Acht Jahre ist es her, seit Christophe Gans‘ „Silent Hill“ in die Kinos gekommen ist. In dieser langen Zeit hat er an verschiedenen Stoffen gearbeitet, darunter sein Passionsprojekt „Fantomas“, aber die Finanzierung war nie zu stemmen. Dafür ergab sich die Gelegenheit, einen französischen Klassiker in neuem Licht erstrahlen zu lassen.

Die Schöne und das Biest - Deutscher TrailerEin weiteres Video

Sich jedoch gerade auf „Die Schöne und das Biest“ zu stürzen, ist durchaus kühn, gilt Jean Cocteaus Film aus dem Jahr 1946 als zeitlos schöner Klassiker. Aber Gans hatte nicht vor, ein Remake dieses Films zu inszenieren, vielmehr wollte er das Quellmaterial, das Märchen von Gabrielle-Suzanne de Villeneuve umsetzen und sich dabei auf einige Elemente konzentrieren, die Cocteau allenfalls gestreift hat.

Die Schöne und das Biest - Ein Leben für eine Rose – Christophe Gans präsentiert ein bildgewaltiges Märchen

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Der Film startet bei uns am 01.05.2014 in den Kinos.
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Ein Kaufmann hat sein Vermögen verloren, weswegen er mit seiner Familie aufs Land ziehen muss. Bei einem Ausritt im Schneegestöber verschlägt es ihn in ein verlassenes Schloss. Dort findet er all die Geschenke, die er seiner Familie bringen wollte, aber sich nicht leisten konnte. Als er jedoch eine Rose an sich nimmt, springt ihn das Biest (Vincent Cassel) an und erklärt ihm, dass er am nächsten Tag wiederkommen muss, hat er sich doch des Heiligsten bemächtigt: ein Leben für eine Rose.

Als die Tochter des Kaufmanns, Belle (Lea Seydoux), davon erfährt, nimmt sie das Pferd und reitet an ihres Vaters statt zum Schloss des Biests. Das Biest verschont sie, doch Belle muss ihm Gesellschaft leisten. Er hofft, dass sie sich trotz seines Äußeren in ihn verlieben wird, da sich nur so der Fluch brechen lässt. Doch Gefahr braut sich vor den Toren des Schlosses zusammen …

Eine altbekannte Geschichte

Zwar hebt sich Gans‘ Version durchaus von der von Jean Cocteau ab, da sich der Film stärker auf Belle, aber auch auf ihre familiären Umstände konzentriert, aber in der Essenz ist die Geschichte natürlich gleich geblieben, auch wenn es Änderungen gibt, die vor allem zum Ende hin zum Tragen kommen und den Anschein haben, dass sie vor allem eingebaut wurden, um ein paar aufsehenerregende Effekte im Finale bieten zu können.

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Léa Seydoux als "Die Schöne".
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Kleinere Variationen gab es in den mehr als 250 Jahren, in denen die Geschichte weiter- und neuerzählt wurde, immer wieder, das ist im Endeffekt der Reiz, der sich beim Vergleich verschiedener Fassungen ergibt. Es ist auch dieser Umstand, der Neuerzählungen immer wieder interessant macht, auch wenn sie naturgemäß nicht besonders spannend sein können.

Bildgewaltige Adaption des Märchens, die kleinere Variationen aufweist, aber im Kern der Geschichte treu bleibt.Fazit lesen

Das gilt auch für Christophe Gans‘ Film, bei dem man natürlich weiß, was passiert, als Belle in das Schloss kommt. Bei der Geschichte des Biests erlaubt sich Gans einige Freiheiten und nutzt Rückblicke, die genauer ausführen, warum aus dem Prinzen diese Bestie wurde. Sehr schön ist dabei auch, dass Gans zwei verschiedene Stilrichtungen bietet, was sich in den Kostümen widerspiegelt. Das verstärkt den Ausstattungsreichtum von „Die Schöne und das Biest“ ungemein.

Bilderpracht

Wo die Kostüme real existieren, gilt dies für die Sets nur bedingt. Zum größten Teil wurde vor Green Screen gedreht und das Geschehen danach mit virtuellen Sets aufgefüllt. Das nimmt man jedoch nicht wahr, der Film wirkt nicht künstlich, sondern erschafft seine eigene Realität. Dabei ist ein düsterer Ton vorhanden, der einen wohltuenden Kontrast zur märchenhaften Erzählung liefert.

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Und Vincent Cassel als "Das Biest."
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Im Kern ist „Die Schöne und das Biest“ durchaus ein Familienfilm – das hatte sich Gans auch vorgenommen –, aber bisweilen schweift er ab, wird dunkler und bedrohlicher. Das liegt vor allem an Vincent Cassel, der das Biest sehr ambivalent spielt. Und ja, auch beim computeranimierten Gesicht des Biests ist Cassels Spiel immer erkennbar. Dank moderner Technik ist dieses Biest animalischer, aber auch humaner.

In den Rückblicken, die das Biest in menschlicher Gestalt zeigen, gibt es für deutsche Zuschauer übrigens ein bekanntes Gesicht zu entdecken. Die Prinzessin, in die Cassels Figur verliebt ist, wird von Yvonne Catterfeld dargestellt. Eine kleine, aber feine Rolle.