“Do you smell what The Rock is cooking?”, brüllte er mit hochgezogener Augenbraue seinen Gegnern jahrelang ins Gesicht, bevor er sie im Ring fachmännisch zerlegte. Doch in der WWE hatte er als Wrestler irgendwann alles erreicht, dann lockte das Filmgeschäft. Seither heißt „The Rock“ wieder Dwayne Johnson und dreht fleißig einen Film nach dem anderen.

Aktuell darf man den samoanischen Hünen im Familienspaß Die Jagd zum magischen Berg begutachten. In Berlin trafen wir einen unglaublich freundlichen und sympathischen Dwayne Johnson und fanden im Interview heraus, dass „The Rock“ im Grunde ein weiches Herz hat – vor allem wenn es um Kinder geht, möglicherweise ins Wrestling-Geschäft zurückkehren möchte und sich künftig verstärkt auf kindgerechte Unterhaltung konzentrieren will.

Die Jagd zum magischen Berg - Trailer

Die Liebe zum Kino

gamona: “Die Jagd zum magischen Berg” ist ja ein eher untypischer Film für sie. Waren die Dreharbeiten dementsprechend in irgendeiner Form schwieriger oder witziger für sie?

Dwayne Johnson: Ehrlich gesagt empfinde ich Dreharbeiten nicht als schwierig. Okay, so ein Dreh zieht sich über viele Stunden am Stück hinweg, zumal wir oft Außenaufnahmen gedreht haben. Also muss man aufstehen, bevor die Sonne aufgeht, um Nachtszenen zu drehen. Außerdem haben wir mit Kindern gedreht und die dürfen nur eine gewisse Zeit am Tag am Set arbeiten.

gamona: Der Regisseur, Andy Fickman, erzählte uns, dass er einige Stunts speziell für sie entworfen hat.

Die Jagd zum magischen Berg - Ganz privat: Im Gespräch mit Dwayne "The Rock" Johnson

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"Die Actionszenen wurden extra auf mich abgestimmt."
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Dwayne Johnson: Ja, während des Schreibprozesses dachten sie sich einige Szenen aus, um die Action aufzuwerten. Sie wollten meine Physis gezielt ausspielen und solange es den Film dadurch wirklich besser macht finde ich das toll. Wenn man einfach ein paar Actionszenen in den Film packt und sagt: „Hey, wir brauchen da noch dringend ein paar Krawallmomente“, geht das oft nach hinten los.

gamona: Können sie uns ein Beispiel für solch eine Szene geben.

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Dwayne Johnson: Da gab es zum Beispiel diese eine großartige Szene, in der ich gegen den außerirdischen Killer „Syphon“ kämpfe. Ich habe mich sehr auf diesen Kampf gefreut, denn heutzutage wird beim Film viel zu viel mit Computereffekten getrickst. In diesem Fall war das Monster jedoch real, mit einem tollen Kostümdesign. Aus schauspielerischer Sicht war es natürlich toll, nicht gegen einen Tennisball zu kämpfen und in die Luft zu schlagen, sondern eine echte Choreografie gegen einen echten Gegner anzuwenden. Aber alle Actionszenen waren schon in der Originalversion von 1976, wir haben sie nur etwas – nunja – ausgeweitet.

Die Jagd zum magischen Berg - Ganz privat: Im Gespräch mit Dwayne "The Rock" Johnson

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"Seit unserer Arbeit an "Daddy ohne Plan" bin ich ein Fan des Regisseurs."
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gamona: Welcher Teil von Ihnen war mehr in das Projekt involviert – der Fan des Regisseurs Andy Fickman oder der Fan des Originalfilms.

Dwayne Johnson: (Wie auf Kommando) Beide! Ich liebe Andy, er ist ein toller Typ. Wir haben zusammen bereits „Daddy ohne Plan“ gedreht und sind seither befreundet. Außerdem bin ich ein Fan des Originals.

gamona: Haben sie mit Fans des Originals gesprochen und wenn ja, wie ist deren Meinung über das Remake?

Dwayne Johnson: Habe ich, und tatsächlich finden viele Fans unseren Film großartig. Denjenigen die ihn nicht toll fanden, höre ich gar nicht erst zu (lacht laut). Nein Quatsch. Das Gute war, dass die Leute von Beginn an wussten, dass wir alle Fans der Originale sind und diesen mit Respekt entgegen treten wollten. Und die Kernelemente die diese Filme so groß gemacht haben, sind bei uns immer noch drin.

Die Liebe zu Kindern

gamona: Für kleine Kinder dürften „Die Jagd…“ aber eher nicht geeignet sein oder? Er ist schon wesentlich aufregender und gruseliger als die Originale. Gab es Testvorführungen mit Kindern?

Dwayne Johnson: Nun, unser Film sollte sich wie eine Achterbahnfahrt anfühlen, mit all seinen „Thrills“ und „Schockmomenten“. Ich habe mir den Film mit einer ganzen Reihe von Kindern angesehen. Und Kinder lieben diese Elemente. Sie wollen unterhalten werden, sich auch mal gruseln oder staunend aufjauchzen. Und die Gruselelemente sind ja nicht düster oder abschreckend. Und: Kinder lieben andere Kinder mit Superkräften.

gamona: Sie haben eine Tochter, oder?

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"Manche Filme mache ich mit meinem kleinen Mädchen im Hinterkopf."
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Dwayne Johnson: Ja, sie ist sieben. Ich habe mir mit ihr den Film angesehen und sie war begeistert. Man macht solche Filme ja manchmal ein Stück weit mit dem Hintergedanken, dass deine Kinder sich diese Filme ansehen und genießen können. Das ist nicht immer der Fall – vor allem bei vielen meiner anderen Projekte.

gamona: Sie scheinen eine sehr spezielle Beziehung zu Kindern zu pflegen und sind unter anderem der Gründer Ihrer eigenen Stiftung, der „Rock Foundation“. Können Sie uns ein bisschen darüber erzählen?

