Man könnte einem Film wie „Die 5. Welle“ natürlich all die Einflüsse, die hier vermengt werden, aufrechnen, aber damit übersieht man eine Sache. Der Roman wie auch der Film sind auf ein junges, jugendliches Publikum zugeschnitten, von dem man ausgehen muss, dass es nicht sämtliche Werke kennt, die Rick Yancey in irgendeiner Weise verarbeitet hat.

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Das ändert natürlich nichts daran, dass sich „Die 5. Welle“ als ein Amalgam verschiedenster Stoffe erweist: Das am Himmel stehende Raumschiff erinnert an „Independence Day“, die Außerirdischen kommen als Körperfresser daher, die letzten Überlebenden erinnern an die bunte Gruppe aus „Falling Skies“, das Training der Kinder zu Soldaten kennt man aus „Ender’s Game“ und das Liebes-Dreieck mit einem Ersatz-Edward und einem Jacob-Epigonen ist auch vorhanden.

Die Wellen

Alles beginnt mit der Ankunft der Außerirdischen, die alle nur die Anderen nennen. Mehrere Tage passiert nichts, doch dann startet die erste Angriffswelle – ein gigantischer EMP, der weltweit alle Maschinen lahmlegt. Drei weitere Wellen folgen, denen immer mehr Menschen zum Opfer fallen, darunter auch Cassies (Chloe Grace Moretz) Familie. Nur noch ihr Bruder Sammy hat überlebt, aber sie wird von ihm getrennt.

Während Sammy mit anderen Kindern in ein Militärlager kommt und dort für den Kampf gegen die Invasoren ausgebildet wird, versucht Cassie, zu ihrem Bruder vorzudringen. Auf der beschwerlichen Reise lernt sie einen mysteriösen jungen Mann kenn und weiß schon bald nicht mehr, wer Freund und Feind ist.

Die 5. Welle - Science Fiction mit Kick-Ass-Star Chloë Grace Moretz

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Der Film kommt am 14.01.2016 in die Kinos.
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Großer Anfang

Die besten Momente kommen in der ersten halben Stunde. Die Angriffswellen der Außerirdischen erlauben auch einige tolle Effektsequenzen, die „Die 5. Welle“ tatsächlich größer aussehen lassen als sie ist. Denn nachdem die ersten vier Wellen eingesetzt haben, hat man eigentlich einen sehr viel kleineren Film, der wiederum in zwei Handlungsebenen unterteilt ist, die erst zum Ende hin zueinander finden.

Auf dem Weg zu diesem Finale, das natürlich nicht mit dem Sieg über die Außerirdischen einhergeht – immerhin gibt es noch zwei Romane, die verfilmt werden wollen – gibt es ein paar Überraschungen, die aber zumindest für findige Zuschauer sehr leicht vorhersehbar sind.

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Vielleicht muss man aber auch nicht allzu findig sein, sondern einfach nur eine kritische Masse an Alien- und Invasionsfilmen gesehen haben. Dann sind die Ingredienzien bekannt, ebenso wie die stereotypen Charaktere.

Die 5. Welle - Science Fiction mit Kick-Ass-Star Chloë Grace Moretz

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Hat man irgendwie alles schon mal gesehen...
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Gut gemacht

Blendet man aus, was alles für „Die 5. Welle“ Pate gestanden hat, dann bleibt ein handwerklich gut gemachter, durchaus spannender und mehrheitlich gut gespielter Film, der allenfalls daran leidet, dass der Zufall ein bisschen zu häufig zuschlägt und die hier immerhin nur angedeutete Liebesgeschichte ihr Haupt häufig dann reckt, wenn es gerade gar nicht passend erscheint.

Technisch gibt es indes nichts zu bemängeln. „Die 5. Welle“ mag in jeder Beziehung ein Film von der Stange sein, aber einer, der mit seiner Umsetzung überzeugen kann. Er wird von Chloe Grace Moretz getragen, die den Wandel vom normalen Teenager zu einem verschreckten Mädchen, das auch töten muss, überzeugend hinkriegt, auch wenn sie gar nicht so ausuferndes Material hat, mit dem sie arbeiten kann. Dies ist nicht ihre beste Arbeit, einfach, weil das Material nur Durchschnittsware ist. Aber sie hilft, das alles dem Zuschauer schmackhaft zu machen.