In Österreich ist die deutsch-österreichische Produktion schon im April dieses Jahres gelaufen, nun lässt der deutsche Verleih diesen Film auch auf das hiesige Publikum los. Für Autor und Regisseur Ali Samadi Ahadi ist „Die Mamba“ ein Projekt aus Leidenschaft. Über Jahre hinweg hat er daran gearbeitet, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Irgendwie kann man sich aber nur schwer vorstellen, dass ein solcher Slapstick-Quatsch das ist, was ihm vorschwebte.

Die Mamba - Offizieller Trailer #1

Die Mamba (Michael Niavarani), das ist ein Top-Terrorist, exzellenter Nahkämpfer, unfehlbarer Scharfschütze und ein Meister der Maskierung. Er ist schnell und tödlich, so wie die Schlange, deren Namen er trägt. Ganz anders hingegen ist Hossein Sarivi (Michael Niavarani). Er ist ein ganz braver Ottonormalverbraucher, arbeitet in einer Keksfabrik und ist verheiratet. Zu seinem Pech sieht er der Mamba zum Verwechseln ähnlich.

Die Mamba - Deutsch, lustig, gut? Nicht so richtig …

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"Die Mamba" läuft bei uns am 03.07.2014 in den Kinos an.
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Als Savini seinen Job verliert, will er sicherstellen, dass sein herrisches Eheweib das nicht mitbekommt. Er sucht nach einem neuen Job und wird dümmlicherweise für die Mamba gehalten. Seine neuen Auftraggeber schicken ihn nach Casablanca, während CIA-Agent Bronski (Christoph Maria Herbst) auf seinen Fersen ist. Der will schon lange die Mamba dingfest machen.

Als wäre das alles noch nicht verworren und nervig genug, stellt man Sarivi auch noch eine Nachwuchs-Terroristin zur Seite, die helfen soll, den geplanten Anschlag auf ein Atomkraftwerk in Frankreich zum Erfolg zu bringen.

Klischee, ick hör dir trapsen

„Die Mamba“ ist darauf ausgelegt, das Agenten-Genre zu persiflieren. Dementsprechend wird kaum ein Klischee ausgelassen, das dann natürlich folgerichtig durch den Kakao gezogen wird. Der Film ist so etwas wie die Parodie auf die Eurospy-Streifen der 60er Jahre. Dumm nur, dass es mit dem französischen „OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“ schon einen ähnlich gelagerten Film gibt, der aber leider weit, weit besser ist.

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Hossein Sarivi (Michael Niavarani) und CIA-Agent Bronski (Christoph Maria Herbst).
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Wo in dem Jean-Dujardin-Film liebevoll das Genre aufgegriffen und in Form einer Actionkomödie umgesetzt wurde, gibt es bei „Die Mamba“ nur dumpfe Gags und Tollpatsch-Slapstick. Jedweder Anspruch, den das Publikum vielleicht haben könnte, wird hier sofort unterminiert.

Viel Aufwand für wenig Ergebnis

Immerhin ist „Die Mamba“ ein großer und aufwendiger Film. Man sieht ihm an, dass hier echtes Geld geflossen ist, denn anders als bei den „Jerry Cotton“-Filme der 60er Jahre hat man nicht in Deutschland gedreht und dann so getan, als sei es New York. Für „Die Mamba“ wurden Locations in Paris, Wien, London und Marrakesch genutzt. Das gibt dem Film tatsächlich einiges Flair und lässt ihn besser wirken, als er ist. Das sorgt aber auch dafür, dass man sich eigentlich einen ernsthaften Film gewünscht hätte.

Warum ist es schließlich nicht möglich, dass ein deutschsprachiger Film auch mal jenseits der Komödie funktioniert? Warum kein ernsthafter Agentenfilm, wie man das in den 60er Jahren auch hinbekommen hat? Weil die Hauptdarsteller gerne chargieren und sich in niederstem Humor versuchen, kann als Antwort kaum Gültigkeit haben.

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Die deutsch-österreichische Produktion kann man sich getrost sparen.
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Wie ist es um den Humor bestellt?

Sehr, sehr schlecht. Hier ergeht man sich in Figuren, die ständig stolpern, Vasen, die beim Betreten eines Zimmers verlässlich zu Bruch gehen, Akzente, die zur Belustigung dienen und einem Killer, der mit Fistelstimme spricht. Derart dumpf ist der Humor von „Die Mamba“. Damit weiß man aber auch: Wenn man diese Art des Humors nicht mag, dann ist man in diesem Film ganz, ganz falsch.

Diese Mamba ist zahn- und giftlos. Wer auf Slapstick steht, könnte sich hier amüsieren, alle anderen werden sich wünschen, das Kino nie betreten zu haben.Fazit lesen

Aber auch, wenn man damit etwas anfangen kann, kann der Film nicht gänzlich punkten, denn man merkt ihm schon an, dass die Puste langsam, aber sicher ausgeht. Nach gut zwei Dritteln ist nur noch der Leerlauf drin, die Gag-Dichte nimmt rapide ab, der Coolness-Faktor der Locations auch, und das Interesse des Zuschauers gleich mit. Am Ende ist „Die Mamba“ eben doch nur ein Ärgernis, bei dem vor allem missfällt, dass die Ressourcen für eine 08/15-Komödie verschwendet wurden.