Der erste Teil hatte ein amüsantes Konzept, litt aber darunter, dass er viel zu lange braucht, um überhaupt in die Gänge zu kommen. Er stellte stattdessen langweilige, stereotype Figuren in den Mittelpunkt, die später zum Kanonenfutter der Nazi-Zombies werden. Fünf Jahre später ist nun alles anders. Tommy Wirkola hat zwischenzeitlich „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ gedreht und bekommt nun auch mehr Geld für seine Projekte, selbst für ein „Dead Snow“-Sequel, das er wieder zuhause gedreht hat.

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Aber Wirkola hat sich auch weiterentwickelt. Bei „Dead Snow 2“ macht er alles richtig, was beim ersten Teil nicht funktioniert hat. Wichtiger noch: Er liefert eine Fun-Splatter-Granate ab, die man durchaus mit Peter Jacksons Frühwerken in einem Atemzug nennen darf.

Dead Snow - Red vs. Dead - Besser als das Original: Respektloser, herrlich überdrehter Fun-Splatter!

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Die Nazi-Zombies sind zurück.
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Der Film setzt dabei direkt am Vorgänger an. Martin ist der einzige, der die Begegnung mit den Nazi-Zombies überlebt hat, aber dabei hat er auch einen Arm verloren. Nach einem Autounfall wacht er im Krankenhaus auf – wieder im Besitz zweier Arme! Denn die Ärzte haben einen Zombiearm transplantiert, der eigentlich dem Nazi-Kommandanten Herzog gehört und eine Art von Eigenleben entwickelt.

Aber das ist das kleinste Problem, denn tatsächlich sind die Nazi-Zombies unterwegs, um ihre Mission aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs zu beenden: eine Vergeltungsaktion gegen den Ort Talvik!

Während Martin als mutmaßlicher Mörder gejagt wird, macht er sich mit Hilfe der aus den USA eingetroffenen Zombie Squad daran, Herzog und seinen Leuten das Handwerk zu legen. Da trifft es sich gut, dass Martins neuer Zombiearm ungeahnte Kräfte offenbart.

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"Dead Snow 2: War of the Dead" stammt erneut von Kult-Regisseur Tommy Wirkola.
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Besser, blutiger, lustiger

Wo der erste Film zwar das Potenzial für schräge Unterhaltung hatte, erfüllt das Sequel dieses auch. Hier gibt es gar nicht erst Leerlauf, der Film geht sofort in die Vollen und lässt danach auch nicht mehr los. Dass Wirkola kräftig auf die Splatterpauke haut, ist dabei nur ein Teil der Gleichung. Noch wichtiger ist, dass er ungemein viel Humor einbaut, und das längst nicht nur in Hinblick auf die Zombies.

Wer den ersten Teil nicht mochte, darf sich freuen. Das Sequel ist schneller, besser, blutiger, witziger, abgefahrener. Fun-Splatter at its best!Fazit lesen

Auch die unfähigen Polizisten, die hinter Martin her sind, sorgen immer wieder für Lacher. Aber natürlich ist das längst nicht alles. Wirkolas Film ist ungemein frech, hier ist nichts und niemand sicher, noch nicht mal kleine Jungen. Bei den Zombie-Metzeleien findet Wirkola immer wieder Gelegenheiten für echte What-the-Fuck-Momente, bei denen man gar nicht fassen kann, was man gerade sieht. Das Ergebnis ist hochgradig unterhaltsam, zumindest dann, wenn man auf spaßigen Splatter steht.

Ein Mann wie Ash

Vegar Hoel, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, spielt erneut Martin, der hier über sich selbst hinauswächst und zu einem Bruder im Geiste von Ash aus „Tanz der Teufel“ wird. Vor diesem Film verbeugt man sich, als Martins Arm nicht ganz das tut, was Martin eigentlich will, aber dann bewegt man sich in eine andere Richtung.

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Mit Zombie-Arm auf Zombie-Jagd.
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Martin wiederum erweist sich als harter Hund, der so gut wie alles wegsteckt, aber dafür auch kräftig austeilt. Dafür bekommt er auch ein Happyend, wenn man es denn so nennen will. Denn mit dem Schlussbild zeigt Wirkola noch einmal, dass in seinem Zombie-Film nichts so ist, wie man das in diesem Genre erwartet.

Irre Typen

Die Figuren sind natürlich auch nicht realistischer als im ersten Teil gestaltet. Aber sie sind deutlich verrückter, was vor allem auch für die Mitglieder des nerdigen Zombie Squads gilt. Wirkola setzt auf Stereotypen, findet aber im Gegensatz zu seinem Erstling immer wieder Möglichkeiten, diese zu karikieren.

Darüber hinaus dreht er noch einmal kräftig an der Eskalationsschraube, denn im großen Finale sind es gleich zwei Zombie-Horden, die sich aufeinander stürzen. Auch hiermit bietet der Regisseur etwas, das man so noch nicht gesehen hat. Mit dem zweiten Teil schafft er es tatsächlich, den Erstling aufzuwerten, beide zusammen sind der mordsmäßige Spaß, den man sich schon 2009 bei „Dead Snow“ erwartet und erhofft hatte.