Tatsächlich mutet „Das Bourne Vermächtnis“ ein wenig so an, als sei es nur die erste Hälfte eines weit größeren Films. Das mag auch daher kommen, dass die Handlung parallel zu „Das Bourne Ultimatum“ stattfindet und die Ereignisse dieses Films immer wieder referenziert werden.
Problematisch ist sicherlich auch, dass es ein ziemlich schwacher MacGuffin ist, der Renners Figur hier motiviert. Zudem ist die Erklärung, warum Byer das komplette Outcome-Projekt eliminieren will, recht schwammig geraten. Es mag Geheimdienstlogik sein, gesunder Menschenverstand ist es definitiv nicht.
Immer gut, wenn man eine Virologin kennt.Etwas wirr gestaltet sich das Ganze auch, weil die Geheimprojekte wie Pilze aus dem Boden sprießen. Erst hatte man Treadstone, dann Blackbriar, nun Outcome und am Ende auch noch Larx. Und als wäre das nicht genug, deutet Byer an, dass es noch weit mehr Programme gibt. Das wirklich Schräge daran? Sie haben alle dieselbe Aufgabe: einen Supersoldaten zu erschaffen. Die Methoden sind unterschiedlich, aber man kann nicht umhin, als sich zu fragen, ob es der Sache nicht dienlicher wäre, wenn alle Ressourcen gebündelt würden.
Die Frage stellt der Film wiederum nicht. Generell wird viel behauptet, aber nur wenig belegt. So bleibt etwa ungeklärt, warum Cross am Anfang in Alaska über die Berge steigt und in einer einsamen Waldhütte einen anderen Agenten aufsucht.
Der Anfang des Films zitiert „Die Bourne Identität“, das Ende erinnert dann auch an den Schlussmoment des ersten Films. Das ist ein netter Verweis auf die Vorgänger-Filme, macht aber nur umso deutlicher, dass für sich gesehen „Das Bourne Vermächtnis“ kaum bestehen könnte. Hätte man nicht das Vorwissen aus den bisherigen drei Filmen, würde dieser vierte Teil völlig sinnfrei erscheinen.
Zusammen mit dem Gefühl, dass dies lediglich die erste Hälfte eines größeren Films ist, kommt im Grunde auch die Erwartung, dass es bei einem fünften Teil nur in eine Richtung gehen kann: Matt Damon wird wieder gebraucht, um gemeinsam mit Jeremy Renner dem ollen Edward Norton einzuheizen. Das könnte dem Franchise dann auch neue Impulse verleihen verleihen. Ob es so kommen wird, muss die Zukunft zeigen.
Regie: Tony GilroyGenre: Thriller, ActionFilmstart:
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