Es ist lange her, dass Ridley Scott mit einem neuen Werk brillieren konnte. Fast ein Jahrzehnt durchwachsener Filme liegt hinter ihm, aber mit der Roman-Adaption „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ kehrt er zu alter Größe zurück. Er kann aber auch auf einen exzellenten Hauptdarsteller, ein großartiges Ensemble und ein Skript zurückgreifen, das vor Humor nur so sprüht.

Der Marsianer - Rettet Mark Watney - Deutscher Trailer #2

Den mag man bei einer Geschichte wie dieser nicht erwarten, aber Mark Watneys sarkastische Sprüche werden von Matt Damon mit reichlich Verve geliefert. Dabei muss Damon den Großteil des Films mit sich selbst spielen. Eine der ganz großen Herausforderungen, die einem Schauspieler begegnen können. Damon hat sie gemeistert.

Der Marsianer - Rettet Mark Watney - Matt Damon ist der einsamste Mensch des Universums

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Der Film erscheint am 08.10.2015 in den deutschen Kinos.
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Zur Geschichte

Die Ares-III-Mission auf dem Mars besteht aus sechs Astronauten. Als ein gewaltiger Sturm aufzieht, beschließt die Kommandantin Lewis (Jessica Chastain), dass man die Mission abbricht und zur Hermes zurückkehrt, mit der es in Richtung Heimat geht. Doch während des Sturms wird Mark Watney von den anderen getrennt. Man hält ihn für tot, weswegen seine Kollegen schließlich den Mars verlassen.

Doch Watney hat überlebt. Er befindet sich nun allein auf dem Mars, aber ans Aufgeben denkt er nicht. Vielmehr beginnt er zu überlegen, wie er die vier Jahre überleben kann, bis die Ares-IV-Mission den Mars erreicht – und wie er sich der NASA gegenüber bemerkbar machen kann.

Der menschliche Geist

Die Stärke der Geschichte liegt weniger in der Geschichte als vielmehr dem Porträt eines Mannes, der im Grunde den sicheren Tod vor Augen hat, aber nicht aufgibt. Tag für Tag arbeitet er daran, Lösungen für Probleme zu finden, die sich zeitweise immer stärker häufen. Aber er findet sie, er ist bereit, sich selbst zu kasteien, um sein Überleben zu sichern. Sich hinzulegen und zu sterben, kommt nicht in Frage.

Der Marsianer - Rettet Mark Watney - Matt Damon ist der einsamste Mensch des Universums

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Wie überlebt man alleine auf dem Mars? Mit Einfallsreichtum.
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Mark Watney ist ein Paradebeispiel dafür, was möglich ist, wenn man nicht der Verzweiflung anheimfällt, wenn man zielgerichtet vorangeht und niemals aufgibt. Genau das arbeitet Matt Damon hervorragend heraus.

„Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ erzählt davon, wie groß das menschliche Potenzial ist, und nicht nur des Einzelnen, sondern der Spezies als Ganzes. Im Verlauf des Films nehmen immer mehr Menschen an Watneys Schicksal Anteil. Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten zusammen, Nationen rücken zusammen, um dieses eine Ziel zu erreichen: Mark Watney aus der 50 Millionen Kilometer entfernten Fremde zurückzubringen.

Fast wie im echten Leben

Die Stärke von „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ ist auch, dass er anmutet, als hätte man eine wahre Geschichte verfilmt. Er wirkt so realistisch, und das nicht nur in Hinblick auf die Lebensumstände des „Marsianers“, sondern auch, was die Ereignisse bei der NASA und an Bord der Hermes betrifft.

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Matt Damon spielt sich die Seele aus dem Leib.
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Scott hat die Geschichte dabei exzellent im Griff. Er wechselt zwischen den verschiedenen Örtlichkeiten hin und her. Mitunter kann er sie auch miteinander verweben. Das Ganze wirkt dadurch nie marginalisiert oder zerstückelt, sondern ergibt zusammen ein prächtiges Mosaik.

Ein wenig mehr Emotionalität

Wenn man „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ etwas vorwerfen kann, dann, dass er es nicht gänzlich versteht, den Zuschauer emotional zu involvieren. Die Geschichte ist interessant, ebenso wie all die Probleme, denen sich Watney stellen muss, die Hauptfigur selbst bleibt aber relativ ungreifbar.

Ein großer Film über die Größe des menschlichen Geistes.Fazit lesen

So ist man vor allem wegen der Entwicklungen – und der großartigen Bilder – gebannt, aber Mark Watney bleibt ein Buch mit sieben Siegeln. Vielleicht, weil es der Film unterlässt, Momente der Verzweiflung zu zeigen, die es auch gegeben haben muss. Am nächsten kommt er dem in dem Moment, als Watney seiner Kommandantin eine Nachricht schickt, in der er sie bittet, etwas für ihn zu tun. Momente wie diese hätte es ein paar mehr geben müssen.