Im Grunde ist „Denk wie ein Mann“ eine romantische Komödie. Bevor man nun aber die Scheuklappen hochfährt und das Ding ignoriert, sollte man wissen, dass Tim Storys Film schon etwas anders ist, als es üblicherweise bei Filmen dieses Genres der Fall ist. Das liegt in erster Linie daran, dass hier die männliche Position auch stark gefestigt ist.

Denk wie ein Mann - Filmclip #1Ein weiteres Video

Vier Freunde trifft’s hart, denn ihr Liebesleben wird gründlich durcheinander gewirbelt. Ihre Frauen haben sich nämlich ein Buch gekauft, das das Leben von Männern und Frauen verändern kann: Steve Harveys „Act like a Lady, Think like a Man“.

Mit den dort enthaltenen Ratschlägen bringen die Frauen ihre Freunde dazu, genau das zu tun, was ihnen vorschwebt. Sie haben Dank des Buches die Oberhand gewonnen. Das merken die Männer erst gar nicht, doch dann wird ihnen klar, wie der Hase läuft. Und so tun sie sich zusammen, um ihren Frauen eine Lektion zu erteilen. Dafür benutzen sie die Informationen aus dem Buch…

Männer und Frauen

„Denk wie ein Mann“ ist schon allein formal interessant. Es ist ein „schwarzer“ Film, vom Regisseur bis zu den Darstellern. Das mag ungewohnt sein, ist aber wohl auch ein Grund dafür, dass der Streifen gängigen Romcoms überlegen ist. Sieht man sich das schwarze Kino der letzten zwei Jahrzehnte im Vergleich zum weißen Gegenpart an, dann fällt speziell bei den romantischen Komödien auf, dass beim New Black Cinema ein erwachsenes Zielpublikum angesprochen werden soll.

Zudem konzentriert sich der Film eben nicht nur auf die Frauen. Oftmals wird bei einem „chick-flick“ nur die weibliche Perspektive eingenommen, was das männliche Publikum automatisch eliminiert. Hier ist das anders, was „Denk wie ein Mann“ im Endeffekt zum perfekten Date-Movie macht.

Denk wie ein Mann - Lehrstunde in Sachen Männlein-Weiblein

alle Bilderstrecken
Binsenweisheiten aus dem Ratgebersumpf: "Act like a Lady, think like a Man".
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 10/121/12

Männer-Stereotypen vs. Frauen-Stereotypen

Tim Storys Film fängt mit einer stimmungsvollen Zeichentricksequenz an, die zeigt, wie von der Steinzeit bis heute Männer und Frauen zueinander gefunden haben. Gleich im Anschluss stellt er die Männertypen vor, vom „Träumer“ bis zum „Bindungsunwilligen“.

Packshot zu Denk wie ein MannDenk wie ein Mann kaufen: ab 3,68€

Der Humor ergibt sich schließlich daraus, wenn – wie Zwischentitel so schön in den Mittelpunkt rücken – die unterschiedlichen Männer- und Frauentypen aneinandergeraten, z.B. „Das Muttersöhnchen vs. Die alleinerziehende Mutter“.
Der Humor ist dabei seriöser Art. „Denk wie ein Mann“ setzt nicht auf platte Krawallgags, sondern lebt von intelligenten, aber lustigen Dialogen und interessanten Situationen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Date, das Morris Chestnut erlebt.

Fiction aus Non-Fiction

Das Tolle an diesem Film ist, dass die Situationen natürlich manchmal überzogen sind, aber in allen ein Funken Wahrheit steckt. Dasselbe gilt auch für die Figuren. Sie alle sind realistisch geerdet. Was sie erleben, wie sie reagieren – das eine oder andere kennt man als Zuschauer aus eigener Erfahrung, was den Film nur umso lustiger werden lässt.

Eine ehrlich anmutende Komödie mit glaubhaften Figuren. Man lernt vielleicht nicht wirklich, wie Männer denken – aber Spaß macht’s schon.Fazit lesen

Der Film basiert auf dem realen Steve-Harvey-Buch. Der Autor absolviert sogar einen Cameo-Auftritt. Die Schwierigkeit der Umsetzung ist natürlich, den Inhalt eines Sachbuchs in einem narrativen Gerüst einzubetten.

Die Idee, das Buch zu einem essenziellen Teil der Geschichte zu machen, durch das die Handlung eigentlich erst in Gang gesetzt wird, ist ziemlich gut. Sie erlaubt auch, Harveys Thesen mit den Männertypen einzubauen, ohne dass es dröge würde.

Denk wie ein Mann - Lehrstunde in Sachen Männlein-Weiblein

alle Bilderstrecken
Der Moment, wo Männer aufhören zu denken...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 10/121/12

Nur eines muss man natürlich sagen – vor allem die Damen unter den Lesern. Vom Ansehen dieses Films wird Frau auch nicht mehr Einblick darin bekommen, wie ein Mann denkt. Allerdings dürfte das Buch auch kaum dazu geeignet sein, sind Pauschalierungen doch nur selten zutreffend.