Mit Spannung wurde „Daredevil“, die erste von vier Marvel-Serien, die Netflix produziert, erwartet. Am Freitag, den 10. April, war es dann soweit. Alle 13 Folgen gingen zeitgleich online und man konnte über fast 13 Stunden hinweg in die düstere und dreckige Welt von Hell’s Kitchen eintauchen.

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Mit der Ursprungsgeschichte des Helden hält man sich nicht lange auf. Sie ist aus dem Film mit Ben Affleck bekannt, weswegen das hier in der Pilotfolge kurz angespielt wird, danach aber nur noch ein paar Rückblicke kommen. Stattdessen geht man gleich in medias res und zeigt Daredevil in Aktion. Es ist aber noch nicht der Held, wie man ihn aus den Comics und dem Film kennt.

Matt Murdock steht hier noch am Anfang. Das heißt auch, dass er noch kein richtiges Kostüm hat. Er trägt einen schwarzen Anzug mit schwarzer Maske, das echte Kostüm kommt erst später.

Daredevil - Der Mann ohne Furcht ist zurück!

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Ihr könnt bereits alle 13 Folgen auf Netflix gucken.
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Sein Partner Foggy Nelson und Matt haben eine neue Kanzlei gegründet. Ihre erste Klientin ist die unter Mordverdacht stehende Karen Page, die jedoch unschuldig ist. Das kann auch bewiesen werden, woraufhin Karen als Sekretärin für die beiden arbeitet und sich mit ihnen anfreundet.

Das ist die Ausgangssituation, aber schon in der ersten Folge wird auf weit mehr verwiesen. Denn Hell’s Kitchen ist ein Stadtteil, der sich fest im Griff des organisierten Verbrechens befindet. Wilson Fisk hat die Fäden in der Hand, ist jedoch ein Mann, über den niemand spricht. Sein Darsteller Vincent D’Onofrio, der in der ersten Folge nur zu hören und in der dritten nur kurz zu sehen ist, bevor seine Auftritte regelmäßiger und größer werden, spielt seine Kollegen praktisch an die Wand.

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Kingpin ist natürlich auch mit von der Partie.
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Der faszinierende Schurke

Schurken sind zumeist die dankbareren Rollen. Das gilt auch für „Daredevil“, wo Fisk ein Mann ist, der durchaus ambivalente Züge hat. Er sagt, er genießt Grausamkeit nicht, aber er tötet auch mit eigenen Händen, wenn es notwendig sein sollte. Er will die Stadt zu einem besseren Ort machen, aber kann man ihm das glauben? Paradoxerweise will man das, weil D’Onofrio ihn so gut spielt. Er hat sogar einen ganz eigenen Sprachduktus für die Figur gefunden. Mit ihm wirkt der Kingpin reserviert, scheu, fast unscheinbar, aber er strahlt auch Charisma und Autorität aus.

D’Onofrio ist exzellent, Charlie Cox als Matt Murdock, Elden Henson als Foggy Nelson, Deborah Ann Woll als Karen Page und Rosario Dawson als Claire Temple sind aber auch sehr gut. Generell gilt: Die Chemie zwischen den Schauspielern ist exzellent, was sich auch in interessanten interpersonellen Beziehungen widerspiegelt. So ist man nicht sicher, ob Karen auf Matt oder auf Foggy steht.

Claire wiederum ist eine Krankenschwester und verarztet Daredevil. Ihre Figur gibt es auch in den Comics: Da ist sie die Night Nurse, die sich um Superhelden kümmert, wenn sie verletzt wurden.

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Eine exzellente Serie. Wir freuen uns auf die nächsten Netflix-Produktionen.
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Die dunklen Ecken der Welt

„Daredevil“ erinnert ein klein wenig an „Gotham“. Beiden ist gemein, dass eine Stadt gezeigt wird, die korrumpiert ist, in der kaum noch ein Aufrechter vorhanden ist. Anders als bei „Gotham“, das durch den Retro-Chic zeitlich etwas unwirklich erscheint, ist „Daredevil“ jedoch sehr realistisch gestaltet.

Wie ein knapp 13-stündiger Film: Intensiv, emotional, spannend.Fazit lesen

Das zeigt sich sogar an den elaborierten Kampfsequenzen, die eine außergewöhnliche, aber authentisch anmutende Choreographie haben. Es sieht einfach real aus, wenn Daredevil sich mit mehreren Gegnern prügelt.

Daredevil - Bilder zur Marvel-Netflix Serie

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Generell gefällt an der Serie, dass versucht wird, das Superheldengeschäft auf ein realistisches Level zu bringen. Dabei ist den Menschen durchaus bewusst, in was für einer Welt sie leben, spielt die Serie doch nach „Avengers: Age of Ultron“. Aber Daredevil ist ein bodenständiger Held. Darum geht es in dieser Staffel vor allem auch um seinen Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Erst später werden kostümierte Gegner ein wichtiger Faktor werden.