Nach nunmehr sechs Filmen, aufgeteilt auf zwei Trilogien, hat Regisseur Peter Jackson seine Abenteuerlust endgültig befriedigt. Nie wieder Mittelerde. Das bestätigte der Meister höchstselbst. Wobei seine Entscheidung nicht ganz freiwillig ist.

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere - Peter Jackson bestätigt: Nie mehr Mittelerde

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Die letzte große Schlacht beginnt ab 10. Dezember
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Wenn am 10. Dezember das letzte Abenteuer der Hobbit-Trilogie startet, endet mit der Schlacht der Fünf Heere nicht nur die Hobbit-Trilogie, sondern auch Regisseur Peter Jacksons Mittelerde-Saga, die 2001 mit Der Herr der Ringe: Die Gefährten begann. Mindestens zwei Generationen sind mit Jacksons Herr der Ringe- und Hobbit-Trilogien aufgewachsen, haben durch ihn die Arbeit von J.R.R. Tolkien unter Umständen erst kennen- und vielleicht auch lieben gelernt. Es ist ein Abschied für alle, für die Filmemacher, und für das Publikum.

Gandalf-Darsteller Sir Ian McKellen hatte zwar die Hoffnungen einiger Fans geweckt, als er andeutete, dass die Reise vielleicht noch lange nicht zu Ende sei. "Peter Jackson teilte mir 2001 [nach Die Rückkehr des Königs] mit, dass dies das Ende sei, es sei alles vorbei", so McKellen. "Und hier stehen wir nun, 13 Jahre später. Also glaube ich nicht unbedingt, dass dies das Ende der Reise sein muss."

Da hatte der gute Sir Ian McKellen die Rechnung aber wohl nicht mit dem Tolkien-Nachlass gemacht. Sicherlich dachte er an die Möglichkeit der Verfilmung des Sillmarillion, und bedachte dabei nicht die rechtliche Komponente. Peter Jackson klärte sodann auf einer Pressekonferenz auf. Tatsächlich hat J.R.R. Tolkien die Rechte an einer Verfilmung von Herr der Ringe und Hobbit bereits in den 60er Jahren selbst veräußert. Dabei beließ er es dann auch, denn das Silmarillion konnte er nicht einmal mehr selbst beenden. Nach seinem Tod war es sein Sohn, der das Silmarillion vollendete. "Ohne die Kooperation des Tolkien-Nachlasses wird es keine weiteren Filme geben", so Jackson.

Und es sieht auch nicht wirklich danach aus, als seien Tolkiens Kinder gewillt, das Werk ihres Vaters weiterhin auf das Übelste geschändet zu sehen. In der Tat ist das nicht einmal eine Übertreibung, denn vor allem Christopher Tolkien befand, dass Peter Jackson aus dem Erbe seines Vaters bloße Actionfilme geschaffen habe, die nichts als Geld generieren sollten. "Die Kluft zwischen der Schönheit und Ernsthaftigkeit der Werke und dem, was aus ihnen geworden ist, hat mich überwältigt", schimpfte Christopher Tolkien 2012 im Le Monde. "Der Kommerz hat die Ästhetik und den philosophischen Einschlag der Kreation in Luft aufgelöst. Es gibt nur eine Lösung für mich - wegblicken."

Bei dieser harten Kritik dürfte die Chance einer Verfilmung des Silmarillion gegen Null tendieren.