Es ist ein Mammutprojekt der Superlative, was Amazon plant, um der Konkurrenz - vor allem HBO - das Wasser abzugraben: 250 Millionen Dollar allein nur für die Rechte war dabei noch ein Schnäppchen, wie sich nun herausstellt.

Amazons Herr-der-Ringe-Serie wird ein Jahrhundertprojekt

"Wir freuen uns, dass das Unternehmen Amazon mit einer langjährigen Hingabe für Literatur das neue Zuhause für die erste und mehrere Staffeln umfassende TV-Serie für Der Herr der Ringe ist", ließ Matt Galsor, ein Sprecher für das Tolkien Estate und die beteiligten Firmen Trust und HarperCollins in einem Statement Ende vergangenen Jahres wissen. "Sharon Tal Yguado und das Team bei Amazon Studios haben großartige Ideen, wie man bislang unerforschte Geschichten basierend auf den Originalschriften J.R.R. Tolkiens umsetzen kann."

Nun ist auch bekannt, wieviele Staffeln Amazon geordert hat und wie hoch die Produktionskosten höchstwahrscheinlich ausfallen werden: Insgesamt wird die neue Serie fünf Staffeln umfassen und ein Budget von über eine Milliarde erhalten. Damit dürfte jede Staffel, wie bereits vermutet, rund 250 Millionen Dollar kosten.

Bemerkenswert ist der Deal insofern, dass hier die Rechte bei unterschiedlichen Unternehmen liegen. Anwalt Matt Galsor von der Anwaltskanzlei Greenberg Glusker bezeichnet die Verhandlungen nicht umsonst als "der komplizierteste Deal, den ich jemals gesehen habe". Aber, versichert er, "er wurde schnell abgewickelt und auf eine Art und Weise, dass die beteiligten Parteien in einem engen Verhältnis verbleiben. Es war eng, aber alle verstehen einander und fühlen sich nach Abschluss des Deals mehr wie ein Team."

Die Verhandlungen auch mit New Line Cinema und Warner Bros. sind ein Zeichen, dass Amazon durchaus erwägt, Material der Filmtrilogie von Peter Jackson zu verwenden. Jackson selbst ist aber bislang nicht an Bord.

Geschichte spielt vor dem ersten Buch

Viele Informationen sind noch nicht bekannt, außer, dass die geplante Handlung noch vor dem ersten Buch angesiedelt sein soll. Damit dürfte nun sicher sein, dass die Herr der Ringe-Trilogie von Peter Jackson unangetastet bleibt. Stattdessen wäre eine Verfilmung von Das Silmarillion oder auch das Buch der Verschollenen Geschichten (vor allem in Hinsicht auf die Bemerkung "basierend" von Galsor) als Anthologie vorstellbar.

Dass nicht etwa die Herr der Ringe-Bücher erneut als Serie adaptiert würden, war insofern klar, da das Tolkien Estate nicht im Besitz der Filmrechte ist, die gehören mitsamt der Rechte an Der Hobbit dem Rechteverwalter Middle-earth Enterprises respektive Saul Zaentz Company. Autor J.R.R Tolkien hat jene zu Lebzeiten für 100.000 Pfund an United Artists verkauft, die 1976 dann an die Saul Zaentz Company übergingen.