„Höhlenmenschen brauchen kein Gehirn“, erklärt Familienvater Grug triumphierend dem Homo Sapiens Guy. Damit erklärt er auch sehr anschaulich, warum seine Art ausstarb. Aber natürlich ist „The Croods“ keine Abhandlung darüber, was sich in der Steinzeit abspielte, als der Neandertaler vom Angesicht der Erde verschwand und der Erfolgszug des Homo Sapiens begann. Vielmehr ist der Animationsfilm ein flott erzähltes Märchen, das dem Jungvolk im Publikum eine einfache, aber wichtige Botschaft mit auf den Weg gibt: Stillstand bedeutet den Tod.

Wörtlich, wenn man nicht läuft, sollte etwas einen fressen wollen, aber auch metaphorisch, denn nur wer sich seiner Umgebung anpasst, kann der Evolution ein Schnippchen schlagen. So sollte man meinen, für die Croods könnte es kein Happyend geben, zumindest, wenn dies ein Film vom Schlage von „Am Anfang war das Feuer“ wäre – und nicht die neueste DreamWorks-Produktion.

Die Steinzeit, kurz, bevor sich alles ändert: Die Croods sind die letzten Höhlenmenschen in ihrer Gegend. Vater Grug bleibt mit den Seinen am liebsten in der Höhle, weil es da schön dunkel und sicher ist. Sein Motto ist, dass alles Neue schlecht ist. Weil Neues kann einen umbringen. Seine Tochter Eeb sieht das natürlich anders. Sie will nicht nur in der Höhle versauern, sondern auch was erleben.

Darum schleicht sie sich nachts raus und lernt den Jüngling Guy kennen, der ihr vom Ende der Welt berichtet. Wenig später sind die Croods eines Erdbebens wegen auch ihre Höhle los. Sie begeben sich in eine ihnen völlig fremde Welt, auf der Suche nach einer neuen Höhle.

Guy, auf den Eeb ein Auge geworfen hat, ist weit schlauer als die Höhlenmenschen und besitzt auch schon das Feuer. Darum wird er von Grug eingespannt, ihnen zu helfen, zu einer Höhle zu kommen. Doch damit allein ist es nicht getan, um zu überleben…

Die Croods - Sie erfinden das Rad nicht neu, aber sie erfinden es

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Die Croods: eine "modern stone age family".
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Stimmenwirrwarr

Wie üblich werden im Original Namen wie Nicolas Cage, Emma Stone und Ryan Reynolds aufgefahren. Ebenso üblich ist es, dass mehr oder minder passende Promis im Deutschen ihr Glück versuchen dürfen. Das Familienoberhaupt wird von Uwe Ochsenknecht gesprochen, der schon im Jahr 2000 mit der Miniserie „Dune“ bewiesen hat, dass man als Schauspieler an einer solchen Aufgabe auch scheitern kann – selbst, wenn man sich selbst synchronisiert.

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Hier spricht er nun einen Höhlenmenschen. Ob das passend ist oder nicht, soll ein jeder für sich selbst beurteilen, von der Stimmperformance her gibt es jedoch deutliche Defizite. Er verschleppt und verschleift die Dialoge zu oft. Seine Kollegen, darunter Janin Reinhardt und Kostja Ullmann, schlagen sich deutlich besser.

Monster in Hülle und Fülle

Mit am amüsantesten an „Die Croods“ sind die Kreaturen, denen die eigenartige Familie im Lauf der Geschichte begegnet. Bäreneulen, Piranhasittiche oder Mausfanten sind nur ein paar der phantasievoll gestalteten Fabelwesen, die aus mehreren Realtieren kombiniert wurden. Das mag albern erscheinen, hat aber seinen ganz besonderen Reiz und sorgt auch für ganz neue Gefahrenquellen. Fliegende Schwarmfleischfresser sind nicht nur für die Croods etwas Neues – und tatsächlich schlecht, zumindest, wenn man auf der Speisekarte der Piranhasittiche steht.

Road Trip mit romantischem Flair

Das Setting ist mal was Neues, die Geschichte selbst beschreitet jedoch ausgetretene Pfade. Der Road Trip der Familie Crood verläuft nach erwartbarem Muster, allerdings muss man dem Film zugutehalten, dass er das Regelwerk verstanden hat und Konvention zur Kunst erhebt. An der Umsetzung gibt es nichts zu mäkeln, auch nicht an der Romanze zwischen Eeb und Guy, die immerhin dadurch frisch bleibt, dass sie ein ziemlich grober Höhlenmensch ist.

Die Croods - Sie erfinden das Rad nicht neu, aber sie erfinden es

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Wie so oft sind auch in diesem Animationsfilm die lustigen Nebenfiguren das Highlight.
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Die episodische Struktur ergibt sich durch die Reiseetappen und die damit verbundenen Erlebnisse. Dem Unterhaltungswert tut das keinen Abbruch, denn abseits der vorhersehbaren Geschichte punktet der Film vor allem durch viele Kleinigkeiten, die nicht zuletzt damit zu tun haben, dass die Croods ausgesprochen dumme Höhlenmenschen sind.