Den Uncut-Vermerk braucht es schon. Nicht, weil der Film so zahm ist, dass man sich fragen würde, ob er Federn lassen musste, sondern weil er mit 72 Minuten auch extrem kurz ist. Das lässt sich natürlich noch toppen, wenn man in den ersten zwei Minuten nichts zeigt als einen Mann, der am Ufer sitzt. Irgendwann taucht eine Frau auf und spricht ihn an. Das ist der Anfang von „Dark Invasion“.

Dark Invasion - Theatrical Trailer

Der Bursche ist Jeremy, er ist erster in einer heruntergekommenen Hütte, zu der am Freitag auch viele seiner Freunde kommen. Es ist, wie es doch eigentlich immer beim Low-Budget-Horror ist: Junge Leute wollen ein Wochenende mit Alkohol und Sex verbringen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, aber natürlich nimmt das Grauen seinen Lauf. Das allerdings quälend langweilig, denn es dauert lange – verdammt lange! – bis bei diesem Film irgendetwas passiert.

Hauptsächlich muss man mindertalentierten Laien zusehen, wie sie halbgare Texte zum Besten geben, eine Bedeutungsschwere aufzubauen versuchen, die nicht da ist und sich ansonsten gebären, als würde man ein Urlaubsvideo drehen. Was im Grunde wohl auch der Fall war.

Dark Invasion - Ihr, die ihr diesen Film sehen wollt, lasst alle Hoffnung fahren!

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Der Film erscheint bei uns am 05.03.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Aber weiter im Text: Die jungen Leute sind also am Partymachen, aber Jeremy benimmt sich merkwürdig. Er ist mit etwas infiziert worden, das sich nun einen Weg aus ihm zu bahnen und andere zu infizieren versucht.

Was es bedeutet, ein Mensch zu sein

„Dark Invasion“ ist Horror-Science-Fiction mit Anspruch. Nein, halt, es ist Anspruch, den die Macher gerne hätten, aber zwischen Ambition und Umsetzung gibt es eben gigantische Unterschiede. Die philosophischen Gespräche überfordern die Schauspieler und sie langweilen den Zuschauer.

Effekte gibt es kaum, und wenn doch, dann sind sie so günstig, dass es lachhafter kaum geht.

Wie in der guten alten Zeit

Das Beste am Film ist das Cover. Es zeigt eine Frau, aus deren Gesicht oktopusartige Tentakel kommen. Man würde diese Frau auch gerne im Film sehen. Allein, es passiert nicht. Man hat hier den klassischen Fall eines Covers, das mit dem Film nichts zu tun hat. So etwas kennt man noch aus der guten alten Videothekenzeit, als Woche für Woche die wildesten Horrorfilme um Zuschauer buhlten, ein geiles Cover neben dem anderen stand und kaum ein Film dem gerecht werden konnte, was sich ein Zeichner ausgedacht hat.

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Oh, nein. Blut und so.
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Das ist auch bei „Dark Invasion“ der Fall. Cooles Cover, magerer Film. Da kann man nur warnen, denn wer sein Geld zu schätzen weiß, der wirft es wirklich nicht für diesen Wald-und-Wiesenhorror der Amateur-Art heraus.

Man klopft sich auf die Schulter, dass man mit der Redone gearbeitet hat. Schön und gut, die Technik erlaubt es nun auch Laien, Filme zu drehen, aber ein gewisses Talent muss man dennoch haben. Sonst kann auch die beste Technik nichts retten.

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Zeit ist relativ

Wenn man sich gut unterhält, vergeht die Zeit wie im Flug. Das kennt man ja. Es geht aber auch andersherum. Wenn man sich langweilt, dann können 72 Minuten verdammt lange sein. Bei „Dark Invasion“ hat man das Gefühl, drei oder vier Stunden vor der Glotze zu sitzen. Und man erkennt, Zeit ist relativ. Ein kurzer Film kann sich wie eine Ewigkeit anfühlen.