Dr. Seuss zählt zu den bekanntesten Kinderbuchautoren der USA. Mit seinen spannenden und lehrreichen Geschichten erfreute er schon viele Generationen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „How the Grinch Stole Christmas!“, „The Cat in the Hat“ und „Horton Hears a Who!”. Nun wurde sein persönliches Lieblingsbuch “Der Lorax” als 3D-Animationsabenteuer verfilmt.

Der Lorax - Trailer Deutsch

Wie auch in den anderen Werken von Dr. Seuss, der bürgerlich Theodor Geisel hieß, geht es um die Vermittlung moralischer Werte, ohne dabei sonderlich subtil zu bleiben. Dies geschieht aber mit jeder Menge Spaß, in einer kunterbunten und fantastischen Welt. Umgesetzt wird das farbenfrohe Kinderbuch von den Machern von „Ich – Einfach unverbesserlich“, die auch schon für „Horton hört ein Hu!“ verantwortlich waren und sich somit bestens mit Dr. Seuss‘ Erzählungen auskennen.

Futuristische Plastikwelt

Diesmal handelt die Geschichte von Ted, der unsterblich in die schöne Nachbarin Audrey verliebt ist. Beide leben in Thneedville, einer futuristischen Stadt, in der alles aus Plastik besteht, selbst die Bäume. Dass in ihrer Heimat keinerlei Natur mehr vorhanden ist, stört die Bewohner nicht.

Sie sind stolz auf ihr Hightech-Spielzeug, wie auch Teds Mutter: „Du willst einen Baum? Wir haben das neuste Modell! Mit Fernbedienung und Discofunktion!“ Nur Audrey träumt davon, einmal einen echten Baum zu sehen und diesen Wunsch möchte der verliebte Ted ihr natürlich erfüllen.

Der Lorax - Fun is orange

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Die Zukunft: Bäume 2.0 in einer Welt aus Plastik.
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Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 15/181/18

Seine lustige Großmutter verrät ihm, dass er dafür zum sagenumwobenen Once-ler muss. Also macht er sich unter den wachsamen Augen des raffgierigen Mr. O’Hare auf, mehr über echte Bäume zu erfahren. O’Hare ist ein gerissener Geschäftsmann und gelangte durch eine famose Idee zu Macht: Er verkauft in Plastikflaschen abgefüllte Frischluft, denn die bleibt ohne Pflanzen natürlich aus. Und deswegen ist Mr. O’Hare gar nicht erfreut, dass Ted Bäume in die industrielle Stadt zurückbringen möchte.

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Umweltschutz ganz einfach

Auch der Once-ler träumte einst vom schnellen Geld: Als junger Mann fertigte er aus den bunten Büscheln der Truffula-Bäume Thneeds, ein Allzweck-Kleidungsstück aus einer Art Baumwolle. Beim ersten Fällen eines Baumes erschien der Lorax, der Wächter über den Wald, der den jungen Mann am Abholzen hindern wollte. Doch die Thneeds hatten Erfolg. Die Nachfrage überholte schnell das Angebot und so packte den Once-ler die Gier und er fällte einen Baum nach dem anderen… In Ted sieht er jetzt allerdings die Chance, seine unbedachten Taten wieder gut zu machen…

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Freund des Baums: Danny DeVito als Lorax.
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Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 15/181/18

Dabei bewegt sich Ted innerhalb seiner Heimat in einer kunterbunten und kreativen Welt voller futuristischer Spielzeuge und verschiedener Klimazonen, gebündelt in der Stadt. So geht die Schneelandschaft direkt in einen Swimmingpool umringt von Sonnenschirmen über. Doch eines haben alle Ortsteile gleich: die Luft, die abgepackt aus Plastikflaschen kommt. Denn durch das fehlende Grünzeug, kann keine Photosynthese stattfinden.

Der Lorax macht Spaß und lässt das innere Kind vor Freude jauchzen – sofern man auf überdreht-bunte Welten und singende Protagonisten steht.Fazit lesen

Die Moral, die hier mitschwingt, ist also keineswegs versteckt, sondern vielmehr wie ein riesengroßes rosa Plüschkaninchen, das mit blinkendem LED-Schild und der Aufschrift „UMWELTSCHUTZ!“ über die verdorrten Landschaften vor Thneedville hoppelt. Obwohl die Geschichte selbst schon in die Jahre gekommen ist, bleibt das Thema jedoch aktuell wie nie.

Kontrastreich und witzig

Auch wenn die Moral keine neue ist und diese eher mit der Holzhammermethode eingebracht wird, so bleibt die Geschichte doch spannend und sehr humorig. Denn wie schon bei „Ich – einfach unverbesserlich“ bringt das Autorenduo Ken Daurio und Cinco Paul eine irrwitzige und skurrile Idee nach der andern im Film unter.

So ist der reichste Mann vom Thneedville ein zu kurz gekommener Gnom (eindeutig das männliche Pendant zu Edna ‚E‘ Mode aus „The Incredibles“), der ständig seine zwei bulligen Bodyguards bei sich führt, deren Hände häufig als Trittleiter für O’Hare dienen.

Und auch im weiteren Verlauf sind starke Kontraste vertreten: Zu Zeiten des Once-lers hüpfen fröhliche Bar-ba-loots (kleine Bärchen) und schnatternde Swomee-Schwäne zusammen mit den singenden Summ-Fischen über extrem bunte Landschaften. Schon alleine die farbenprächtigen Truffula-Bäume stechen ins Auge. Nachdem der Once-ler gewütet hat, ist die Gegend verdorrt, düster und gruselig anzusehen.

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Danny DeVito spricht den Lorax sogar in der deutschen Fassung.
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DeVito wird zur Comicfigur

Dabei bleibt alles in einem sehr comichaften Stil. Es ist gewollt fantastisch, nicht fotorealistisch gehalten – sondern absolut überüberübertrieben: Die Farben, die Formen, die Wesen – alles wirkt sehr verspielt.

Ebenso spielerisch geht „Der Lorax“ mit dem 3D-Effekt um. Da fliegen plötzlich Hunderte Marshmallows durch den Kinosaal, die nur darauf warten, mit dem Mund aufgefangen zu werden. Animierte Flüsse verwandeln sich in eine wilde Wasserbahn und zusammen mit den Swomee-Schwänen fliegt man über das paradiesische Truffula-Tal.

Ein absolut toller Gag: Hollywood-Legende Danny DeVito spricht den kleinen, pelzigen und charmanten Lorax. Aber das macht er nicht nur im englischsprachigen Original, sondern auch in der deutschen Fassung! Es klingt zwar ganz, ganz selten etwas holprig und unverständlich, aber dadurch auch ungemein charmant! Und da der Lorax sowieso eine Fantasie-Figur mit üppigem Bart ist, fallen die seltenen Bartmurmeleien auch gar nicht ins Gewicht. Und wer sich Filme lieber im Original anschaut, kann sich noch über Ed Helms, Zac Efron, Taylor Swift und Betty White freuen.

Doch hier scheiden sich letztendlich die Geister: So wie in den guten alten Disneyfilmen fangen die Charaktere wenige Male an, singend die Geschichte zu erzählen. Das mag für die einen Zuschauer natürlich abschreckend, für die andern die größte Freude sein.