Was macht ein aufstrebender Jungregisseur, der mit wenig Geld möglichst weit kommen möchte? Er setzt auf filmische Reizthemen und erzeugt dann über die Kombination mehrerer roter Knöpfe „provozierenden“ Nachschub für Internetforen. Ok, Nazis, das ist schon mal ein guter Start, doch viel besser wäre es doch, diese Nazis zu Zombies zu machen!
„Dead Snow“, der zu diesem genialen Geistesblitz gehörende Film, ist die zweite Regiearbeit von Tommy Wirkola, der zuvor mit „Kill Buljo“ die wohl unlustigste Filmparodie aller Zeiten verbrochen hat. Es konnte für diesen Mann nur bergauf gehen und zumindest was den Publikumszuspruch angeht, ist ihm das auch gelungen. „Dead Snow“ sorgte auf zahlreichen Festivals für dicke Lacher und erscheint allüberall auf DVD, bzw. Blu-Ray.
Nach der Anfangsszene braucht "Dead Snow" eine geschlagene Stunde, um in Fahrt zu kommen.Die Stoßrichtung des Films ist die einer gorigen Horrorkomödie, die die unfreiwillige Komik anderer Nazi-/Zombie-Mixturen, wie z.B. „Oasis of the zombies“ oder „Shock Waves“, in freiwillige Schenkelklopfer umwandelt. Die Nazis in „Dead Snow“ sind zwar wahrlich düstere Erscheinungen, doch das hindert nicht daran, ihre Eingeweide als rettendes Bergsteigerseil einzusetzen.
Der an diesem Seil überlebende Mann ist Teil einer fröhlichen Gruppe Jugendlicher, die in eine verschneite Waldhütte einmarschieren und dort alsbald von im Schnee vergrabenen Nazi-Untoten drangsaliert werden. Es versteht sich von selbst, dass Handys hier keinen Empfang haben und der Dicke nicht nur besonders vorlaut ist, sondern auch ein „Braindead“ T-Shirt vor sich herträgt.
Dann jedoch tauchen die Nazis-Zombies auf...Die Geschichte von „Dead Snow“ ist genauso simpel wie vorhersehbar, so dass vor allem die erste Hälfte, als dumme Pappfiguren dumme Dinge tun und alles auf die Ankunft der Nazis wartet, einige Gähnlöcher ausstreut. Wir alle kennen den Verlauf solcher Handlungen, inklusive dem warnenden Zausel und der Abschlacht-Reihenfolge, insofern wäre es wirklich von Vorteil, möglichst schnell zum roten Saft zu kommen.
Für einen wenig zimperlichen Genre-Plünderer wie Tommy Wirkola dauert es tatsächlich ziemlich lange bis zur ersten SS-Uniform, doch Vorfreude kann ja auch ganz schön sein. Was danach nämlich folgt, ist ein veritables Splatterfest mit abstruser bis komödiantischer Note, das spätestens bei der bereits erwähnten Gedärm-als-Bergseil-Szene jeden Blutfan in gekrümmte Wieherstellung versetzt. All dieser Schnee und dann all dieses Rot – eine schöne Kombination.
...und ein herrlich abstruses Splatterfest beginnt.Sobald „Dead Snow“ in Fahrt kommt, wandelt sich der Film zu einem großen Spaß, der bis zum angenehm knalligen Finale auf Touren bleibt und dabei der Splatter-„Hall of fame“ einige schicke Klunker schenkt. Ganz groß z.B. ist die Szene, als ein Schneemobil einen Nazi zu Schaschlik verarbeitet, aber auch das Drama eines armen Opfers, das einen von einem Nazi gebissenen Arm abhackt, nur um dann auch noch ins Bein gebissen zu werden, hat die hämischen Lacher auf seiner Seite.
Unter dem Strich verblasst glücklicherweise die erste Hälfte des Films und in Erinnerung bleibt vorwiegend die furiose zweite Halbzeit, die „Dead Snow“ auf jeden Fall auf Party-Niveau hebt. Die Weihen von „Tanz der Teufel“ oder, logo, „Braindead“ werden zwar nicht erreicht, dafür bleibt das umgepflügte Terrain einfach zu bekannt und flach, doch als fröhliche Mitternachtsunterhaltung geht das Teil auf jeden Fall in Ordnung. Nazi-Zombies: man muss sie einfach gernhaben!
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Gruß, Moritz.
für mich - schrottfilm und unglaublich was es fuer regisseure (oder wie mans schreibt^^) auf der welt gibt..