HBO steht für Qualität, allerdings muss man auch unterscheiden. Einerseits zwischen Serien und Filmen, andererseits zwischen USA und anderen Ländern. „Dead Mine“ ist eine Ko-Produktion von HBO Asia. Das sorgte zumindest für ein ordentliches Budget, mit dem dieser Film produziert wurde. Abgesehen von den Produktionswerten hebt er sich von handelsüblichen B-Filmen aber eigentlich nicht ab.

Dead Mine - Exklusiver Trailer: Radioaktive Nazi-Samurai-Zombies. Oder so...Ein weiteres Video

Ab dem 28. Juni gibt es „Dead Mine“ auf DVD und Blu-ray. Die vollmundig versprochenen „radioaktiven Nazi-Samurai-Zombies“ sucht man jedoch vergeblich. Die Horrorgestalten haben zwar von all dem ein wenig, aber Nazi-Samurais gab’s nun mal nicht. Und: Mit Samurais hat das Ganze auch nur teilweise zu tun, der Schrecken hat seinen Ursprung im Zweiten Weltkrieg.

In Indonesien begeben sich einige Leute mit Hilfe mehrerer Soldaten auf Schatzsuche. Es geht um das sagenumwobene Gold des japanischen Generals Yamashita, der es angeblich auf den Philippinen versteckt haben soll. Eine Schatzkarte legt nun jedoch den Verdacht nahe, dass die Schätze in Indonesien zu finden sind.

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Je näher die Gruppe ihrem Ziel kommt, desto gefährlicher wird das Unterfangen. Als sie eine Mine entdeckt, wird die Gruppe angegriffen. Sie muss sich in die Mine zurückziehen, die während des Zweiten Weltkriegs von den Japanern als Bunker benutzt wurde. Der Eingang stürzt ein. Um dieser tödlichen Falle zu entkommen, bleibt den Leuten darum nichts anderes übrig, als immer tiefer in das labyrinthartige Tunnelsystem vorzudringen und zu hoffen, dass man einen Ausweg findet.

Aber im Dunkel der Mine befindet sich etwas, mit dem niemand gerechnet hätte. Eine Gefahr, die tödlicher als alles andere ist – denn hier ist die Vergangenheit noch lebendig.

Klischee, ick hör dir trapsen

Die Grundidee des Films ist nicht schlecht und besitzt einiges an Potenzial, aber es wird nicht abgerufen. Stattdessen verfällt der Film in das klischierte Abarbeiten altbekannter Genre-Standards. Der historische Background – obwohl teilweise an der Realität vorbeigehend – hätte weit mehr hergegeben. Einerseits, weil die Experimente der Einheit 731 mit das Gruseligste sind, was im Pazifikkrieg geschah, andererseits weil der Film teilweise eben doch entgegen Erwartungen abläuft – so etwa bei der Figur des japanischen Soldaten, auf den die Schatzsucher treffen und der ihnen erklärt, was in den Tiefen dieses Bunkers geschehen ist.

Dead Mine - Radioaktive Nazi-Samurai-Zombies? WTF?!?!

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In einem alten Bunker trifft die Gruppe auf eine tödliche Gefahr.
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„Dead Mine“ lässt sich Zeit, die Figuren einzuführen. Das ist per se nicht schlecht, allerdings gestalten sich die Handlungsträger nicht gerade besonders originell. Die Gruppe besteht aus Versatzstücken typischer Horrorfilm-Protagonisten. Da man bei ihrer Charakterisierung nicht besonders weit geht, fühlt sich die erste halbe Stunde auch recht zäh an.

Erst als die Protagonisten in die Mine kommen, nimmt der Film etwas Fahrt auf, allerdings gilt auch hier, dass er nie wirklich rasant wird. Es gibt ein paar Szenen, die recht spannend gestaltet sind und auch filmisch zu gefallen wissen (der erste Angriff der Unterwelt-Gestalten auf einen der Soldaten), aber letzten Endes hat man auch das Gefühl, dass das alles zu zahm ist. Der Film hätte davon profitieren können, wenn man in Sachen Spezialeffekt ein wenig geklotzt hätte. So jedoch wird noch nicht mal gekleckert.

Dead Mine - Radioaktive Nazi-Samurai-Zombies? WTF?!?!

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Radioaktive Nazi-Samurai-Zombies! Oder so...
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Zwar ist erkennbar, dass die Macher vorhatten, einen atmosphärischen Horrorfilm zu erschaffen, angesichts der narrativen Probleme hätte eine gute Portion Splatter durchaus Wunder wirken können.

Exotische Location

Regisseur Steven Sheil nutzt die natürlichen Ressourcen seines Drehorts. Die indonesische Umgebung sieht prächtig aus, aber auch die Höhlensets sind exzellent gemacht, so dass sich ein hochwertiger Look ergibt. Die Schauspieler sind ordentlich, wenn auch praktisch unbekannt. Sie schlagen sich aber mit dem Material, das ihnen gegeben wurde, ganz gut.

Schön gefilmter, aber letzten Endes nur bedingt spannender Film, der auf Atmosphäre setzt, mit dieser aber nicht immer punkten kann. Für einmaliges Ansehen (noch) okay.Fazit lesen

Schocks hat der Film nicht. Das ist auch eine der Schwächen von „Dead Mine“. Angesichts des Höhlenlabyrinths hätten sich genügend Möglichkeiten ergeben, den Zuschauer zumindest mit billigen Jump-Scares im Fernsehsessel hochschrecken zu lassen. Das fehlt aber ganz und gar, stattdessen hat man klassisches Stalk’n’Slash, da sich neben den mutierten Gefangenen in dem Höhlensystem auch noch japanische Krieger in klassischer kaiserlicher Rüstung befinden.

Make-up und Kostüme sind hervorragend und zeigen, dass hier auch etwas Geld zur Hand genommen wurde, um die Vision des Filmemachers Wirklichkeit werden zu lassen.