Die Kunst der Magie, so erklärt es Jesse Eisenbergs Figur, ist es, den Blick des Zuschauers ganz nahe an das Geschehen heranzuholen. Je näher man dran ist, desto weniger erkennt man, wie es gemacht ist. Das gilt im Grunde auch für den Film „Die Unfassbaren“. Solange er läuft, solange man drin ist und seine ganze Aufmerksamkeit auf ihn lenkt, funktioniert der Trick. Aber was ist, wenn am Ende etwas schiefgeht?

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Vier Magier – Henley, Michael, Merritt und Jack – erhalten von einem Unbekannten eine Einladung in das Appartement eines Wohnhauses. Dort wartet die Zukunft auf sie, denn ihr unbekannter Gönner vereint die vier, um aus großen Solo-Acts eine gigantische Zauberertruppe zu machen.

Die Unfassbaren - Now You See Me - Zwischen purer Kino-Magie und faulem Budenzauber

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Magisch: Vier Zauberkünstler rauben eine Bank aus.
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Ein Jahr später treten sie als die Four Horsemen in Las Vegas auf und präsentieren einen Trick, wie er noch nie auf einer Bühne vorgeführt wurde. Sie rauben eine Bank in Paris aus. Oder besser: Ein Zuschauer, den sie auf die Bühne bitten, ist dabei behilflich.

Da die Bank wirklich ausgeraubt wurde, werden die vier verhaftet. FBI-Agent Dylan Hobbs ermittelt zusammen mit der Interpol-Agentin Alma Vargas, aber natürlich kann man den Four Horsemen nichts nachweisen. Man muss sie gehen lassen. Dylan und Hobbs folgen den Magiern, die schon den nächsten großen Coup planen – wieder live auf der Bühne!

Schnell, smart, witzig

„Die Unfassbaren“ ist ein unglaublich vergnüglicher Film. Er nimmt sofort Fahrt auf und verzichtet in den folgenden zwei Stunden auf jedwede Entschleunigung. Wie eine Achterbahn reißt er den Zuschauer mit und lässt gar nicht zu, dass man zu Atem kommt. Das ist von Louis Letterier („Kampf der Titanen“) mit Rasanz und Dynamik umgesetzt worden. Die exzellente Kamera steht nie still, sondern zieht den Zuschauer wie in einen Strudel hinein in die Geschichte, die größer als das Leben ist. Was hier geboten wird, ist Showbusiness in Perfektion.

Alles nur Illusion

Oder besser: Es ist die Illusion von Perfektion. Eine Illusion, von der man während des Guckens voll und ganz gefangen ist. Erst mit dem Ende zerplatzt die Seifenblase – und während der Abspann läuft, zerfällt der Film in sich. Denn die Illusion ist vorüber, man beginnt, über das, was man gerade gesehen hat, nachzudenken. Dabei verliert „Die Unfassbaren“ seinen Zauber. Ganz plötzlich werden all die Unzulänglichkeiten, die abstrusen Zufälle, die geradezu dummdreisten Pläne offenkundig.

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Das ist umso bedauerlicher, da der Film unglaublich schnell erzählt ist. Die Zeit vergeht wie im Flug. Man genießt das Spiel der Magier, auch wenn diese sich Tricks bedienen, die ganz offenbar CGI-Effekte sind und nicht mal den Hauch einer Möglichkeit aufkommen lassen, dass ein Bühnenmagier so etwas bewerkstelligen könnte.

Die Unfassbaren - Now You See Me - Zwischen purer Kino-Magie und faulem Budenzauber

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Jesse Eisenberg und Woody Harrelson: das Zombieland-Dreamteam wiedervereint.
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Am Ende löst „Die Unfassbaren“ nicht das Versprechen ein, das er über etwa zwei Stunden gegeben hat. Ein Film wie dieser hätte ein großes, ein dramatisches, ein überraschendes Ende benötigt. Was er bekommt, ist in letzter Konsequenz ein kreativer Offenbarungseid. Den Autoren Boaz Yakin und Ed Solomon ist nichts anderes eingefallen, als ganz tief in die Klischeekiste zu greifen. Was sie da hervorholen, ist der kleinste gemeinsame Nenner, der Twist, den sich jeder an fünf Fingern abzählen kann. Gerade darum hätte man mehr erwartet. Umso größer ist die Enttäuschung, dass dieses „mehr“ nicht kommt.

Halbgare Tricks

Es ist so, als säße man in einer Magie-Show und würde alle Tricks kennen. Der Zauber wäre verschwunden. „Die Unfassbaren“ pocht immer wieder darauf, dass die Magier allen anderen ein paar Schritte voraus sind. Als am Ende der Vorhang fällt, ist klar, dass er dem Publikum nicht voraus war, sondern ganz langsam hinterherlief. Und schlimmer noch: Man kann sich darüber gar nicht freuen, denn anders als Morgan Freemans Figur, die Magier und ihre halbgaren Tricks entlarvt, hat man auf echte Filmmagie gehofft. Herausgekommen ist nur billiger Budenzauber.