In einem Interview sprach Ryan Reynolds nicht nur über Tim Millers Weggang vom Deadpool-2-Projekt, er erzählte auch von den Umständen, die zu seinem ersten Pleite-Auftritt als Deadpool führten.

So kennt und lieben ihn die Fans heute

Mit knapp 780 Millionen Dollar an weltweitem Einspiel hat sich Deadpool nicht nur als finanzieller Erfolg für 20th Century Fox entwickelt, er bewies zudem, dass auch heutzutage noch Filme jenseits der Teenie-Tauglichkeit erfolgreich sein können. Für Ryan Reynolds war es ebenfalls ein Glücksgriff, konnte er sich doch von seinem Kassengift-Image befreien und zugleich ein lang gehegtes Filmprojekt verwirklichen - eines, für das er seinen Arm ins Feuer hielt.

X-Men Origins: Wolverine war ein Desaster

Denn seinen ersten Auftritt als Wade Wilson / Deadpool hatte Reynolds in X-Men Origins: Wolverine, in dem er eine mehr als misslungene Version des Merc with a Mouth verkörperte. Jahrelang hatte Reynolds versucht, 20th Century dazu zu überreden, ihn Deadpool spielen zu lassen. Die Gelegenheit bot sich dann schließlich 2007, allerdings nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte.

"Zu der Zeit herrschte ein Autorenstreik", so Reynolds. "Alle meine Dialoge in X-Men Origins: Wolverine habe ich selbst verfasst. Ich meine, die Anweisungen lauteten lediglich, 'Deadpool taucht auf, spricht sehr schnell und macht eine Menge Scherze'. Am Anfang des Films kommt das Deadpools Wade Wilson auch ziemlich nahe, aber dann fiel es ziemlich schnell aus dem Kanon und verlor jeglichen Sinn und endete in dieser Schande von einem Deadpool, der aussah wie ein Barakapool, mit zugenähtem Mund und seltsamen Klingen, die aus seinen Armen kamen sowie diesen obskuren Tattoos und so weiter. Wenn ihr den Film gesehen habt, ich hatte im Grunde nur einen sehr kleinen Teil übernommen, den Rest übernahm ein sehr talentierter Stuntman, der den Löwenanteil der Arbeit übernahm."

Dann lässt Reynolds durchblicken, wieso er sich dennoch darauf einließ, diesen Barakapool zu spielen: "Das Gespräch ging seinerzeit so: 'Wenn du Deadpool spielen willst, ist dies deine Gelegenheit dazu, ihn einzuführen. Und wenn du dich weigerst, ihn auf diese Weise einzuführen, werden wir ihn von jemand anderes spielen lassen.'"

Klingt fast so, als hätte ihn 20th Century Fox regelrecht erpresst. Und dennoch weigerte sich das Studio zunächst, Deadpool einen eigenen Film zu spendieren. Als X-Men Origins: Wolverine bereits vor Kinostart geleakt wurde, zeigte sich, dass die Fans alles andere als erfreut über die Darstellung Deadpools waren. Davor hatte Reynolds von Anfang an gewarnt.

Tim Millers Weggang

Erst vor kurzem gab es die Hiobsbotschaft, dass Tim Miller bei Deadpool 2 nicht mehr Regie führen wird. Als Grund wurden kreative Differenzen genannt. "Alles was ich sagen kann, ist, dass ich traurig darüber bin, dass er das Projekt verlassen hat", so Reynolds. "Tim ist brilliant und niemand arbeitete härter an Deadpool als er."

Versöhnliche Worte, wenn man bedenkt, dass Reynolds sich gegen Millers Vorhaben, aus Deadpool 2 einen Mega-Blockbuster zu machen, und für die Beibehaltung des kruden Humors ausgesprochen hat.

Aber mit Reynolds an Bord kann man wohl sagen, dass Deadpool 2 auf einem guten Weg ist.

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