Mit dem PC-Spiel „Company of Heroes“ hat der Film praktisch nichts zu tun, sieht man davon ab, dass es um das Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkriegs geht. Dass der Film den Titel trägt, liegt letzten Endes auch nur daran, dass man die Namensrechte erwarb, um das Produkt besser an den Mann bringen zu können. Schließlich wurden vom Spiel Millionen Einheiten verkauft. Ein paar der Käufer hätte Sony nun auch gerne als Interessenten für den Film.

Company of Heroes - Official Trailer

Während der Ardennenoffensive der Nazis gerät ein Trupp amerikanischer Soldaten hinter feindliche Linien. Dort macht man eine erschreckende Entdeckung. Die Nazis arbeiten an einer Superbombe, die den Verlauf des Krieges ändern könnte. Die Alliierten wissen davon jedoch und haben eine Einheit losgeschickt, die den für das Projekt verantwortlichen deutschen Wissenschaftler, der überlaufen will, aus dem Feindgebiet herausschleusen soll.

Als die Mission scheitert, liegt es an den im Feindesland versprengten Soldaten, zusammen mit einem entflohenen Kriegsgefangenen den deutschen Wissenschaftler zu retten und aus dem Kriegsgebiet herauszubringen.

Company of Heroes - Wieso macht man dazu einen Film?!

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Der Film hat nichts mit dem Strategiespiel für PC zu tun und ist auch sonst nicht sonderlich gut.
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Zur Hölle mit dem Realismus

„Company of Heroes“ ist ein Low-Budget-Kriegsfilm, von dem man nicht zu viel erwarten sollte. Schon gar nicht sollte man erwarten, dass irgendetwas in dem Film einen Sinn ergibt. Die meisten Szenen scheinen nur daraufhin abgeklopft worden zu sein, ob sich daraus eine Ballerei entwickeln lässt. Logik, Authentizität oder gar Realismus waren keine Bestandteile der Zielvorgabe.

So sollte es auch nicht verwundern, dass Spione erschossen statt verhört werden, dass deutsche Soldaten nie in Deckung gehen, dass die Sicherheitsvorkehrungen für die Atombombe extrem lächerlich sind, dass die Bombe von vier Männern bequem getragen werden kann, dass Wachen lieber Knüppel als Gewehre bei sich haben und ein Zug, der in Belgien startet und nach Stuttgart fährt, praktisch nicht zu stoppen ist. Und das sind nur ein paar der Schwachsinnigkeiten, die sich das hanebüchene Drehbuch erlaubt!

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Wobei immerhin die Darstellerriege eine gewisse Größe suggeriert.
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Inglorious Basterds, der Soldat James Ryan und das Boot

Die Besetzung des Films gaukelt eine gewisse Größe vor. So hat man Darsteller aus „Inglorious Basterds“, „Der Soldat James Ryan“, „Das Boot“ und dazu noch Vinnie Jones, aber an die Klasse der genannten Filme kommt „Company of Heroes“ nicht mal im Ansatz heran.

Stattdessen wirkt der Film wie Resteverwertung, indem man halbwegs namhafte Schauspieler in diesem Trauerspiel agieren lässt. Sieht man sich den Film im Original an, merkt man, dass es ihm auch nicht zu peinlich ist, Deutsche miteinander erst deutsch reden und sich dann englisch anschreien zu lassen. Als Richard Sammel („Inglorious Basterds“) und Jürgen Prochnow („Das Boot“) in einer besonders peinlichen Szene diesem Spielchen nachgehen, ist man nahe dran am Fremdschämen – auf jeden Fall bedauert man die beiden, dass sie sich in einem Werk wie diesem verdingen müssen.

Von Lake Placid an die Front

Ein paar der anderen Mimen bleiben farblos und unscheinbar, so Tom Sizemore („Der Soldat James Ryan“) und Neal McDonough („Band of Brothers“), die in Uniformen eine gute Figur machen, mehr aber auch nicht. Einzig interessant dürfte für die beiden – wie für alle anderen an diesem Film Beteiligten – der Honorarscheck gewesen sein. Einzig Vinnie Jones macht eine richtig gute Figur. Er hat endlich mal eine Rolle gefunden, die seinen Möglichkeiten entgegenkommt.

Halbgarer Kriegsfilm, der es mit Authentizität nicht so hat. Ebenso wenig wie mit Logik oder Realismus. Stattdessen wird ohne Ende geballert.Fazit lesen

Das Skript stammt von David Reed, der zuvor den dritten und vierten Teil von „Lake Placid“ geschrieben hat – Letzterer wurde übrigens von Company-of-Heroes-Regisseur Don Michael Paul inszeniert. Viel, mit dem Reed hätte arbeiten können, blieb ihm nicht, denn die von Danny Bilson und Paul De Meo entwickelte Geschichte hat weder Hand noch Fuß. In ihrem Kern würde sie funktionieren, in der Umsetzung gestaltet sich der Film ausgesprochen langweilig.

Das liegt bei weitem nicht daran, dass es nicht genug Action gäbe. Davon hat man hier mehr als genug. Geschossen wird fast am laufenden Band, wobei auch dies relativ lächerlich daherkommt, da die Deutschen wie die Fliegen sterben, während die Helden allen Kugeln ausweichen.

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Eins muss auch gesagt werden: Bilsons und De Meos Billigfilm „Zone Troopers“ aus dem Jahr 1985, in dem amerikanische Soldaten im Italien des Zweiten Weltkriegs ein Ufo finden, ist glaubwürdiger und um Welten unterhaltsamer als „Company of Heroes“.