Das war's dann wohl für das Batgirl-Projekt, das 2019 im Batman-Jubiläumsjahr hätte in die Kinos kommen sollen: Joss Whedon, der Mann, der das realisieren sollte, ist ausgestiegen. Seine Begründung: Ihm fiel einfach keine Story ein.

Joss Whedon steigt aus: Bleibt er dem DC Extended Universe überhaupt noch erhalten?

Vielleicht war die massive und vernichtende wie auch durchaus nachvollziehbare Kritik an Justice League etwas zuviel des Guten für Joss Whedon. Viele kreideten es ihm an, mit dem Versuch, das DC-Gegenstück zu Marvel Studios' Avengers mit mehr Humor auszustatten, den Film überhaupt erst an die Wand gefahren zu haben. Wie heißt es doch immer: Viele Köche verderben den Brei. Wie dem auch sei, wie nun vermeldet wird, ist Filmemacher Joss Whedon keine zehn Monate nach der Ankündigung aus dem geplanten Batgirl-Projekt nach eigener Aussage freiwillig ausgestiegen. Dabei sollte er nicht nur das Drehbuch verfassen, sondern auch die Regie übernehmen. Zudem ist Whedon ein bekennender Unterstützer weiblicher Superhelden. Warum nun also der Ausstieg?

Partout keine Story gefunden

"Batgirl ist so ein aufregendes Projekt und Warner Bros. und DC Films sind derart kooperative wie unterstützende Partner, dass es mich Monate gekostet hat, zu realisieren, dass ich einfach keine Story hatte", so ein geknickter Whedon im Gespräch. "Ich bin so dankbar dafür, dass DC-Präsident Geoff Johns und Toby Emmerich, Präsident von Warner Bros. Picture Group, mich so warm willkommen geheißen haben und soviel Verständnis zeigten, während ich...es gibt wohl kein schöneres Wort dafür, versagt habe."

Des Weiteren wollen Insider erfahren haben, dass es Zweifel gab, ob Whedon in Zeiten, in denen eine Patty Jenkins mit Wonder Woman mal eben den besten Film des DC Extended Universe inszenierte, überhaupt die Strippen bei Batgirl ziehen oder das Feld nicht doch lieber gleich einer Frau überlassen sollte, um keine Diskussionen heraufzubeschwören. Sollte Warner Bros. also noch immer planen, Batgirl zu produzieren, wäre vielleicht Patty Jenkins die Person der Stunde. Oder auch jemand wie Dee Rees.

Interessant ist, dass diese Meldung so kurz nach Walter Hamadas Übernahme des DC Extended Universe als neuer Leiter daherkommt. Gab es etwa im Hintergrund Streitigkeiten in Bezug auf die weitere Ausrichtung des filmischen DC-Universums? Denkbar wäre immerhin, dass Hamada am bisherigen und eher ernsten Kurs festhalten will, statt im Marvel-Fahrwasser mitzuschwimmen. Auch gab es im Vorfeld das Gerücht, Whedon könnte als Nachfolger der bisherigen Leiter Geoff Johns und Jon Berg bestimmt werden.