Die Legende der Wächter – Filmkritik

Zack Snyder lässt die Nazi-Eulen fliegen

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von Martin Beck, 11. Oktober 2010 14:30 Uhr
Die Legende der Wächter - Filmkritik: Bilder/Fotostrecke zum ArtikelBilderstrecke

Zack Snyder hat es geschafft: Er ist in dem erlauchten Kreis von Regisseuren angekommen, die man a) überhaupt kennt und b) mit gespanntem Interesse verfolgt. Vor kurzem wurde er ja für den nächsten „Superman“-Film bestätigt, der Trailer für „Sucker Punch“ haut mindestens die Netzhaut von der Pupille und nun hat er auch noch einen dreidimensionalen Animationsfilm mit Eulen am Start. Zack Snyder kann eigentlich alles, außer übers Wasser gehen.

Happy Owls

Auf der einen Seite spektakuläre CGI-Animationen und eine stilsichere Regie, auf der anderen Seite brachiale inhaltliche Entgleisungen zwischen ideologischem Militarismus und fahlen Déjà-vus.Fazit„Die Legende der Wächter“ ist nur auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Abzweigung in Snyders Karriere, denn auch hier geht es unter anderem um erschlagende Bilder und bestechend stilisiertes Regiehandwerk. Basierend auf einer erfolgreichen Kinderbuchreihe von Kathryn Lasky, erzählt der Film von einer jungen Eule, die zusammen mit den titelgebenden Wächtern eine finstere Eulenbrut namens „Die Reinsten“ aus dem Verkehr ziehen will. Auf in die Lüfte also, wo nicht nur sehr viele spektakuläre Flugszenen warten, sondern auch die 3-D-Projektion eine schwindelig machende Achterbahn vollführt.

Screenshot zu: Zack Snyder lässt die Nazi-Eulen fliegenDie Eulen eilen ihrem Ruf voraus.

„Die Legende der Wächter“ stammt von dem gleichen Produktionsstudio, das zuvor „Happy Feet“ unters Volk gebracht hat, sodass die Hinwendung zu Eulen als logische Fortsetzung erscheint. Wie zu erwarten bieten die CGI-Bilder detailreiche Augenfreuden, und da Eulen nun mal fliegen können, ist dem Einsatz vogelwilder (Entschuldigung...) Sturzflüge Tür und Tor geöffnet. Der Film ist super produziert und ein üppiges Fest für die Augen. Wenn 3-D immer solche tollen Effekte erzielen würde, käme niemand auf die Idee, die klobigen Brillen schon wieder totreden zu wollen.

Untermauert wird diese optische Zuckertorte mit einer folkloristischen Geschichte, die eine märchenhafte Herr-der-Ringe-Atmosphäre heraufbeschwört. Als inhaltliche Blaupause kommt einem „Watership Down“ in den Sinn, wo ebenfalls handfeste Gefahren Tiere auf eine abenteuerliche Reise zwingen, und der Konflikt der zentralen Eule mit seinem Bruder stammt geradewegs vom ollen Shakespeare. So richtig neu ist bei diesem Film leider herzlich wenig, es sei denn, dass bereits der Verzicht auf allzu breiten „Comic Relief“ zugunsten einer ernsten, düsteren Stimmung als originäre Leistung gilt.

Tatsächlich erstaunt es schon ein wenig, dass ein animierter Tierfilm nicht stärker auf Lacher setzt, wobei mehr Auflockerung natürlich zulasten der eindringlichen Atmosphäre gehen würde. „Die Legende der Wächter“ ist im besten Sinne ein Film für die ganze Familie, der Erwachsene natürlich nicht allzu sehr herausfordert, aber halt auch nichts mit halbblinden Eulendickerchen zu tun hat, die alle zehn Minuten aus Versehen in einen Baum rauschen. „Watership Down“ mit Flügeln, das trifft es tatsächlich ganz gut.
Die Legende der Wächter - Deutscher TrailerEin weiteres Video
Helmpflicht für Eulen
Wo der Vergleich mit kühnen Hasen etwas in Stocken gerät, ist bei der Zeichnung der Bedrohungen. Hatte „Watership Down“ noch durchaus reale Gefahren wie Autos oder Menschen im Angebot, müssen hier bizarre Nazi-Eulen herhalten, die mit Stahlhelmen herumdüsen, „Die Reinsten“ heißen und demtentsprechend auch rassistische Holzhämmer vom Stapel lassen. Zum wiederholten Mal dürfen in einem amerikanischen Animationsfilm militärische Aktionen zentrale Bedeutung erlangen und den lieben Kinderchen ideologisch äußerst fragwürdige Konfliktlösungen überziehen. Die Reinsten – also BITTE!

