Es gibt eine Folge aus der Serie „Eine schrecklich nette Familie“, in der Al Bundy von der unvergleichlichen Emma Peel schwärmt. Er gerät geradezu in Ekstase, wenn er sich daran erinnert, wie sie in ihrer Ledermontur und mit hohen Kicks die Schurken in „Mit Schirm, Charme und Melone“ ausschaltete. Aber die Zeit geht eben auch an einem Sexsymbol wie Emma Peel nicht vorbei – und als Al Bundy aktuelles Filmmaterial mit ihr sieht, zerplatzen alle Träume, und das obwohl oder gerade weil sie immer noch so hoch kickt.

Disciples - Jünger des Satans - Official Trailer

Sieht man sich „Disciples“ an, dann fühlt man sich eklatant an diese Szene erinnert. Der Film versammelt einige Scream Queens aus den 1980er Jahren. Aber die 1980er Jahre liegen eben lange zurück und die zeigefreudigen Damen von annodazumal sind eben auch nicht jünger geworden. Das gilt für Brinke Stevens („Beast You“), Linnea Quigley („Return of the Living Dead”) und Debra Lamb („Beverly Hills Vamp“). Während erstere beiden immerhin den Anstand besitzen, sich mit knapp 60 Jahren nicht mehr auszuziehen, hat Debra Lamb da deutlich weniger Skrupel.

Disciples - Jünger des Satans - Horror-Helden und Scream Queens blamieren sich bis auf die Knochen

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Der Film erscheint am 28.04.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Noch mehr Horror-Recken

Besser als die Scream Queens der ersten Generation hat sich Debbie Rochon („Terror Firmer“) gehalten, die in den 1990er Jahren in die Fußstapfen von Stevens und Co. trat und bis heute fast 250 Filme gedreht hat. Besser halten sich natürlich die männlichen Kollegen, von denen es auch einige in diesen Film verschlagen hat.

Mit dabei sind Bill Moseley („The Devil’s Rejects“), Tony Todd („Candyman“) und Angus Scrimm („Phantasm“). Letzterer ist mittlerweile aber so alt, dass er nur noch im Rollstuhl sitzen kann. Aber immerhin: Seine Stimme ist so beeindruckend wie eh und je.

Zumeist schmücken sich 08/15-Horrorfilme mit bekannten Namen und zeigen die Stars dann nur in ein zwei Szenen. Billige kleine Cameos, die ausreichen, um die Namen aufs Cover zu klatschen. Und für die Stars von ehedem ist es schnell verdientes Geld.

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So viele bekannte Namen. Wie schlecht kann der Film da schon sein?!
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Immerhin kann man „Disciples“ nicht vorwerfen, dass er in dieser Disziplin enttäuscht. Aufgrund der Häufung der bekannten Horror-Namen gibt es jedoch einige Szenen mit ihnen. Aber: Die Story ist so diffus, dass es erscheint, als hätte man nur eine Sammlung unzusammenhängender Szenen vor sich.

Es ist erschreckend, wie mies ein Film eigentlich sein kann!Fazit lesen

Wirr

Ein Priester, der einst in Diensten Gottes unterwegs war, handelt nun im Auftrag Satans und versucht, dessen Herrschaft auf Erden vorzubereiten. Seine Jünger und er versuchen, das Kommen Luzifers mit Menschenopfern auf den Weg zu bringen. Zugleich steht aber auch die Wiedergeburt eines Engels durch eine Jungfrau bevor. Und dieses himmlische Wesen soll die Mächte des Bösen aufhalten. Doch diese wissen um die Identität der Jungfrau…

Das klingt stringent? Ja, nur leider stellt sich das im Film überhaupt nicht so dar. Die Story könnte derart sein – oder auch nicht. „Disciples – Jünger des Satans“ ist solches Stückwerk, dass man das praktisch nicht nachvollziehen kann.

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Sehr schlecht...
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Geld für die Stars

Der Film soll wohl 115.000 Dollar gekostet haben. Der Großteil dieses Geldes dürfte für die ehemaligen Horror-Helden draufgegangen sein, mit dem Rest schusterte man dann einen zusammenhanglosen, technisch grauenhaften, absolut langweiligen Film zusammen.

Was Autor und Regisseur Joe Hollow hier abliefert, sieht so erschreckend schlecht aus, dass es eine Beleidigung für Amateure wäre, würde man „Disciples – Jünger des Satans“ als einen Amateurfilm bezeichnen. Aber wirkt in jeder Sekunde so.

Disciples - Jünger des Satans - Bilder zum Horrorfilm

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Die Laiendarsteller werden völlig im Stich gelassen. Sie leiern ihre Texte herunter, während die Inszenierung uninspiriert, statisch und langatmig ist. Die Ausleuchtung ist praktisch nicht vorhanden, so dass das Bild teilweise richtig grell wird. Man merkt dem Film an, dass hier kaum Geld und – das noch viel schlimmer – praktisch kein Talent vorhanden war, was die Regie, aber auch die Darstellung betrifft.