Das Warum - Teil 2
Horrorfilme oder generell gewalttätige Filme waren schon immer eine interessante Anlagemöglichkeit für Produzenten mit relativ kleinem Geldbeutel. Das Risiko bei solchen Filmen ist überschaubar, da die Produktionskosten klar unter dem Hollywood-Durchschnitt bleiben, und die beständig wichtiger werdende DVD-/Blue Ray-Auswertung pusht selbst sinnfreie Gore-Suppen unweigerlich Richtung Gewinnzone. Es gab in den letzten Jahren eine deutliche Öffnung des Marktes für diese Art von Filmen, was natürlich auch wieder die Produzenten befruchtet und die „production values“ in die Höhe treibt. Angestaubte Bückware mit Schmuddelimage? Aber nein, schon lange nicht mehr.
Mit "High Tension" setzte Alexandre Aja den blutroten Grundstein für seine Karriere.Aufstrebende Regisseure setzen nach wie vor darauf, über forsch durchgreifende Genrefilme eine Visitenkarte für größere Projekte abzugeben. Ein bekanntes Beispiel ist Alexandre Aja, der seit „High Tension“ in Hollywood werkeln darf, genauso wie auch James Wan, Xavier Gens (von „Frontière(s)“ zu „Hitman“) oder Pascal Laugier (von „Martyrs“ zum „Hellraiser“ Remake) erfolgreiche Schritte nach oben gemacht haben. So lange die Filme nicht viel kosten und –im besten Fall- schickes Handwerk mit kommerziellen Inhalten verbinden, ist vieles möglich – bis hin zum exploitativen Extrem.
Dieses exploitative Extrem ist nicht nur ein „Kann“, sondern auch ein „Muss“, das inmitten eines dichten Medienumfeldes das Abheben gegenüber der Konkurrenz ermöglicht. Der Zuschauer sieht sich einer wahren Flut medialer Angebote gegenüber, die selbst im Fernsehen –Stichwort: „24“- ordentlich Gas geben, und möchte natürlich seine verfügbare Zeit mit möglichst großen Emotionen füllen. Bei „torture porn“ Filmen ist eine berieselnde Betrachtung kaum möglich, was zunächst einmal nachhaltige Eindrücke hinterläßt und im besten Fall dann entweder den geschmacklichen Horizont erweitert oder zumindest über üppig publizierte Aufreger-Meldungen neues Interesse generiert. Diese extremen Bilder vermitteln alles außer Durchschnitt, und nichts anderes will man doch mit jeder Kinokarte oder jedem Druck auf die „Play“-Taste erreichen.
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