Sie sind zurzeit das Thema Nummer 1 in den USA: die Präsidentschaftswahlen. Dabei geht es wie üblich alles andere als fair und zudem unglaublich kostenintensiv zu. Milliarden von Dollar werden für Wahlkampagnen ausgegeben, zweifelhafte Werbespots gedreht und schmutzige Geschichten des Gegners aufgedeckt. Ein wunderbarer Stoff für einen Film.
Topaktuell und traurigerweise realer, als man vielleicht meint: Diese Parodie nimmt den Wahlkampfwahn der USA locker-flockig auf die Schippe.FazitDas politische Schlachtfeld wurde in Filmen zwar schon häufig thematisiert (vor einem Jahr noch in „The Ides of March“ von und mit George Clooney), aber die tiefsten Abgründe sind noch lange nicht erreicht.
Und neuer Stoff wird von den echten Politikern ja immer wieder nachgeliefert. So ließ sich auch die Komödie „Die Qual der Wahl“ von solchen realen Gegebenheiten inspirieren.
Zwar geht es hier nicht um eine Präsidentschaftswahl, sondern „bloß“ um den Kampf des Abgeordnetensitzes eines kleinen Wahlbezirks, aber die Mittel, mit denen gekämpft wird, sind ebenso unerbittlich – und wer das meiste Geld hat, gewinnt. Das wissen auch die reichen Motch Brothers (eine Anspielung an die Koch Brothers).
Als sich Top-Kandidat Cam Brady (Will Ferrell) einen schwerwiegenden Fehler vor der Wahl leistet, wittern sie die Chance auf einen erfolgreichen Gegenkandidaten. Der könnte ihnen dabei helfen, schmutzige Geschäfte im eigenen Land durchzuführen.
Der Wahlkampf ist einer mit harten Bandagen.Optimal für diesen Posten erscheint ihnen der naive Marty Huggins (Zach Galifianakis), Leiter des örtlichen Touristenbüros. Um seinen Vater (ein Politiker im Ruhestand) endlich stolz zu machen, willigt er prompt ein – und weiß in dem Moment noch gar nicht, was ihn erwartet.
Denn fortan wird sein Leben auf den Kopf gestellt: Die zwei kleinen Mopshunde aus dem Ursprungsland China werden ersetzt durch zwei große amerikanische Hunde. Es werden Jagdtrophäen, Gemälde von prachtvollen Adlern und Gewehre in Martys Haus gehängt. Und nicht nur sein Haus, sondern auch seine ganze Familie und er selbst bekommen einen neuen Anstrich.
Hinzu kommen clevere Werbekampagnen, Coachings und prunkvolle öffentliche Auftritte – alles finanziert von den Motch Brothers. Dadurch ist Marty Huggins schon bald kein lächerlicher Versuch eines Kandidaten mehr, sondern ein ernstzunehmender Gegner. Und das gefällt Cam Brady ganz und gar nicht…
Auch wenn daheim alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.Weswegen der Spitzenkandidat schnell die Krallen ausfährt. Doch das klappt leider nicht wie geplant und er bringt sich damit selbst nur immer tiefer in die Misere. Diese Momente machen den Großteil des Humors im Film aus. So gibt es beispielsweise einen Wettlauf um das klassische Politiker-küsst-Baby-Foto, der in einer wilden Rangelei endet – mit einem schwungvollen Faustschlag in das Gesicht des Babys.
Und prompt ist ein weiterer Skandal geboren. Solche fatalen Fauxpas werden natürlich direkt von allen möglichen Medien aufgegriffen und in sämtlichen amerikanischen Sendungen diskutiert – ganz egal ob Nachrichtenformat, Polit-Talk oder Comedy-Show. Es wird aus jedem kleinen Fehltritt eine große Nummer gemacht. Natürlich nicht nur in den Medien, sondern auch während des Wahlkampfes. Denn jeder Patzer des Konkurrenten wird zum Anlass für einen Gegenschlag genommen.
Regie: Jay RoachGenre: KomödieFilmstart:
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