Bei einem Einsatz von nur zwölf Millionen Dollar hat sich „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ schon am ersten Wochenende als großer Erfolg erwiesen. An der US-Kinokasse wurden mehr als 50 Millionen Dollar umgesetzt. Das hatten Branchenkenner erwartet, unerwartet war und ist jedoch, dass das Interesse an diesem Film auch auf jene übertragen wurde, die John Greens Romanvorlage gar nicht gelesen haben. Und auch ein älteres Publikum interessiert sich für die ehrliche, bittersüße Liebesgeschichte mit eingebautem Unhappy-End. Spoiler ist das keiner, der Titel verrät es ja schon – und die Protagonistin Hazel Grace am Anfang auch.

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Hazel Grace (Shailene Woodley) war schon einmal fast tot, hat dann die Krankheit aber besiegt – zumindest für kurze Zeit. Ihre Lungen sind jedoch geschädigt, ein gänzlich normales Leben wird sie nie führen können, eine normale Lebenserwartung steht auch außer Frage. Ihre Mutter drängt sie, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen, was sie widerwillig tut. Dort lernt sie Gus (Ansel Elgort) kennen, der ein Bein an den Krebs verloren hat, aber gesundet ist und nun nur einen Freund besucht.

Gus und Hazel kommen sich näher, aber sie fürchtet, ihn in ihr Leben zu lassen. Weil sie weiß, dass sie eine Zeitbombe ist, die irgendwann hochgehen und jeden in ihrem persönlichen Umfeld treffen wird. Aber Gus ist das egal, er will das Leben genießen – mit Hazel.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter - Liebe ist stärker als alles andere ... Aber Krebs kann trotzdem tödlich sein

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Hazel trägt eine schwere Bürde - bereits im Kindesalter wurde bei ihr Lungenkrebs diagnostiziert.
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Beide schwärmen für das Buch „Ein herrschaftliches Leiden“. Ein Herzenswunsch von Hazel ist es, den Autor Van Houten (Willem Dafoe) zu treffen, da sie Fragen hat, die nur er beantworten kann. Gus setzt nun alles daran, Hazels Wunsch wahr werden zu lassen. Eine Reise nach Amsterdam steht an, doch dann geht es Hazel schlechter. Und überhaupt: Wird Van Houten der Mann sein, den sie erwartet?

Kein Kitsch

Obwohl von manchem als „Love Story“ dieser Generation beschrieben, ist „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ alles andere als eine auf Kitsch und Herzschmerz getrimmte Geschichte, die sich nur damit über Wasser halten kann, dass sie die Emotionen des Publikums manipuliert. Das hatte der Roman nicht notwendig, und der sehr nahe an der Vorlage realisierte Film muss dies auch nicht sein.

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Vielmehr ist es eine Geschichte, die nicht nur immens lebensbejahend ist, sondern auch ehrlich und wahrhaftig erscheint. Sie beschönigt nicht, wie das Leben mit Krebs aussieht, weder für den Betroffenen noch für die Angehörigen. Aber sie zeigt auch, dass es selbst inmitten größten Leids Momente absoluten Glücks geben kann.

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In Gus findet Hazel bald weit mehr als nur einen Freund.
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Das Leben mit einer solchen Krankheit ist kürzer, aber es muss nicht weniger intensiv sein. Das stellt dieser emotional sehr wahrhaftige Film gekonnt in den Mittelpunkt. Was John Green erfunden hat, ist eine Geschichte, wie sie tausendfach täglich passiert, aber er banalisiert nicht, ebensowenig wie er das Leiden von Hazel überhöht oder auf ein Podest stellt. Er findet genau die richtige Balance. Etwas, das auch der Film einzufangen verstanden hat.

Von Geschwistern zu Liebenden

Ein bisschen ungewöhnlich ist, dass die beiden Hauptrollen mit Schauspielern besetzt wurden, die jüngst in „Die Bestimmung – Divergent“ noch als Bruder und Schwester zu sehen waren. Sie nun als Liebende zu sehen, ist zumindest im ersten Augenblick ungewöhnlich, aber sowohl Woodley als auch Elgort gehen ganz und gar in ihren Rollen auf. Sie erfüllen Hazel und Gus mit Leben. Beide sind vielschichtige, tiefsinnige Figuren, die ihrem Schicksal auf ganz eigene Art begegnen.

Kein Kitsch, sondern eine ehrliche, authentische, positive, schöne Geschichte über das Leben und das, was es überhaupt erst lebenswert macht.Fazit lesen

Ein Herzstück des Films ist darum auch der Humor, der hier niemals aufgesetzt wirkt, sondern ein natürlicher Bestandteil der Geschichte ist. Weil jede Geschichte, so traurig sie auch sein mag, auch immer Momente des Lachens beinhaltet – und sei es nur ein Lachen, das aus grimmigem Galgenhumor hervorgeht.