Wenn so eine Vorgehensweise ironische Brechungen erfährt, kann sie durchaus in Ordnung gehen, doch das ist hier natürlich weit und breit nicht in Sicht. Diese inhaltliche Lenkung in erzkonservative Dramatikbahnen verleiht „Die Legende der Wächter“ einen herben Begeisterungsdämpfer, der durch eine unfassbar blöde Trainingsmontage zu einem Song von - kein Scherz! - Owl City und der Abkupferung des kompletten Showdowns bei „Star Wars“ noch weitere Dellen bekommt. Was früher „Trust the Force, Luke” hieß, ist heute, begleitet von einem weiteren Tunnelflug zu einem winzigen Zielpunkt, „Trust your Gizzard“.

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Inhalt
  • 1Happy Owls
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Kommentare 15
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fazit24.12.2011 06:15
ein der am schlechtesten geschriebenen kritiken die ich seid langem gelesen hab.
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Wüsstet ihr gern...12.12.2010 13:55
Ich finde es schon ziemlich arm von euch den Film wegen seiner Story derart zu kritisieren, es ist viel kopiert? Ja sicher, verdammt nochmal jede Story ist irgendwo, irgendwann, in teilen schonmal aufgetaucht, es gibt ganz einfach keine Story die nicht irgendwo schonmal so dagewesen ist. Der Grund ist eig ganz einfach: Derjenige der sich die Story ausdenkt kann auch nur aus Erinnerungen schöpfen, und nicht aus Dingen die gar nicht da sind, da dass ganze sonst zu abstrakt wäre. Die Story ist nicht neu? Das beweißt einfach wie nah sie am Leben dran liegt, dort ist nicht alls neu, es ist immer wieder der selbe Sch** und du kannst das hinnehmen oder versuchen es zu ändern und dabei scheitern. der Film ist wie ich finde sehr gut gelungen, er ist optisch sehr zufriedenstellend (was heir ja keiner anzweifelt) aber auch inhaltlich finde ich ihn nicht alzu schlecht. Sicherlich ist die Story in den Büchern rauher, aber ich finde es muss nicht immer Blut spritzen udn Tote geben um einen Film zu eienn Erlebnis zu machen. Die Story hätte also deutlich mehr ausgebaut werden können, aber so wie sie nun ist kann sie trotzdem auch überzeugen. Ich meine was erwatet ihr? Zack musst hier einen Film an der Grenze von Kind und Erwachsensein drehen, er konnte also nicht zu brutal aber auch nicht zu weich sein. Er hat das wie ich fidne ganz gut hinbekommen, er streut Themen ein und überlässt den Zuschauer seine Wertung des Ganzen

PS: Der Titel ist ja mal so schlecht das derjenige sich eigentlich nach so einen dämlichen Ausrutscher kein einziges Wort mehr erlauben dürfte und seinen lyrischen Sprachschatz unter den Teppisch suchen sollte.
Faschissmus ist nicht ansatzweise das gleiche wie der Massenmord den die Nazis damals verübt haben. Andere zu hassen und zu unterjochen ist eine Sache, das war im Mittelalter schon Gang und Gebe (Sie an der Film spielt ja auch in Mittelalterlicher Athmosphäre...). Aber andere zu töten und zu verbannen, ja die Welt von ihnen säubern zu wollen... das ist definitiv was anderes.
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guest29.11.2010 02:30
Das das alles irgendwie mit Nazis in Verbindung gebracht werden muss, finde ich schon ein wenig derb - um ehrlich zu sein, frage ich mich, ob euch da nichts besseres eingefallen ist. Muss es immer der selbe Dreck sein?

