Im Lauf der Jahre gab es einige Filme, die versuchten, den Stil und die Wirkung längst vergangener Zeiten einzufangen. Ob Quentin Tarantinos und Robert Rodriguez‘ „Grindhouse“ oder Ti Wests „The House of the Devil“, die Ergebnisse waren zumindest durchwachsen. Und während Justin Russells Film „College Killer“ auch nicht gerade ein Meisterwerk ist, muss man ihm zumindest zugestehen, dass er in jeder Beziehung wie ein Produkt der frühen 1980er Jahre aussieht.

Die Mädchen der Alpha-Gamma-Theta- Verbindung schmeißen eine Party und laden dazu auch Gäste ein, von denen sie sich erhoffen, dass sie der Schwesternschaft beitreten könnten. Kurz zuvor erhält die Hausmutter einen seltsamen Anruf. Jemand erklärt, dass Cindy die erste sein wird. Die Hausmutter denkt sich nichts dabei, aber ein durchgedrehter Killer, der Sleeper, geht auf dem Campus um – und er hat es auf die Mädchen von Alpha Gamma Theta abgesehen.

College Killer - Ein Killer schickt College-Mädchen „schlafen“

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Der Film erscheint am 05.02.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Tatsächlich wird Cindy sein erstes Opfer, das er verschwinden lässt, so dass die anderen nichts ahnen. Weitere Anrufe folgen, die Angst geht um und der Sleeper sucht nach neuen Opfern, die er in den ewigen Schlaf schicken kann.

Klassisches Flair

Bemerkenswert ist „College Killer“ vor allem, weil man wirklich den Eindruck hat, einen Film zu sehen, der vor gut 30 Jahren gedreht wurde und einem bis dato einfach nur nie über den Weg gelaufen ist. Sowohl das Filmmaterial als auch die farbliche Gestaltung, die Klamotten und die Haare, alles schreit „frühe 1980er“!

Der Film orientiert sich dabei an der typischen Erzählweise eines Slashers, wobei es einige Vorbilder gibt, die besonders stark erkennbar sind. In erster Linie ist die „Black Christmas“, der vor ein paar Jahren ein Remake bekam. Das eigentliche Remake ist aber „College Killer“, der sich gar nicht darum kümmert, eine Motivation für seinen Killer zu entwerfen. Es ist einfach ein Irrer, der tut, was ein Irrer eben so tut. Mehr muss man nicht wissen.

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Im Original heißt der Film "The Sleeper".
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Gekürzt

Die Gewaltakte sind ausgesprochen zahm, was daran liegt, dass der Film immer abblendet, bevor der Hammer des Killers Schaden anrichtet. Jetzt kommt das große Aber: Das ist nicht die eigentliche Form des Films. Denn Justin Russell hat seine Slasher-Hommage mit angemessen kruden Effekten aufgepeppt, aber für die deutsche Freigabe mussten all diese Szenen gewaltig getrimmt werden.

Kurioserweise könnte man argumentieren, dass dies noch stärker dazu beiträgt, den Film zu einer Hommage an die 1980er Jahre zu machen, denn damals kam auch kaum etwas ungekürzt durch die freiwillige Selbstkontrolle. So hat man gut 30 Jahre später dieselbe Situation, wobei die entfernten Sekunden war derbe, aber auch unendlich krude sind. Der abgeschlagene Kopf des Opfers im Schwimmbad ist so dermaßen falsch, dass man im Grunde nur schmunzeln kann. Es ist so, als hätte man einer Schaufensterpuppe den Plastikkopf abgesäbelt.

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Sing und schwing das Bein

Herrlich ist eine Disco-Einlage mit knackigem Song (der aber anachronistisch ist, es werden Compact Discs erwähnt, die erst 1982 auf den Markt kamen), bei dem einige der Hauptfiguren einen unendlich peinlichen Tanz aufführen. Das erinnert an den ebenfalls mit Hommagen arbeitenden „Discopath“, vor allem aber an das Finale von „Prom Night“ mit Jamie Lee Curtis, das aufgrund der Disco-Mucke heute auch nur noch für Gelächter gut ist.