Dwayne Johnson: Sehr gerne. Die „Rock Foundation“ ist etwas, auf das ich sehr stolz bin. Ein paar sehr engagierte Leute arbeiten dort mit mir, die ihr Leben den Kindern verschrieben haben, um ihnen ein bessere Jugend zu ermöglichen. Ich bin wirklich gesegnet, dass ich solche Menschen habe, die in meinem Auftrag dort arbeiten. Als ich noch klein war, habe ich harte Zeiten durchgemacht. Ich bin oft vom rechten Pfad abgekommen, habe eine Menge falscher Entscheidungen getroffen, habe viele Menschen verletzt, die mich lieben. Aber zum Glück gab es Menschen die in mich und mein Potenzial glaubten – und jetzt will auch ich solch ein Mensch sein.

gamona: Im Film spielen sie einen Taxifahrer. Welche Jobs hatten Sie, bevor Sie ins Showgeschäft eingestiegen sind?

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"Ich möchte Kindern helfen, ihren Platz im Leben zu finden."
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Dwayne Johnson: Oh Gott, das waren eine Menge. Mit dreizehn habe ich als Tellerwäscher angefangen. Danach arbeitete ich bei einem Pizzaladen in Hawaii, für 3,53 Dollar die Stunde, von 15Uhr bis 23Uhr. Das habe ich für mehrere Jahre gemacht. Das Geld habe ich mit meinen Eltern und Großeltern geteilt. Dann habe ich mich als Einkaufswagen-Sammler verdient. Da rennst du den ganzen Tag über den Parkplatz der Einkaufsläden und sammelst die Einkaufswägen der Kunden ein. Und als Maler habe ich gejobbt. Nicht als Künstler, vielmehr habe ich Häuser und dergleichen gestrichen.

Die Liebe zum Wrestling

gamona: Vermissen sie manchmal „The Rock“? Mittlerweile ist der Name ja sogar von den Kinoplakaten verschwunden.

Dwayne Johnson: Oh man, es war so spaßig als „The Rock“. Ich vermisse ihn sehr, vor allem aber vermisse ich die Interaktion mit der jubelnden Masse, die Live-Auftritte. Ich bin mit Wrestling aufgewachsen: Mein Großvater, mein Vater, mein Onkel, meine Cousins – jeder hat ge-wrestled. Ich liebe den Entertainment-Aspekt daran. Ich bin dankbar für alles, was ich im Wrestling erreichen konnte, aber es gab einen Punkt, an dem ich mich nicht mehr hätte weiter entwickeln können. Und dann kam die Möglichkeit der Schauspielerei und ich entdeckte ein neues Ziel in meinem Leben: ein toller Darsteller zu werden. Und um das zu werden, musste ich mich für eine Sache entscheiden – denn beides gemeinsam, war unmöglich. Wrestling gab mir eine Plattform – um zu unterhalten, um zu lernen. Dafür bin ich dankbar. Doch jetzt muss ich nach vorn blicken.

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"Wrestling gab mir eine Plattform, um mich so richtig austoben."
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gamona: Wussten Sie das Mickey Rourke bei Wrestlemania 25 auftreten will?

Dwayne Johnson: Echt? Das wusste ich nicht.

gamona: Wäre das auch eine Option für Sie? Vielleicht nicht jetzt, aber in ein bis zwei Jahren für einen kurzen Auftritt zurückzukehren?

Dwayne Johnson: Klar, wenn es den Fans Spaß machen würde. Um ehrlich zu sein treffe ich mich weiterhin regelmäßig mit den Chefs der WWE, um über eventuelle Shows nachzudenken. Wenn sich eine Gelegenheit bietet, würde ich darüber nachdenken. Bei Mickey macht das natürlich Sinn. Die Verbindung ist durch seinen Film „The Wrestler“ ja gegeben. Und immer wenn ein Star zu uns als Gast kam, war das ein Riesenspaß für ihn.

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"Wenn es die Fans verlangen, könnte ich mir eine Comeback-Show gut vorstellen."
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gamona: Wenn wir schon über den sportlichen Aspekt sprechen - ich müsste mal eine persönliche Frage stellen: Wie bekomme ich Ihren Körper? Ich hätte gerne eine genaue Anleitung.

Dwayne Johnson: (lacht) Pass genau auf, ich verrate dir mein Geheimnis. Zuerst solltest du dir etwas suchen, das dich interessiert. Das kann alles Mögliche sein: Biking, Hiking, sogar Tischtennis – wichtig ist nur, dass du voll dabei bist und dich nicht zwingen musst, es zu tun. Sonst gibt man irgendwann entnervt auf und Erfolge bleiben aus. Für mich persönlich ist das Training am Morgen auch eine Art Anker – so bereite ich mich auf den Tag vor und gewinne die nötige Energie für harte Jobs.

gamona: Wie wichtig ist es für Sie, sich aus der Boulevard-Presse herauszuhalten?

Dwayne Johnson: Eigentlich brauche ich das gar nicht. Ich bin kein sonderlich verrückter Typ. Ich gehe nicht aus, sondern verbringe meine Zeit lieber mit Freunden. Was sollte man da schon berichten – Dwayne beim Angeln? Dwayne beim Reiten? Keine große Sache. Das interessiert doch keinen, und das ist auch gut so.