Friedrich Nietzsche schrieb einst: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ Dieser Satz des deutschen Philosophen gibt den Anstoß für Kevin James‘ neuesten Streich. Wieder einmal spielt er den trotteligen Jedermann mit Herz, der die klassische Moral predigt „Kämpfe für deine Träume“. Doch der Ton gibt die Musik an - und der wurde in dieser Komödie ziemlich gut getroffen.

Das Schwergewicht - Deutscher Trailer #1Ein weiteres Video

Es ist Kevin James‘ Paraderolle: der übergewichtige Trottel, der sich in eine schöne Frau verliebt und nebenbei für ein Happy-End aller Beteiligten sorgen muss. Diesmal muss er das beliebte Musikprogramm retten, das an seiner Schule gestrichen werden soll.

Biolehrer wird zum MMA-Phänomen

Denn Kevin James schlüpft in die Rolle des 42-jährigen Biologielehrers Scott Voss. Aus schulhaushaltstechnischen Gründen soll das Musikprogramm des engagierten Lehrers Marty abgeschafft werden – und mit dem Unterricht auch dessen Posten. Marty ist schon alt und erwartet gerade Nachwuchs. Das bringt Scott zur Weißglut. Er ruft dazu auf, die 48.000 Dollar, die zur Rettung des Programms notwendig sind, gemeinschaftlich aufzutreiben – und steht mit diesem Vorhaben ganz alleine da.

Auf einer Abendschule will er deswegen Geld dazuverdienen und lernt dort den ehemaligen Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Niko kennen. Der bringt ihn auf eine Idee: Verliert man bei der Ultimate Fighting Championship einen Kampf, bekommt man 10.000 Dollar. Bei Gewinn sind es sogar 50.000. Mit Hilfe von Niko (Bas Rutten) und Musiklehrer Marty steigt Scott in den Ring, um das fehlende Geld aufzubringen.

Das Schwergewicht - Kevin James steigt in den Ring

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Kevin James steigt für den Musikunterricht in den Ring.
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Echte MMA-Stars

Diese Geschichte klingt natürlich jetzt unheimlich platt und an den Haaren herbeigezogen. Verfolgt man im Kino aber den gesamten Verlauf der Handlung, wirkt es gar nicht mehr so zurechtgesponnen. Die Idee des kämpfenden Lehrers wurde also nicht nur so dahingeklatscht, sondern wohlüberlegt eingeführt. Scott ist nämlich nicht ganz unwissend auf dem Gebiet des Kampfsports. Auf dem College war er als Wrestler tätig. Doch das ist 20 Jahre her… und so muss er einiges einstecken und von Profis trainiert werden.

Für die Rollen seiner Trainer konnten Bas Rutten und Mark DellaGrotte gewonnen werden. Beide sind überaus erfolgreiche ehemalige MMA-Kämpfer. Bas Rutten arbeitet schon seit vielen Jahren als Privattrainer für Kevin James, weswegen es auch zur Zusammenarbeit mit ihm kam. Laut eigener Aussage ist James seit 1992 großer Fan von Rutten und MMA-Kämpfen. Deswegen wollte er immer einen Film über diese Kampfsportart drehen.

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Actiongeladene Choreographien

Die Kämpfe sind dabei gut choreographiert, temporeich und voller Action. Abwechslungsreiche Kameraeinstellungen tragen ihren Teil dazu bei. So sieht man den Kampf beispielsweise aus der Egoperspektive von Scott, nachdem er gehörig eins auf den Kopf bekommen hat und orientierungslos taumelnd durch den Ring stolpert und sich alles dreht. Hinzu kommen Slowmotions oder Einblendungen von den „Fernsehkameras“, die den Kampf verfolgen.

Actiongeladen, lustig und intelligent erzählt ‚Das Schwergewicht‘ eine herzliche Geschichte über Mut, Kampfgeist, verrückte Ideen, MMA und Musik.Fazit lesen

Schön sind hier auch das Charakterdesign und die Entwicklung der Figuren. So haben auch Nebencharaktere ihre ganz eigenen Facetten, wie z.B. Niko, der im Fitnessstudio Trainer für alle möglichen Sportarten ist und bei Yoga unheimlich emotional wird – oder der Gutmensch Marty, der kaputte Musikinstrumente für Kinder repariert, die sich keine leisten können.

„Das Schwergewicht“ ist also keine 0815-Komödie, sondern ein Film, der sich gut und gern zwischen den Zeilen lesen lässt. Denn hingegen des Eindrucks im Trailer geht es nicht nur um einen schwergewichtigen Lehrer, der zum MMA-Kämpfer wird, sondern auch um Musik.

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School of Rock: bekannte Geschichte in charmanter Verpackung.
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Musik verbindet

Nicht nur, dass das Musikprogramm gestrichen werden soll – es wird im gesamten Film auch mit der Wirkung von Musik gespielt. So weiß der Biologielehrer Scott zum Beispiel genau, dass das richtige Lied seinen Auftritt beim Kampf beeinflussen wird. Deswegen greift er zum P.O.D.-Klassiker „Boom“, worauf sich auch der Originaltitel des Films bezieht: „Here Comes the Boom“.

Als ein Konkurrent, der vor ihm auftritt, diesen Song ebenfalls wählt, muss Scott sich schnell für einen anderen entscheiden. Natürlich wird nun ein langsames Lied eingespielt, um Scott seinen Einmarsch zu erschweren. Während der Konkurrent mit dem bombastischen Lied abgefeiert wird, entsteht bei dem Auftritt des Lehrers nur gähnende Leere.

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Salma Hayek sorgt für die Flugzeuge im Bauch.
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Dieses Gefühl spiegelt sich nicht nur im Zuschauerraum der MMA-Arena wieder, sondern überträgt sich auch auf das Kinopublikum. Dabei kommen Gefühle zwischen Fremdschämen und Mitleid für den Lehrer, aber auch vollstes Verständnis für die MMA-Zuschauer auf.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die asiatische Schülerin Malia, die sich über Songtexte die englische Sprache beigebracht hat: „Als ich hier herkam, war die einzige Sprache, die ich konnte, die Musik. Diese Sprache versteht jeder.“