Vielleicht ist es irgendetwas im Wasser. Oder möglicherweise nimmt man es auch mit der Muttermilch auf. Aber in Neuseeland scheint der Nexus in Sachen Fun-Splatter zu liegen. Was Peter Jackson mit „Bad Taste“ und „Braindead“ begonnen hat, wurde im Lauf der Jahre von vielen anderen Filmemachern fortgeführt. Und nun ist Jason Lei Howden an der Reihe, der auch gleich noch das Drehbuch zu „Deathgasm“ verfasst hat.

Deathgasm - Official Trailer #1

Der Titel klingt geschmacklos, der Film ist es auch, aber gerade das macht ihn so sympathisch. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt – und das mit der groben Kelle. Denn die Splatter-Einlagen überzeugen vor allem damit, dass sie mehrheitlich handgemacht sind. Das sieht bisweilen ein bisschen krude aus, macht das Ganze aber auch charmanter und irrsinniger, so wie in der Szene, in der zwei Typen einen Kerl noch mal köpfen sollen, nachdem das erste Mal dem Boss nicht so recht gefallen hat. Aber was macht man, wenn die Rübe schon ab ist? Das zeigt „Deathgasm“.

Hardrock-Horror

Dämonen waren von jeher die idealen Kreaturen, um Filmemacher literweise in Blut waten zu lassen. Sie geben einfach mehr her als Zombies oder Werwölfe, insbesondere dann, wenn man das Ganze auch noch mit Heavy Metal vermengt.

Brodie ist an seiner Schule ein Außenseiter. Bei seiner Familie auch, denn seit dem Tod der eigenen Eltern haust er bei bigotten Verwandten, die für ihn und seine „Satansmusik“ rein gar nichts übrig haben. Dementsprechend begehrt Brodie auf, zieht sich so an, wie es den braven Kleinstädtern gar nicht gefällt, und frönt dem Heavy Metal. Dann lernt er mit Zakk einen Gleichgesinnten kennen, der eine fette Überraschung für ihn bereit hält. Er weiß nämlich, dass in dem Kaff eine echte Heavy-Metal-Legende lebt, der man flugs einen Besuch abstattet.

Deathgasm - Heavy-Metal-Horror

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Der Film erscheint am 04.02.2016 auf Blu-ray und DVD.
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Der läuft aber nicht so, wie erwartet. Aber gut, man kann ein paar Notenblätter entwenden und macht sich dann mit der eigenen Band DEATHGASM (ein solcher Name muss aus Großbuchstaben bestehen!) daran, das einzuspielen. Dumm nur, dass es die schwarze Hymne ist, mit der Dämonen beschworen werden, die sich nun in den Einwohnern einnisten – und nach Blut gieren.

Brodie, Zakk, ein paar Kumpels und die schlagfertige Medina müssen nun gegen das dämonische Gesocks vorgehen, während Kultisten die Rückkehr ihres bösen Gottes vorbereiten.

Eine Verbeugung vor Peter Jackson

„Deathgasm“ ist – als das Metzeln erst mal beginnt – im Grunde vor allem eine hochachtungsvolle Verbeugung vor Jacksons Splatter-Opus „Braindead“. Hier wie dort wird geschnetzelt, ohne dass ein Auge trocken bleibt. Der Humor ist räudig, nicht nur, wenn die beiden Heavy-Metal-Helden mit Sexspielzeug bigotte Religionsfanatiker niedermachen, sondern auch, wenn unser Held einem Typen einfach den Kopf absägt, weil er die Gelegenheit dazu hat. Hier ist Rache eben doch noch Blutwurst!

Deathgasm - Heavy-Metal-Horror

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Heavy Metal im Kampf gegen das Böse.
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Solcherlei Momente gibt es zuhauf. Sie machen „Deathgasm“ zum kernigen, sich selbst nie ernstnehmenden Splatter-Spaß, dem man den Enthusiasmus für das eigene Genre, aber auch die Liebe zum Heavy Metal in jeder Sekunde ansieht.

Auf Festivals wurde der Film abgefeiert, und das durchaus nicht zu Unrecht. Es liegt aber vor allem auch daran, dass auf solchen Festivals mitunter sehr viel Schrott läuft. Das lässt die guten Filme dann noch besser wirken. „Deathgasm“ ist gut, auch herrlich absurd, aber abseits der spaßigen Schlachtplatte gibt es kaum Substanz. Dies ist nicht unbedingt einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre, aber sicherlich einer der unterhaltsamsten.