Kinderbücher und -filme müssen nicht immer die bunten und lustigen Abenteuer von besten Freunden thematisieren. Es darf im Familienkino gerne gruselig, spannend und schockierend zugehen. „Das Haus der Krokodile“ kann das. Der junge Viktor ist in diesem düsteren Abenteuer dem Geheimnis eines toten Mädchens auf der Spur.

Das Haus der Krokodile - Erster Trailer

Wieder einmal entspringt ein Film einem beliebten Kinderroman, der auch schon für eine Serie herhalten durfte. „Das Haus der Krokodile“ stammt aus der Feder von Helmut Ballot und feierte als Kinder- und Jugendbuch großen Erfolg. 1975 wurde daraus dann von der ARD eine sechsteilige Serie produziert, damals mit Thomas Ohrner in der Hauptrolle. Der Moderator und Schauspieler erhielt im jetzigen Kinofilm sogar als kleinen Gag die Rolle des Vaters von Protagonist Viktor.

Folge den Krokodilen

Viktor ist elf Jahre alt. Er zieht mit seinen Eltern und seinen beiden älteren Schwestern in die ehemalige Wohnung seines Onkels, dem das gesamte Haus gehört. Wohnung und Haus sind ein perfekter Spielplatz für jedes neugierige und abenteuerlustige Kind: voll mit altem Gerümpel, Mitbringseln von Onkels Reisen, allerhand Verstecken und geheimen Orten. Als Viktors Eltern für eine Zeit verreisen und die Kinder in der Obhut der ältesten Schwester lassen, erscheint eines Nachts ein Einbrecher in der Wohnung. Nur von Viktor gesehen verschwindet er kurzerhand wieder.

Doch Viktor will herausfinden, was der Maskierte in der Wohnung wollte. Der Junge entdeckt daraufhin das alte Tagebuch von Cäcilie Laroche, der verstorbenen Tochter seines Onkels. Das Buch ist voller bunter Bilder, die teilweise erschreckend, teilweise fröhlich sind. Viktor weiß genau: Cäcilie verbirgt ein Geheimnis und die Bilder im Buch werden ihm dabei helfen, dieses zu lüften! Doch auch der mysteriöse Einbrecher ist dem Geheimnis auf der Spur.

Das Haus der Krokodile - Tote Mädchen lügen nicht

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Wer sucht, der entdeckt die Geheimnisse.
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Ein Haus, viele Bewohner

Neben der alten Haushälterin Frau Debisch bewohnen auch ihr trotteliger Sohn und der undurchsichtige Strichninsky (Waldemar Kobus) das dubiose Gebäude. Friedrich Debisch wird übrigens von einem deutschen Kultstar gespielt: Christoph Maria Herbst. Während er in seiner Paraderolle als „Bernd Stromberg“ sein schauspielerisches Talent immer wieder von Neuem unter Beweis stellt, kratzt Herbst diesmal leider nur ganz leicht an der Oberfläche seines Könnens, was sich als herbe Enttäuschung herausstellt. Hofft man doch, sobald er auf der Leinwand erscheint, dass der Film nun auf ein höheres Niveau gehoben würde. Aber leider reicht es diesmal nur für eine ernüchternde Nebenrolle.

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Im Rampenlicht steht ganz klar Jungschauspieler Kristo Ferkic, der sich als Viktor auf eigene Faust durch die Geheimgänge des alten Hauses begibt. Übrigens: Seine beiden Filmschwestern sind sogar im echten Leben seine Schwestern, sodass im Film in doppelter Hinsicht ein kleines Familientreffen gefeiert wird.

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Achterbahnfahrt des Filmniveaus

Dadurch fällt es auch nicht schwer, eine familiäre Bindung im Film herzustellen, sodass die Geschwister Ferkic sich als gute Besetzung für die daheimgebliebenen Kinder erweisen. Vor allem Kristo schafft es bemerkenswert mühelos, den ganzen Kinosaal für sich einzunehmen, wenn er sich alleine auf Verbrecherjagd begibt. Das liegt vor allem daran, dass die Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert keine Gelegenheit auslassen, um Viktor in spannende oder gefährliche Situationen zu befördern: Mal rutscht er unverhofft in einen modrigen, dunklen und mit Wasser überfluteten Keller. Mal geht es hoch hinaus übers Dach.

Das Haus der Krokodile - Tote Mädchen lügen nicht

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Ein tapferer Junge.
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Und mal kriecht und klettert der tapfere Junge durch enge Schächte, um Geheimgänge zu erforschen. Obwohl die Szenerie nicht über das „Haus der Krokodile“ hinausgeht, steckt allerhand Potenzial in dem alten Gemäuer, das in voller Bandbreite fantasievoll genutzt wird. So werden immer neue Räume im, unter und vor dem Haus entdeckt, wodurch man zu keiner Zeit merkt, dass sich das Set auf einen einzigen Bau beschränkt.

Doch so gekonnt der Film auch zwischen actionreichen und mysteriösen Szenen wechselt, findet auch ein ewiger Wechsel von starken zu schwachen Szenen statt. Den etlichen Höhen und Tiefen einer rasanten Achterbahnfahrt gleich, hat man im einen Moment das Gefühl, dass sich der Film qualitativ kaum noch steigern kann, was alsbald leider abgelöst wird von dem Gedanken, dass der Film leider doch nicht so berauschend ist. Aber auch hier folgt schnell wieder durch eine unerwartete Überraschung ein Hochgefühl, erneut abgelöst von einem müden Gähnen.