Wenn überhaupt etwas bemerkenswert an „Der Knastcoach“ ist, dann, dass man dem Film vorgeworfen hat, sich in rassistischen Stereotypen zu ergehen. Und ja, man kann diese Argumentation schon nachvollziehen, wenn man sich ansieht, wie Will Ferrell und Kevin Hart ihre Figuren so spielen, dass kein Klischee ausgelassen wird. Aber ob man dem nun zustimmen will oder nicht, das große Problem von „Der Knastcoach“ ist das nicht. Das größte Problem ist, dass er peinlich ist.

Der Knastcoach - Official Red Band Trailer2 weitere Videos

Für jeden Lacher gibt es eine ganze Wagenladung an Gags, die nicht zünden, ja, noch nicht mal zum Schmunzeln einladen. Im Gegenteil, sie nerven. So sehr, dass man eine gehörige Portion Fremdschämen verpasst bekommt. Aber worum geht es in dieser Komödie der Kategorie „gewollt, aber nicht gekonnt“ eigentlich?

Ab in den Knast

James (Will Ferrell) ist ein reicher Geschäftsmann, der auf der Überholspur ist. Sein Boss hat ihn so sehr liebgewonnen, dass er sich von ihm sogar „Dad“ nennen lässt. Aber eigentlich braucht er nur einen Sündenbock – und James ist der ideale Kandidat.

Der Knastcoach - Sperrt die Filmemacher ein!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 1/31/3
Will Ferrell geht in den Knast - gefangen fühlt sich jedoch nur der Zuschauer im Kinositz.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Es dauert nicht lange und James wird verhaftet. Man wirft ihm mehrere Betrugsfälle vor. Sein Anwalt kann einen Deal aushandeln, aber dafür müsste er ein Jahr ins Gefängnis. Darum will der unschuldige James sein Glück vor Gericht suchen. Ein Fehler. Denn der Richter will ein Exempel an ihm statuieren. Zehn Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis werden James aufgebrummt.

Er hat noch 30 Tage, seine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, bevor es in den Knast geht. Da trifft er auf Darnell (Kevin Hart), von dem er glaubt, dass dieser schon mal im Gefängnis war. Darum soll Darnell ihn nun darauf vorbereiten, wie man im Knast lebt. Natürlich hat Darnell auch keine Ahnung, lässt sich aber was einfallen und beginnt, den reichen James gegen Kohle zu coachen.

Packshot zu Der KnastcoachDer Knastcoach

Nummernrevue

„Der Knastcoach“ hätte an sich ja eine ganz amüsante Prämisse, aber wenn man sich mal vor Augen hält, dass die einzige Motivation von Will Ferrells Figur ist, nicht anal vergewaltigt zu werden, dann erreicht das Ganze natürlich eine Dimension, die irgendwie unangenehm ist. Dazu kommt, dass der Humor die niedersten Niveaustufen erreicht, die überhaupt nur vorstellbar sind.

Der Knastcoach - Sperrt die Filmemacher ein!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 1/31/3
Fassungslose Blicke allerorten.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wer es lustig findet, wenn sich Ferrell in Hip-Hop-Klamotten wirft, wenn er nackt vor seinem Gärtner steht, wenn er versucht, mit irgendwelchen Parkbesuchern zu kämpfen, wenn er sich einer Gang anschließen will, dann mag man vielleicht den einen oder anderen Lacher abbekommen. Man muss aber schon sehr auf die Art Humor stehen, die Ferrell zum Besten gibt, um hier auch nur ein Mindestmaß an Unterhaltung zu finden.

Dazu kommt eine in jeder Sekunde vorhersehbare Geschichte mit klischierten Schurkenfiguren, denen man Meilen gegen den Wind anriecht, dass sie verschlagen sind. Darum weiß man natürlich, dass James‘ Kollegen gegen ihn arbeiten, und natürlich weiß man, dass es am Ende ein Happyend geben wird. Das wäre noch okay, wenn das nicht so unendlich langweilig erzählt wäre.