Als Napoleon Solo und Illya Kuryakin in den 1960er Jahren im Fernsehen ermittelten, da war das ungewöhnliche Duo aus West und Ost gerade zur Blütezeit des Kalten Krieges schon etwas Besonderes. Es war aber auch eine Serie, die auf abstrusere Geschichten setzte, die eine Art Parodie auf James Bond waren, weswegen man sich lange fragen musste, wie eine Filmversion davon wohl aussehen könnte. Oder aussehen müsste.

Codename U.N.C.L.E. - Exklusive Szene: "Sehen Sie zu!"4 weitere Videos

Als bekannt wurde, dass Guy Ritchie seine Verfilmung in den 1960er Jahren spielen lässt, konnte man zumindest skeptisch sein, ob das die richtige Entscheidung war. Im Nachhinein erwies sie sich als goldrichtig, weil nicht nur der Retrochic und die auch den 1960ern huldigende Inszenierung zu gefallen wissen, sondern weil das Ami-Russen-Duo zu keiner anderen Zeit besser funktioniert hätte.

Codename U.N.C.L.E. - Rückkehr in die 1960er Jahre!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 25/281/28
Der Film läuft am13.08.2015 in den deutschen Kinos an.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dabei ist „Codename U.N.C.L.E.“ keine Parodie wie man sie vor einigen Jahren mit den „OSS 117“-Filmen mit Jean Dujardin erleben konnte, sondern ein waschechter Agentenfilm, der sich aber auch die Freiheiten nimmt, zu amüsieren, indem die Figuren oftmals sexuell zweideutige Sprüche zum Besten geben. Das wirkt aber niemals billig, sondern immer charmant, so wie eben auch der ganze Film.

Packshot zu Codename U.N.C.L.E.Codename U.N.C.L.E. kaufen: ab 2,50€

1963

Napoleon Solo (Henry Cavill) ist der beste Agent, den die CIA je hatte. Er bringt die Ostdeutsche Gaby (Alicia Vikander) aus West-Berlin heraus, weil man sie benötigt, um ihren seit zwei Jahren verschwundenen Vater (Christian Berkel) zu finden, der als Atomphysiker gerade gezwungen wird, für eine Nazi-Gruppe eine Atombombe zu bauen. Da es auch nicht im Interesse der Sowjets ist, dass eine solche Waffe in falsche Hände gerät, stimmt man einer gemeinsamen Aktion zu.

Codename U.N.C.L.E. - Rückkehr in die 1960er Jahre!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 25/281/28
Was wäre ein waschechter Geheimagent ohne sexy Begleiterin?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

So müssen Solo und Illya Kuryakin (Armie Hammer) zusammenarbeiten, auch wenn beide lieber allein aktiv werden würden. Aber das ungleiche Duo ergänzt sich gut, auch wenn man sich immer wieder aneinander reibt, da sich jeder für den besseren Agenten hält.

Fast wie Bond

Henry Cavill war mal einer der letzten Kandidaten, als es für die Neubesetzung von James Bond ging. Damals verlor er die Rolle an Daniel Craig. Als Napoleon Solo beweist er nun, dass er durchaus das Zeug für Bond gehabt hätte. Seine Figur ist im Grunde wie der britische Agent, bis hin zu dem Umstand, dass er ein Frauenheld ist.

Cavill strampelt sich hier von seinem Superman-Image frei. Der Beinahe-Batman Armie Hammer, der den Dunklen Ritter in George Millers niemals umgesetzter Verfilmung hätte spielen sollen, ist als russischer Top-Agent auch eine Schau. Die Chemie zwischen den Beiden passt perfekt – wie sie sich anfangs bekämpfen und später miteinander konkurrieren, das ist einfach Klasse. So gibt es inmitten ordentlicher Action auch immer was zu lachen.

Codename U.N.C.L.E. - Rückkehr in die 1960er Jahre!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 25/281/28
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dabei hebt sich „Codename U.N.C.L.E.“ auch wohltuend von üblichen Blockbustern ab, weil weniger auf Spektakel, als vielmehr auf pointiert gestaltete Szenen gesetzt wird. Aufwand wurde dennoch betrieben, so etwa bei der großen Verfolgungsjagd am Ende, dennoch gestaltet sich dieses Agentengarn deutlich bodenständiger als das bei vielen Spionage-Kollegen der Fall ist.

Tolle Montagen

Der Film ist exzellent geschnitten. Wenn Solo und Kuryakin jeweils alleine agieren, dann entstehen wunderbare Montagen, die immer exakt dann umblenden, wenn der richtige Moment gekommen ist, um die Spannung noch zu steigern. Ritchie ist hier voll in seinem Element, er gestaltet den Film als eine Hommage an die Serie aus den 1960er Jahren, aber auch als Verbeugung vor dem Kino jener Zeit, wobei er aber dafür moderne Sehgewohnheiten nicht opfert.