Trend immer mehr in Richtung CGI-Animation. Das Publikum wolle heutzutage keine handgezeichneten Filme mehr sehen.

Vergleicht man die letzten handgezeichneten mit den CGI-Filmen, so ist hier in der Tat eine gewaltige Kluft zu erkennen. Der handgezeichnete Film Winnie Puuh spielte 2011 weltweit gerade einmal 33 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von 30 Millionen. Die Animationsfilme Bolt (2009) und Rapunzel – Neu verföhnt (2010) schafften hingegen weltweit unglaubliche 310 bzw. 590 Millionen US-Dollar.

Beim mit einem Oscar ausgezeichneten Disney-Kurzfilm Paperman kommen sowohl handgezeichnete als auch CGI-Animations-Elemente zum Einsatz, wobei die Schwarz-Weiß-Optik dabei helfen soll, den gelegentlich auftretenden oder "zu erahnenden" Comicbuch-artigen Look zu beschränken.

Man sollte den Teufel sicherlich nicht an die Wand malen, schließlich schließt Disney weitere handgezeichnete Filme nicht aus. Derzeit aber scheint es keine Pläne diesbezüglich zu geben, so dass Zeichentrickfilme in den nächsten Jahren nicht in Erscheinung treten dürften.