Die Storry leidet nicht wegen der Bücher - die sind viel tiefer, spannender und teils viel düsterer als der Film (und damit meine ich die normale ungekürzte FSK10 Fassung) selbst. Zack hat hier meiner Meinung nach zu viel in zu kurzer Zeit zusammengepfercht. Das ganze ist zwar wirklich schön an zu schauen und an Effekten mangelts gar nicht, aber die Storry des Filmes driftet sehr häufig viele 100te Nautische Meilen von der Storry der Bücher ab und einige Dinge werden entweder garnicht erwähnt oder gar komplett verdreht. Das geht schon zu Anfang los: Im Film sind beide Eulen zur gleichen Zeit "Ästlinge" - in den Büchern hat Soren noch nicht einmal die Ansätze der Schwungfedern zum Zeitpunkt seiner Entführung (während sein Bruder schon draußen von Ast zu Ast hüpft) und nur er alleine wurde entführt. Das Ziel, das "Eulenweisenhaus" und die Tatsache, dass er sich da mit einer weiteren Eule zusammenschließt sind wiederum aus dem Buch. Dass ihnen aber noch am gleichen Tag und nicht erst nach knapp zwei Monaten die Flucht gelingt jedoch nicht. Den ersten Artgenossen, den sie treffen ist nicht Digger, sondern Morgengrau - Digger kommt erst viele Tage später hinzu. Die Krähen-Attacke ist nur zur Hälfte richtig und den "Schnabeligel" gibts nicht. Ebenso wenig wie ein Verräter aus den eigenen Reihen, oder ein Patrolienflug, um nach dem Rechten zu sehen. Die Schwester von Soren kommt zwar wie im Film später hinzu, aber 1. nicht als Küken 2. nicht von dem Patrolienflug und 3. ist sie auch nicht "Mondwirr". Es fehlen viele Charaktere wie Ruby, Martin und Co. Ebenfalls kommt Olulissa im Film viel zu kurz, als das man den "Besserwissercharakter" erahnen könnte. Ich könnte dies noch ewig weiter fortsetzen, aber so viel Platz hab ich leider nicht.
Den Film sehe ich daher mehr als eine rein optische Bereicherung in der Blu-Ray Sammlung und als "Add-On" zu den Büchern. Mit den Bildern lässt sich die Geschichte unheimlich gut genießen, man bekommt so eine sehr gelungene und detaillierte Vorstellung von dem Ganzen, vor allem, da die Zeichnungen der Bücher nicht wirklich der Hit sind.

Was die erwähnte Anlehnung an Starwars angeht, so kann ich dies nicht wirklich nachvollziehen. Ich glaube kaum, das die Autorin, als sie ähnliche Zeilen schrieb da an Luke dachte, als der den Todesstern zerstörte - diese Ansicht finde ich doch etwas weit hergeholt. Zudem kann ich keine Parallelen erkennen. 1. kein Raumschiff, 2. werden keine Waffen abgefeuert, 3. kein Vader, 4. geht es hier nicht um die Macht sondern um das Bauchgefühl und 5. war der Lehrer der Eule zu dem Zeitpunkt weder tot noch sprach er in seinen Gedanken.

Aber irgendwann ist alles irgendwo her zitiert oder halb kopiert. Starwarsparallele hin oder her, die Flugszene im Regen ist einfach einmalig.
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Rajko BurchardtRajko Burchardt13.10.2010 20:05
Deutsche Fassung um drei Minuten entschärft zugunsten der FSK-6-Freigabe.

Also Kinobesuch der DF sparen. Oder gleich ganz, angesichts des Films.
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TBaTBa12.10.2010 17:21
Zur Länge:

