Asiatische Filmstudios haben ein Fable für große Ungeheuer - das weiß man nicht nur durch Godzilla. In dem neuen Film des ungekrönten Königs des Hongkong-Blockbusters, Tsui Hark, bedroht nun ein mysteriöses Seeungeheuer China. Hinter all der bildgewaltigen Zerstörungswut scheint jedoch eine große Verschwörung zu stecken. Ganz klar ein Fall für die chinesische Antwort auf Sherlock Holmes: Detective Dee!

Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers - Official Trailer #1 (Eng Sub)

Die actionreiche Fantasy-Kriminalgeschichte „Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen“ von Hongkongs Star-Regisseur Tsui Hark kam nicht nur beim Publikum sehr gut an, sondern auch bei den weltweiten Kritikern.

Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers - Das chinesische Pendant zu Sherlock Holmes ist zurück

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Spannende und toll inszenierte Martial-Arts-Kämpfe gibt es zu Genüge!
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Der verruchte Detektiv Dee, der wegen einer Rebellion gegen die Politik der Kaiserin acht Jahre im Gefängnis verbringen musste, ähnelt nicht nur aufgrund seiner unkonventionellen Herangehensweise dem britischen Star-Schnüffler Sherlock Holmes. Auch die zahlreichen Actionsequenzen, die der Spurensucher durchleben muss, erinnern an den Kult-Engländer (zumindest an Guy Ritchies Sherlock Holmes-Verfilmungen mit Robert Downey Jr. und Jude Law in den Hauptrollen).

Detective Dee ermittelt wieder

Doch natürlich begegnen wir hier keinem rauen Briten, sondern einem perfekt ausgebildetem Martial-Arts-Kämpfer. Freunde fernöstlicher Martial-Arts-Filme werden an „Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers“ also sichtlich ihren Spaß haben. Dabei handelt es sich hierbei nicht um eine Fortsetzung der Abenteuer des Detectives, sondern um ein Prequel. Die Vorgeschichte erzählt, wie der junge Detective Dee (Mark Chao) im Jahr 665 vor Christus in die Hauptstadt der Tang-Dynastie, Luoyang, kam, um dort einen Job als kaiserlicher Sicherheitsangestellter anzutreten.

Zur gleichen Zeit kommt es in Luoyang zu mysteriösen Ereignissen: Eine ganze Schiffsflotte wurde von einem Seedrachen vernichtet, Hauptermittler Yuchi Zhenjin (Feng Shaofeng) soll den Fall auf Befehl der Kaiserin (Carina Lau) innerhalb von zehn Tagen lösen – ansonsten verliert er seinen Kopf. Scheinbar unabhängig davon wird die junge Kurtisane Yin (gespielt von dem chinesischen Model Angelababy) zum Opfer einer Entführung. Eigentlich sollte Yins Schönheit den Seedrachen besänftigen, jedoch scheint nun ein anderes Ungeheuer auf sie aufmerksam geworden zu sein: Ein grünes Wesen mit Schwimmhäuten, eine seltsame Mischung aus dem Biest (von „Die Schöne und das Biest“) und Hulk. Denn das Monstrum scheint unsterblich in Yin verliebt zu sein.

Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers - Das chinesische Pendant zu Sherlock Holmes ist zurück

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Und auch der chinesische Sherlock hat einen Watson an seiner Seite.
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Dees Aufgabe ist es nun, herauszufinden, was diese beiden Ereignisse verbindet. Leider verläuft das erste Zusammentreffen zwischen ihm und Yuchi mehr als unglücklich und Dee landet kurzerhand im Gefängnis. Dort gelingt es ihm allerdings mit Hilfe seiner Gerissenheit den Gefängnisarzt Shatuo Zhong (Lin Genxing) davon zu überzeugen, ihn zu befreien, der daraufhin – ähnlich wie Dr. Watson – zu Dees Kumpanen wird.

Bildgewaltiger Actionblockbuster

Gemeinsam mit Yuchi – der sich nicht so richtig mit Detective Dee anfreunden möchte – begeben sie sich an die Lösung des Falls, der sich vom Genre her stets zwischen Fantasy, Märchen, Mythos und vor allem Actionblockbuster bewegt. Und auch hier noch einmal ein Vergleich zum berühmten britischen Ermittler: Auch Detective Dee zeigt auf, dass nicht alles, was übernatürlich oder gar surreal wirkt, als eben solches zu bewerten ist.

Damit aber genug von Sherlock Holmes vs. Detective Dee, denn der chinesische Detektiv hat auch seine ganz eigenen Stärken. Und die beruhen vor allem auf toll inszenierten Martial-Arts-Kämpfen, die bestens choreographiert wurden. Überall wirbeln Kämpfer durch die Luft, als seien sie in einen Luftstrudel geraten. Das mutet natürlich sehr trashig an, macht aber auch unglaublichen Spaß, wenn man sich darauf einlässt bzw. auf solche Kämpfe steht. Yuchi, der problemlos über eine mehrere Meter hohe Mauer springt und sich in gigantischen Sprüngen über eine Fläche und Häuserdächer fortbewegt? Ganz normal!

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Und auch hübsche Frauen dürfen nicht fehlen.
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Die Macher haben sich hier einiges einfallen lassen, um im gesamten Film die Abwechslung zu wahren. So gibt es Kämpfe im Wasser, in der Luft und an steilen, düsteren und kilometerlangen Felswänden, mit absolut tödlichem Abgrund. Und auch das Waffenarsenal unserer Helden – und deren Feinde – erscheint grenzenlos: Lassos, Dolche, Blasrohre, Killer-Bienen, Schwerter jeglicher Art, Morgensterne oder Shuriken – diese Vielfalt macht dem Zuschauer einfach Spaß!

Bildgewaltiges Action-Fantasy-Spektakel mit irrwitzigen Martial-Arts-Kämpfen in einer märchenhaften, asiatischen Umgebung.Fazit lesen

Für den Spaß sorgen aber auch die Spezialeffekte und der visuelle Genuss der gesamten Umgebung. Diese wurde an ein altes, kulturträchtiges China angepasst, mit wunderschönen Tempelanlagen, Wäschereien und Färbereien, alten Trachten, Gemäuern und Marktplätzen. Besonderes Augenmerk wurde bei „Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers“ auf die 3D-Effekte gelegt. Ein eindrucksvoller 3D-Flug über den Schiffshafen (den man auch aus dem 1. Teil kennt), Shuriken und andere gefährliche Waffen, die einem entgegenfliegen, ein riesiges Ungetüm, dass die Schiffscrew – und den Zuschauer – zu verschlingen droht – und und und... Visuell macht der Film eine Menge her. Dafür gerät die Geschichte und die eigentliche Ermittlerarbeit zwar etwas mehr in den Hintergrund – im Vergleich zum Vorgänger „Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen“ – aber das stört nicht. Der Film fühlt sich dadurch eher wie eine Verlagerung vom Fantasy-Krimi zum Actionblockbuster an.