„Mister Ford, würden Sie lieber in einem Western oder in der Zukunft leben?“ Wenn ihr das nächste Mal Harrison Ford treffen solltet: Sprecht ihn nicht auf Han Solo oder Indiana Jones an. Vor allem: Stellt ihm keine dumme Frage.
Er wird zu Recht lange und vorwurfsvoll schweigen und euch dann damit beschämen, dass er ernst beantwortet, was lustig gemeint war. Denn Harrison Ford ist ein ernsthafter Interviewpartner. Hier könnt ihr lesen, wie zehn Journalisten in 20 Minuten (das ist üblich bei großen Hollywood-Stars) alle oben genannten Fehler begehen konnten. Und noch viele mehr...
gamona: Mister Ford, hier haben Sie nun die einmalige Gelegenheit, uns zu zeigen, was für ein großartiger Reiter Sie sind.
Nicht nur Ford ist verdutzt. Soll er seinen Stuhl die Sporen geben und einmal um den Tisch hoppeln? Wir warten auf eine Reaktion, darauf, dass er diese einmalige Gelegenheit nutzt. Tut er aber nicht, kein Hoppeln, stattdessen Schweigen. Ford sammelt sich, dann spricht er gaaaaaaaaanz langsam.
Harrison Ford: Ich bin nicht hier, um Ihnen meine Reitkunst zu beweisen. Ich bin hier, um Ihnen meine Figur näher zu bringen, die wohl sehr typisch für den Wilden Westen ist. Und auch sehr hilfreich, um eine gute Geschichte zu erzählen. Aber in der Tat: Ich liebe es, draußen zu sein und auf einem Pferd zu sitzen.
Er verleiht jedem Gewicht. Aber hier klingt das fast ein wenig spöttisch.
In Würde gealtert: In Cowboys and Aliens spielt Ford an der Seite von Daniel Craig.gamona: Dann reden wir doch über Ihre Figur. Ist Colonel Dolarhyde ein guter Vater?
Harrison Ford: Nein! Seine Natur verbietet es ihm. Seine persönliche Schwäche und Nachsicht für Grausamkeiten verbieten es ihm. Macht. Weil er es nicht schafft (er seufzt, ein laanger Seufzer), ein angemessener und fürsorglicher Vater zu sein. Der beste Beweis dafür ist doch der Sohn. Der ist ein Rüpel, ein Trunkenbold und ein Idiot. Und das alles fällt wieder auf den Vater zurück.
gamona: Kein Wunder, ist der Vater doch äußerst unsympathisch.
Harrison Ford: Was wohl einer der interessantesten Wesenszüge der Figur ist. Denn trotzdem verbindet den Zuschauer im Laufe der Geschichte etwas mit Dolarhyde. Das führt nicht unbedingt dazu, dass er wirklich sympathisch wird, allerdings bemerkt man eine Gemeinsamkeit: eine gewisse Menschlichkeit. Und Gefühle sind die Sprache des Films. Eine Figur, die den Zuschauern die Gelegenheit gibt, sich emotional zu betätigen, ist also genau die Figur, die ich spielen will.
gamona: Und doch haben Sie anfangs gezögert, in „Cowboys & Aliens“ mitzuspielen. Was hat Sie umgestimmt?
Harrison Ford: Zuerst habe ich nur etwa 30 Seiten des Skripts gelesen. Ich habe nicht verstanden, wohin die Figur des Colonels sich noch bewegen und welche Wendung die Geschichte nehmen wird. Aber als ich mich mit Regisseur Jon Favreau traf, war er sehr darum bemüht, dem Film eine Tonalität zu verleihen, die ich nicht erwartet habe. Zwei Lieder können dieselben Worte benutzen, und trotzdem kann es sich dabei um ganz unterschiedliche Musik handeln.
Nachdem ich mit John geredet und das Skript auch zu Ende gelesen habe, habe ich begriffen, dass es ihm ein Anliegen war, einen ernsten Ton beizubehalten und einen seriösen Western zu drehen. Und nicht eine ironische Comic-Verfilmung. Und im Kontext eines Westerns passieren zwar außergewöhnliche Dinge, aber die eigentliche Form des Genres bleibt doch erhalten.
In Morning Glory spielt Ford einen alten Stiesel.gamona: Ähnlich wie in Ihrem letzten Film, Morning Glory, ist Ihre Figur ein grummeliger Mann, dessen langsame Wandlung man beobachten kann. Warum bekommen Sie solche Rollen angeboten?
Es folgt ein 25 Sekunden langes, leicht vorwurfsvolles Schweigen
Harrison Ford: Es könnte meine eigene Entscheidung gewesen sein, diese Figur so zu spielen. Vielleicht gibt es auch einen anderen Weg, diese Figur zu spielen. Und natürlich ist auch mein Alter für bestimmte Rollen ausschlaggebend.
gamona: Macht es in Ihrem Alter denn immer noch so viel Spaß, Filme zu drehen, wie am Anfang Ihrer Karriere?
Da ist sie, die erste Frage, die suggeriert, er würde auf die Zielgerade einbiegen. Dabei ist Ford alles andere als ein frühzeitig vergreist.




























This.
Da er mir aber sowieso mehrheitlich unsympathisch ist und ich ihn für einen immer schlechteren Schauspieler halte, bin ich eh vorbelastet.