Wir bemühen uns in letzter Zeit, die erste Artikelseite etwas länger zu gestalten als noch vor einiger Zeit - das hat in erster Linie SEO-Gründe, erhöht aber auch den Lesekomfort, weil ihr dann nicht mehr so oft blättern müsst. Bei einem eher kurzen Artikel (wie zum Beispiel einer Filmkritik über Eulen ;) ) kann das dann dazu führen, dass eben nur noch eine Seite plus Fazit zusammenkommt. Darin sehen wir aber kein Problem - denn wie Martin schon sagte: Wichtig ist doch, dass alles gesagt ist. ;)
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JorinaJorina11.10.2010 20:33
Werd ich mir bestimmt nicht ansehen.
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SchlumpfgermaneSchlumpfgermane11.10.2010 19:55
Hm, schon mal die Narnia Bücher gelesen?
Ist schon recht erzkonservativ.
Schöne Märchen, aber kleineren Kindern würd ichs nicht vorlesen, es sei denn, ich will, dass sie prüde werden.
Ansonsten zu der Nazi-Sache:
Ich denke mal, dass das mit Absicht ein wenig übertrieben wird im Artikel.
Sollte man mit nem ordentlichen Augenzwinkern sehen.
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miso11.10.2010 18:56
man muss ja auch nicht immer alles gleich mit nazis in verbindung bringen...heute ist ja jeder ein nazi der die imigation oder kulturverfremdung kritisiert...aber naja, wie man sich bettet so liegt man bekanntlich :-) und 300 war ja auch ein nazi film...und der prinz von narnia ja eigentlich auch son bissel fanatisch religiöz nazihaft...lol alles NAZIS
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daCo11.10.2010 18:43
Nichts gegen Troma bitte :D
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ZachaelZachael11.10.2010 16:23
Zack Snyder ist mein Persönlicher Held,
ich hab bis jetzt noch keinen Film von ihm nur "naja geht so" gehalten ich fand alle einfach sau geil.
Hoffe er wird seinen Stil beibehalten und nicht absacken wir Mr. M.Night Schamalamadingdong
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mithamitha11.10.2010 15:33
Tatsache, soweit hatte ich das gar net mehr im Kopf:

"Aber auch Feinde lassen nicht lange auf sich warten: der autoritär geführte Kaninchenstamm der Efrafa kontrolliert die Nachbarschaft; der mächtige General Woundwort herrscht wie ein Diktator über viel zu viele Untertanen." (Quelle: Wikipedia)
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SchlumpfgermaneSchlumpfgermane11.10.2010 15:10
Hm, weiter mit "Watership Down" (wenn wir grad dabei sind):

Da gabs doch auch die elitären Feinde.
An Stahlhelme meine ich mich jetzt nicht zu erinnern ;), aber militärisch organisiert und stark darwinistisch waren diese Jungs doch auch.
Ich meine sogar, dass der "Chef-Antagonist" mit General angeredet wurde. Oder trügt mich da meine Erinnerung?
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mithamitha08.10.2010 15:14
Tatsache, der Film kombiniert wirklich beide Titel. Hatte nur eben nach dem Buch geschaut.

Zur Länge: Grad ma nen bisserl rumgezählt (5 Kritiken oder so) und ja, es sind im Durchschnitt wohl wirklich nur 10 Absätze oder so. Es ist halt sehr ungewöhnlich (für euch), das ganze auf eine Seite (+Fazit) zu packen, und es kam mir irgendwie arg kurz vor.

Was den Inhalt angeht, steht mein Vergleich mit Transformers :P
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Martin BeckMartin Beck08.10.2010 14:10
Ich hab extra nochmal nachgeschaut. Der Film heisst bei uns "Watership Down - Unten am Fluss". Und es sind 2 Seiten und 8 Absätze - mehr oder weniger die Standard-Länge für 95 Prozent aller Filmkritiken hier.

Oh well...wichtig ist doch eigentlich nur, dass alles gesagt wird, oder? Und das ist z.B. bei "Social Network" halt einfach mehr als bei 'nem Film über Eulen.
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mithamitha08.10.2010 11:26
2 Sachen: Auch wenn ich den Film (sowie das Buch) ebenfalls als "Watership down" kenne, wäre im deutschen Sprachraum doch irgendwie "Unten am Fluß" angebrachter... Die Chance, dass das Publikum weiss, worum es geht, ist ungemein höher :)

Zweitens: Eine Seite? Sechs Absätze für einen kompletten Film? Selbst Transformers hat mehr gekriegt, und der bestand aus BUM BUM KRACH TOT.
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Die Legende der Wächter
Die Legende der Wächter FilmplakatRegie: Zack SnyderGenre:AnimationFilmstart: 14.10.2010
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