Ben Stillers neuester Film Das erstaunliche Leben des Walter Mitty steht kurz vor dem Kinostart. Anlässlich dessen hat Regisseur und Hauptdarsteller Ben Stiller ein Interview gegeben und über den Film und kommende Projekte gesprochen.

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty basiert genau wie auch Das Doppelleben des Herrn Mitty von 1947 auf der Kurzgeschichte Walter Mittys Geheimleben von James Thurber aus dem Jahre 1939.

Stiller erinnere sich, die Kurzgeschichte in der Schule gelesen zu haben. Vor neun Jahren habe er schon einmal ein Drehbuch zugeschickt bekommen, fand aber, dass es viel zu sehr einem Remake der ersten Verfilmung gleichkam. Doch Steve Conrads Drehbuch habe ihm richtig gefallen, da er den Eindruck hatte, dass es die Geschichte und die Stimmung der Kurzgeschichte perfekt eingefangen habe.

"Offensichtlich handelt es sich dabei um die ikonische Idee eines Tagträumers, aber was ich wirklich an Steve Conrads Drehbuch mochte, war, dass es sehr persönlich ist und ich hatte den Eindruck, dass es sich mehr wie ein Charakterfilm anfühlte, und mehr über einen Kerl handelte, der versuchte, mit sich selbst klarzukommen und zu erkennen, dass es da diese andere Version von ihm gibt, die in ihm existiert, aber diese Selbstfindungsreise konnte nicht im Äußeren stattfinden. Das war es, was mich wirklich interessierte", so Stiller.

Ben Stiller habe sich daraufhin mit Steve Conrad getroffen getroffen und gemeinsam mit ihm das Drehbuch überarbeitet. Stiller wollte das Drehbuch verfeinern und die Zusammenhänge besser ausarbeiten. Gerade das Duell von Mitty mit seinem Boss Hendricks, sei ein langwieriger Prozess gewesen. Generell haben Stiller und Conrad versucht, die Tagträume Mittys mehr mit der Liebesgeschichte zwischen Mitty und Cheryl Melhoff zu zentrieren, aber auch die besagten Tagträume zwar fantastisch auszulegen, aber immer mit der Möglichkeit, dass sie tatsächlich stattfinden könnten.

"Ich wollte immer, dass es sich so anfühlte, als könnte dies alles tatsächlich geschehen und dass es niemals einen Moment geben könnte, in der man sich dachte, 'Oh nein, das kann nie und nimmer passieren.'"

Da der Film kein extrem hohes Budget hat und dennoch Szenen in New York gedreht wurden, musste das Team die Dreharbeiten immer auf das Wochenende verlegen, was zwar kostengünstiger war, aber die Dreharbeiten allein in New York dauerten sieben oder acht Wochen.

Sein nächstes Projekt wird Nachts im Museum 3 sein, auf das er sich schon sehr freue. "Nun, weißt du, ich freue mich tatsächlich darauf, weil es eine andere Art Verantwortung ist. Sie ist hier etwas freier und macht etwas mehr Spaß, ehrlich gesagt. Ich meine, einen Film drehen macht sowieso schon Spaß, aber ich könnte auch einfach nur am Set auftauchen und einfach nur da sein. Es gibt soviel, das da mit einfließt, wenn man Regie führt und sein Herz und seine Seele in die Sache steckt, und ich freue mich darauf, bei Nachts im Museum zu sein und zu tun, was ich tue, aber Shawn [Levy, der Regisseur] trägt die größte Verantwortung mit all dem visuellen FX-Zeug."

Was ein mögliches Sequel zu Zoolander angeht, teilt Stiller mit, dass es durchaus kommen könne. Er habe mit Justin Theroux an einem Drehbuch gearbeitet, das beiden gefiele, aber es gebe noch mehr Elemente, die einfach stimmen müssten, damit ein Sequel zustande kommt.

Da Stiller in der letzten Zeit mehr Regie geführt habe, stellt sich natürlich die Frage, ob er demnächst auch große Projekte wie Marvels The Avengers 3 machen wolle. Doch er sei nicht aktiv auf der Suche nach solchen Projekten. Generell sei er an Projekten unterschiedlicher Genres interessiert, von daher würde er ein AAA-Projekt auch nicht unbedingt ausschlagen. Was er einschüchternd finde, sei die enorme Menge an Visual Effects in solchen Superhelden-Filmen. Doch beim passenden Projekt würde er nicht Nein sagen.