Es will kein rechtes Ende nehmen mit den schwarzhaarigen kleinen Mädchen, die in Wandschränken hocken oder aus Fernsehgeräten krauchen, mit den in einem doch so völlig anderen Kulturkreis verorteten übernatürlichen Geistergeschichten und all den knarrenden Türen, Fenstern und Bodendielen, die das US-Genrekino dank zahlreicher asiatischer Horrorvorlagen vor einigen Jahren für sich entdeckte – wenn auch die Initialzündung und der einzige wirkliche Kassenhit hinter dieser – nun ja – Idee, Gore Verbinskis „The Ring“-Remake natürlich, schon wieder eine ganze Weile zurückliegt.
Nun also durfte das südkoreanische Gruseldrama „A Tale of Two Sisters“, mit dem Kim Jee-Woon seinerzeit auch hierzulande bei den Berliner Filmfestspielen viele überschwängliche Kritiken einfahren konnte, nach allen Regeln der westlichen Mainstream-Kunst neu verfilmt werden. Die Nähe zum Vorbild betont die deutsche Titelvergabe mit dem „Fluch der zwei Schwestern“ stärker als im Original: Dort heißt das US-Remake schlicht „The Uninvited“. Und ungebetene Gäste sind dann auch das Schlüsselmotiv der großteils treu adaptierten Geschichte.
Die beiden halten zusammen: Anna und Alex trauern um ihre verstorbene Mutter.So hatten beispielsweise weder Anna (Emily Browning) noch ihre Schwester Alex (Arielle Kebbel) die undurchsichtige Rachel (Elizabeth Banks) eingeladen, in ihr großes Familienanwesen zu ziehen und den vermögenden Papi (David Strathairn) für sich in Beschlag zu nehmen. Die (ausgerechnet!) ehemalige Pflegerin der nunmehr verstorbenen Mutter beider scheint dabei offenbar einen heimtückischen Plan zu verfolgen. Zumindest vermutet die frisch aus dem Krankenhaus entlassene Anna das, nachdem sie zunächst die schweren seelischen Folgen des Todes der Mutter zu verarbeiten hatte.
Der Haussegen hängt demnach reichlich schief: Während der treudoofe Vater blind scheint für die mysteriösen Vorgänge daheim, trägt Rachel offenbar ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit mit sich. Der Familienzwist zwischen dem Schwesternpärchen und der garstigen Stiefmutter mündet selbstredend allmählich in einer Katastrophe, deren Schlussüberraschung einige Logiklöcher erklärt, sich in dieser Neuverfilmung jedoch auch weitaus deutlicher ankündigt als im koreanischen Original von 2003.
Die garstige Stiefmutter führt doch etwas im Schilde, oder?Das Regiegespann Charles und Thomas Guard gibt sich dennoch Mühe, die moralisch komplexe Geschichte effektiv nachzuerzählen. Die Brüder setzen auf klassischen Suspense-Grusel, großzügige Schockeinlagen und allerlei übliche Teasing-Effekte. Der Film ist dramaturgisch durchsichtig und konventionell gestrickt, das aber immerhin mit bemühter Sorgfalt: „Der Fluch der zwei Schwestern“ nimmt sich zumindest im Aufbau von Spannung und Atmosphäre ernst, wenn er inszenatorisch auch bei weitem nicht die Originalität erreichen, geschweige denn die psychologischen Tiefen der Vorlage ausloten kann.
Regie: Thomas GuardGenre:Drama, HorrorFilmstart: Darsteller:Elizabeth Banks, David Strathairn, Arielle Kebbel, Emily Browning
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Obwohl Oldboy hat mir super gefallen.
Mal überraschen lassen :)