Asylum hat mal wieder zugeschlagen, und das ganz, ohne sich an einen Film heran zuhängen. Im Original zumindest, denn der deutsche Verleih hofft mit einem Titel wie „Dark Night of the Walking Dead“ natürlich, die Fans der Fernsehserie anzusprechen. Ähnlichkeiten gibt es auch: In Film und Serie tauchen Zombies auf. Aber damit hat es sich dann auch schon.

Der Film beginnt mit einem Vater und seinen Töchtern, die nachts auf einer Straße unterwegs sind. Sie begegnen Zombies und werden getrennt. Nun könnte man ja dieser Geschichte folgen, aber irgendwie haben sich die Autoren – und es waren immerhin zwei – wohl was anderes vorgestellt.

Dark Night of the Walking Dead - Das große Fressen hat begonnen

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Der "Film" erscheint am 11.09.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Denn sie führen noch weitere Figuren ein. Da hat man Birdy, dargestellt von Daryl Hannah, die bei ihrer alten Mutter ist, als Zombies ans Haus klopfen. Naja, und ein Mädchen, das auf der Flucht ist, Hilfe braucht und dem einfach beim Sterben zugesehen wird. Dann hat man noch einen Polizisten, der auf dem Revier gegen ein paar Kollegen antreten muss. Und zu guter Letzt gibt es noch eine andere Familie, die sich im Haus verschanzt und auf besseres Wetter hofft. Könnte ja sein, oder?

Zombie Fiction

Man kann sich des Verdachts nicht erwehren, dass sich sowohl die beiden Autoren als auch Regisseur John Gulager („Feast 1-3“) so richtig fest auf die Schultern geklopft haben. Die haben bestimmt geglaubt, sie produzieren den „Pulp Fiction der Zombie-Filme“, mit einem Panoptikum unterschiedlicher Figuren, die zuerst keinerlei Bezug zueinander zu haben scheinen, deren Leben aber dann doch irgendwie miteinander verbunden ist.

Das mag in der Theorie richtig geil sein, in Gulagers völlig lahmer Inszenierung ist davon aber natürlich nichts zu spüren.

Dark Night of the Walking Dead - Das große Fressen hat begonnen

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Ist das nicht super gruselig? ... Nein, eigentlich nicht.
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Die Nacht der Zombies

Eine der Figuren sitzt in einem Bunker, aber lässt seine Nachbarn nicht rein. Doch er ist ein netter Kerl, darum erklärt er ihnen, dass es Berichte gibt, nach denen die Zombie-Gefahr mit aufgehender Sonne behoben ist (Warum? Egal, es soll halt so sein). Aber obwohl er das weiß, lässt er keinen rein. Wäre ja auch eine Zumutung, den Bunker für fünf, sechs Stunden mit vier anderen Leuten teilen zu müssen.

Was für ein Titel, was für ein Film, was für eine Blamage für Daryl Hannah!Fazit lesen

Solcherlei Dummheiten gibt es hier zuhauf. Das spiegelt sich auch in herrlichen Dialogen wider. Am Anfang schleichen Vater und Tochter über einen Friedhof. Aus einem Grab kommt eine Hand hervor. Da sagt die Tochter: „Ist das eine Hand?

Ja, Wahnsinn, das ist eine, und die hängt an einem Zombie, dem man erst mal ein bisschen beim Aus-dem-Grab-Steigen zuschaut, bevor man endlich losläuft. Ach ja, der Zombie sieht übrigens aus wie Peter Cushing im 1970er-Jahre-Film „Geschichten aus der Gruft“. Das soll wohl eine Hommage sein.

Dark Night of the Walking Dead - Zombies, Zombies, Zombies!

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So schlecht, dass er gut ist?

Zwar gilt für viele Asylum-Produktionen, dass sie unterhalten, gerade, weil sie so dermaßen räudig sind. Hier kann man das aber nicht attestieren. Es gibt nur eine 08/15-Zombie-Geschichte, die man so oder ähnlich gerade in den letzten Jahren hundertfach gesehen hat. Hätte man sich die letzten sieben oder acht Jahre im Koma befunden und demnach keinen der Zombie-Filme dieser Zeit gesehen, dann – und nur dann – könnte man „Dark Night of the Walking Dead“ ansehen und als Zeittotschläger halbwegs tolerieren.

So jedoch sind es letztlich nur die Schauspieler, die ein Minimum an Interesse zu wecken vermögen. Es ist im Grunde aber auch traurig, dass Daryl Hannah sich mittlerweile an Asylum verschwenden muss. Bei Anthony Michael Hall überrascht es hingegen weniger. Dass sie gefressen werden, gönnt man ihnen aber irgendwie allen…