Nach „Küss den Frosch“ hat Disney die handgezeichneten Meisterwerke an den Nagel gehängt, um Platz für den Fortschritt zu machen: 3D-Animationsfilme. Das betrübt natürlich das Liebhaberherz, stoppt aber nicht die Produktion erstklassiger, märchenhafter Disneyfilme. Nach Rapunzel und Merida gesellen sich durch Disneys neuesten Streich „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ nun zwei neue Prinzessinnen zur Disney-Familie, die wunderbar ins Familienalbum passen.

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Für Disneys neuesten Ausflug in die Märchenwelt ließ sich das Produktionsstudio abermals von einem Märchen aus der Feder des dänischen Dichters und Schriftstellers Hans Christian Andersen inspirieren, der z.B. auch „Die kleine Meerjungfrau“ schrieb. Diesmal liefert Andersens Erzählung „Die Schneekönigin“ die grobe Vorlage für den neuen Animationsspaß.

Die Eiskönigin - Völlig unverfroren - Disney lässt Eis und Herzen schmelzen

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Magisch: Ein Disney-Film durch und durch.
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Es war einmal ein Disneyfilm…

Die beiden Schwestern Anna und Elsa wachsen behütet und glücklich im Königspalast von Arendelle auf. Die Prinzessinnen sind lebensfroh und unzertrennlich, doch Elsa wurde mit einer Zauberkraft geboren: Sie kann ihre Umwelt in Eis verwandeln, Schnee und Frost aus dem Nichts entstehen lassen. Als sie eines Tages beim übermütigen Spielen ihre Schwester mit ihrem Zauber trifft, müssen ihre Eltern handeln: Anna wird zu den Trollen gebracht, die den Zauber aus ihrem Kopf entfernen – damit aber auch ihre Erinnerungen an Elsas Zauberkraft.

Elsa verkriecht sich fortan in ihrem Zimmer, um keinen Schaden mehr anzurichten und Anna zu schützen, in der Hoffnung, irgendwann mit ihrer Zauberkraft umgehen zu können. Anna hingegen versteht die Abweisung ihrer Schwester nicht. Selbst als ihre Eltern verunglücken, wird die Distanz nicht aufgehoben.

Jahre später kommt es zu Elsas Krönung. Anna ist ganz aus dem Häuschen, hofft, unter den Gästen ihren Traumprinzen zu finden, um endlich nicht mehr allein und eingesperrt zu sein. Elsa hingegen fürchtet eine Katastrophe wegen ihrer unkontrollierbaren Zauberkräfte. Und so kommt es, wie es kommen muss: Bei einer Auseinandersetzung auf den Feierlichkeiten verliert Elsa ihre Beherrschung und gibt ihre Kräfte preis.

Packshot zu Die Eiskönigin - Völlig unverfrorenDie Eiskönigin - Völlig unverfroren

Erschrocken flieht sie in den Wald, mit dem Ziel, niemals wieder einen Fuß nach Arendelle zu setzen. Aus Schnee und Eis erschafft sie sich ihre eigene kleine Welt, in der sie endlich frei sein kann. Doch dadurch versinkt auch Arendelle im ewigen Eis. Anna macht sich sofort auf den gefährlichen Weg, um Elsa und Arendelle zu retten.

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Neues für die Disney-Karaoke-Party

Aber alleine schafft Anna es nicht durch die Winterlandschaft, deren Berge immer rutschiger und deren Wälder immer schneebedeckter werden. In einer Hütte trifft sie auf den schroffen Einzelgänger Kristoff, der mit seinem Rentier Sven als Eislieferant arbeitet. Gemeinsam mit ihm könnte sie den Weg zum Berggipfel erklimmen, auf dem sich Elsa verschanzt hat…

Neben den liebevoll designten Hauptfiguren treffen unsere Helden natürlich noch auf eine Reihe weiterer schräger Charaktere: Der Schneemann Olaf (starbesetzt mit Hape Kerkeling, was nicht negativ auffällt, allerdings auch nicht notwendig gewesen wäre) träumt sehnlichst vom Sommer, Prinz Hans von der großen Liebe und Herzog von Pitzbühl von großem Reichtum. Und dann wären da auch noch monströse Schneeungeheuer und possierliche Trolle…

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Natürlich gibt es auch wieder jede Menge quirliger Nebenfiguren.
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All das wird – Disney-typisch - umrahmt von familiengerechten Songs, teils mit Ohrwurmcharakter und wunderschön inszeniert. Manche wirken hingegen aber auch zu aufgesetzt, als müsste man jeder Figur unbedingt ihr eigenes Titellied aufzwängen, wobei dies gar nicht notwendig wäre. So erhält beispielsweise der Sidekick Olaf eine kurze Episode, in der er über die Vorteile des Sommers singt, die jedoch irgendwie fehl am Platz wirkt.

Elsas Befreiungslied (im Original: „Let it go“), in der sie sich ihr eigenes Eisschloss zaubert, hat hingegen das Zeug zu einem großen Disneysong. Auch wenn man zwar seit Jahren das Gefühl hat, dass musikalisch nie wieder das Level von Filmen wie „Der König der Löwen“, „Arielle die Meerjungfrau“ oder „Die Schöne und das Biest“ erreicht wird, so liefert zumindest dieses Lied eine überdurchschnittlich gute Performance ab. Wer jedoch zu viele Gesangseinlagen in Filmen verabscheut, wird bei „Die Eiskönigin“ das kalte Grausen bekommen.

Ach ja, wir brauchen noch eine Liebesgeschichte

Die Animationen sowie die Grafik ähneln sehr dem Stil von „Rapunzel – Neu verföhnt“: Große Augen, niedliche Prinzessinnen und Kreaturen sowie sensationelle 3D-Momente. Und diese wirken teilweise täuschend echt. Als es im Film plötzlich anfing zu regnen, erschrak ich, duckte mich leicht vor der Nässe und wunderte mich, warum es im Saal plötzlich regnet. Auch die Eiskristalle und Schneeflocken sind klasse animiert, wenn es auch, durch die großangelegten Schneegestöber, nicht so viel Abwechslung wie gewohnt in der Umgebung gibt.

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Schneeungeheuer gibt's auch.
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Das Hauptaugenmerk legt Disney dabei auf die Geschichte der beiden Schwestern, die gefühlvoll, romantisch und witzig erzählt wird. Dabei achtet das Regieduo (bestehend aus Chris Buck und Jennifer Lee) darauf, dass Elsa nie zur Antagonistin verkommt, sondern bis zum Ende Sympathieträgerin bleibt. Ein interessanter Schritt, wobei eine Verwandlung zur Bösen sicherlich auch reizvoll und nachvollziehbar gewesen wäre. In dieser Hinsicht verhält sich die Handlung recht sachte.

Und natürlich bleibt auch die Liebesgeschichte nicht aus, die jedoch zu reingezwungen wirkt und zu plötzlich kommt. Hier fehlen die wunderschönen Momente, die Disney sonst streut, um das Aufkommen einer emotionalen Bindung zu rechtfertigen. Ebenso abrupt erscheint auch das Ende, das dadurch etwas unausgereift wirkt. So macht „Die Eiskönigin“ zwar vieles richtig, aber nichts gänzlich perfekt.