Die drei Stooges sind in den USA ein Nationalgut, beliebter als Abbott und Costello und auf einer Stufe mit Stan Laurel und Oliver Hardy. Anders als das Duo Laurel und Hardy haben die Stooges mit ihren Slapstick-Eskapaden jedoch nur das Publikum, nicht die Kritiker überzeugen können.

Einige ihrer Kurzfilme liefen in Deutschland Mitte der 80er Jahre in der ARD-Sendung „Spaß am Dienstag“. Danach verschwanden die sich ständig prügelnden Kindsköpfe in der Versenkung.

Die Farrelly-Brüder haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Stooges wiederzubeleben. Nicht in einem Biopic, das die Karriere der Komiker nachzeichnen würde, sondern mit den drei Volltrotteln in neuer Besetzung. Herausgekommen ist ein Film, den man wohlwollend nostalgisch nennen könnte. Man könnte aber auch sagen, dass die Farrellys einer persönlichen Passion folgen und alle Nicht-Fans der Stooges außenvorgelassen werden.

Moe, Larry und Curly werden als Babys vor einem Waisenhaus ausgesetzt. Die Nonnen nehmen sich der Jungs an, die zehn Jahre später zu echten Störenfrieden geworden sind – und zwar so sehr, dass niemand sie adoptieren will. Ein Umstand, der sich auch ein Viertel Jahrhundert später nicht geändert hat. Noch immer sind die Drei im Waisenhaus und helfen aus, wo sie können; nur leider nicht besonders gut.

Als sie erfahren, dass das Waisenhaus geschlossen werden soll, wenn nicht innerhalb eines Monats 830.000 Dollar aufgetrieben werden können, um Schulden zu begleichen, ziehen die Drei los, um in der großen weiten Welt den Erfolg und damit auch das Geld zu suchen, mit dem sie ihr Heim retten können.

Die Stooges - Drei Vollpfosten drehen ab - Voll ins Auge

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Das Markenzeichen der Stooges: Pieksen ins Auge.
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Doch das ist leichter gesagt als getan, denn wie sollen diese drei Trottel so viel Geld auftreiben? Eine Möglichkeit wäre ein Auftragsmord, für den sie eine Frau, die ihren reichen Mann loswerden will, anheuert. Aber als Killer sind die drei auch nur bedingt einsetzbar. Ihrer Probleme wegen kommt es zum Streit, der jedoch zu einer ganz neuen Karriere führt: Reality-TV.

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Neue alte Gesichter

Die Stooges drehten nicht nur Kurzfilme, sondern auch ein paar Langfilme. Dieser Tradition ist der Farrelly-Film verpflichtet. Er ist sogar so strukturiert, als würde man drei Episoden sehen, inklusive Titelnennung der einzelnen Geschichten. Das ist eine nette Idee für Fans der alten Kurzfilme, wirkt für alle anderen aber befremdlich, da es den filmischen Charakter der Produktion aufbricht.

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Der alberne Slapstick der Stooges ist nicht mehr zeitgemäß.
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Die Stooges werden von Sean Hayes, Will Sasso und Chris Diamantopoulos dargestellt. Das auch recht überzeugend, denn die drei erinnern optisch durchaus an ihre Vorbilder und haben sich so intensiv mit den Filmen der Stooges auseinandergesetzt, dass sie die Manierismen des irren Trios perfekt imitieren können.

Vielleicht der perfekte Film für jeden Fan der Stooges. Ist man jedoch keiner, ist der altmodische Slapstick nur mäßig witzig.Fazit lesen

Es mag sein, dass Fans der Originale ein paar Minuten brauchen, um sich auf die neuen Schauspieler einzulassen, aber mit dem Reigen an Slapstick-Einlagen sollte das kein Problem sein.

Augenstecherei

Das Problem von „Die Stooges“ ist, dass die Farrelly-Brüder nur kopieren, was sie einstmals sahen. Verschiedene Routinen werden aus den Kurzfilmen übernommen. Das Piksen mit den Fingern in die Augen, das Haareausreisen, die Schlägereien, das alles ist altbekannt und wird von Fans der Stooges auch erwartet.

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So, und jetzt mal was für's Auge.
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Aber auch in jeder anderen Beziehung ist der Film der Vorlage verpflichtet. Das heißt, dass die Farrellys einen überbordenden Slapstick-Film abgeliefert haben, der mit seinem physischen Humor extrem altbacken wirkt. So lustig es ist, dergleichen in einem alten Film zu sehen, so merkwürdig erscheint es bei einer nagelneuen Produktion.

Das gilt umso mehr, da diese Form des Slapsticks, in der Moe Curlys Kopf mit einer Kettensäge bearbeitet oder Larry mit einem Vorschlaghammer einen Scheitel zieht, alles andere als zeitgemäß ist. Es ist, als würde man „Tom & Jerry“ als Live-Action-Format sehen. Es ist ja lustig, wie man einander wehtut, aber eigentlich ist das nichts, über das man lachen sollte.

Auf Kinder mag es sogar einen schlechten Einfluss haben, etwas, das auch den originalen Stooges bewusst war, die seinerzeit dem Publikum vorführten, wie sie einander attackieren, ohne sich zu verletzen. Notwendig war das, weil Kinder die Schlägereien nachgeahmt und sich dabei erheblich an den Augen verletzt hatten. Wie man sich in die Augen sticht und dabei nicht wehtut, wird auch im Verlauf des Nachspanns erklärt: man zielt auf die Augenbrauen.