Der erste Teil war ein immenser Erfolg für das neu auferstandene Studio Hammer. Weltweit wurden mehr als 127 Millionen Dollar eingespielt, ein Sequel war darum sehr schnell eine sichere Sache. Aber wie sollte man die Geschichte fortsetzen? Wieder mit Daniel Radcliffe? Oder gänzlich anders? Man entschied sich schließlich für Letzteres, womit sich zeigen wird, für wie viel Umsatz Radcliffe eigentlich gut ist beziehungsweise wie viel weniger es sein wird, nun da er nicht mehr dabei ist.

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Die Geschichte des zweiten Teils spielt 40 Jahre später. Der Zweite Weltkrieg ist in vollem Gange und nächtliche Bombenangriffe erschüttern London. Viele Eltern schicken darum ihre Kinder aufs Land und damit in Sicherheit. Eve Parkins ist eine Lehrerin, die zusammen mit Jean Hogg mit acht Kindern aufs Land fährt, genauer: auf eine Insel. Man zieht ins Eel Marsh House ein, das ein bisschen verwittert ist.

Die Frau in Schwarz 2 - So gruselig wie das Schlossgespenst Hui Buh

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Der Film kommt bei uns am 19.02.2015 in die Kinos.
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Eve hat ein ungutes Gefühl bei diesem Haus. Auch der junge Edward spürt das. Er begegnet der Frau in Schwarz. Eve sieht sie auch immer häufiger, glaubt aber erst, sie würde sich das nur einbilden. Doch dann stirbt ein Kind – und Eve wird schmerzlich bewusst, dass hier etwas Unheimliches vorgeht. Aber was kann sie tun, um die Kinder und sich zu retten?

Überflüssig

Bei einer derart limitierten Geschichte wie der aus „Die Frau in Schwarz“ ist es natürlich schwierig, ein Sequel zu entwickeln, das halbwegs gut ist. Dieser Film hier hat das Problem, dass er im Grunde nur eine Variation des Originals bietet. Wo im Original Arthur Kipps ein Mann war, der etwas Wichtiges verloren hatte, ist es nun eben Eve, die ein ebensolches Trauma mit sich herumträgt. Darum sind beide auch empfänglich für die Frau in Schwarz, deren Geschichte der kundige Zuschauer kennt, so dass ein Mystery-Element des Originals vollkommen verschwindet.

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Grusel Pampelmuse?
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Stattdessen tritt der Film reichlich Wasser. Die Kameraarbeit weiß zu gefallen, das düstere Haus wird gebührend in Szene gesetzt, aber es gibt zu viele Szenen, die schlichtweg ins Nichts führen. Ein Beispiel: Hin und wieder taucht ein blinder Mann auf, der Eve bedrängt, aber eine Auflösung gibt es für seine Figur nicht.

Der Buh-Effekt

Was diesem Sequel abgeht, ist ein Gefühl von Spannung, ein wohliger Grusel, praktisch alles, was den ersten Film ausgezeichnet hat. Stattdessen kapriziert man sich auf Jump-Scares, die oft genug aus dem Nichts kommen. Es gibt keinen Aufbau, einfach nur einen lauten Soundeffekt und ein überraschendes Bild. Das funktioniert auf seiner primitiven Ebene natürlich, aber von einem Film wie diesem erwartet man mehr: nämlich das konstante Gefühl von Grusel.

Das geht hier völlig ab, weil auch die Frau in Schwarz, die im ersten Teil noch gebührend verstörend war, hier ganz und gar zum halbgaren Schreckgespenst wird.

Lahmer Aufbau

Nach einem stimmungsvollen Anfang verfällt „Die Frau in Schwarz 2 – Engel des Todes“ in eine sehr behäbige Erzählweise, die die Geduld des Zuschauers ganz gewaltig auf die Probe stellt. Nur der letzte Akt wirkt ein bisschen lebendiger, auch wenn er nicht wirklich Neues zu bieten hat. Dennoch, man nimmt hier, was man kriegen kann, auch wenn es ein akuter Fall von „zu wenig, zu spät“ ist.